Artikel vom Montag 18.08.2008 aus SÜDWEST AKTIV
>>> NWZ - Neue Württembergische Zeitung / <<<
Lyrisch und schön lästerlich
Die Geyers begeistern Publikum mit "Histo-Rock" auf der Wäscherburg
Die Geyers sorgten auf der Wäscherburg einmal mehr mit ihrem Spiel auf mittelalterlichen Instrumenten in Verbindung mit modernen E-Gitarren - "Histo-Rock" genannt - für altertümlich-rockige Stimmung.
URSULA RESCH
Wäschenbeuren
Seit Langem stehen die Geyers samt ihren historischen Instrumenten auf der Bühne und entführen Konzertbesucher in eine Klangwelt voller Widersprüche. Während andere Spielleute der mittelalterlichen Richtung oftmals ohne Verstärker, Stromkabel und Mikrofone auskommen, haben die fünf Bandmitglieder moderne E-Gitarre, Bass und Schlagzeug so genial in die Instrumentarien des Altertums integriert, dass sie mit ihrem "Histo-Rock"-Programm Klangbilder liefern, die von Fans und denen, die es noch werden wollen, hoch geschätzt werden.
Gemächlich betreten die Herren die Bühne. Doch kaum sind die Geyers im Scheinwerferlicht, wird mit Hingabe und Virtuosität gespielt, die sie bei den reinen Instrumentalstücken geradezu auf andere Ebenen entrückt. Die größte Vielfalt an Instrumenten bietet Albert Dannenmann, der neben der Drehleier auch während einzelner Stücke von einem Blasinstrument auf das andere wechselt. Dudelsack, Flöten aus verschiedenen Herkunftsländern, Hörner und vieles mehr beherrscht der eher sachlich geprägte Dannenmann.
Thomas Roth hingegen lässt die Nyckelharpa mit seinem Bogenstrich erklingen, auch der Dudelsack wird neben seinen spitzen Worten und gesanglichen Einlagen bedient. Er sieht sich als "Bekräftigungslyriker", da Lücken im Text von den Geyers unvergleichlich spitz gefüllt werden. Für den richtigen Takt sorgt eher im Hintergrund Jost Pogrzeba, dessen Schlagzeug das Ganze zu einer runden Klangsache macht. Die beiden Gitarristen - Georg Hesse an der E-Gitarre und Maik Walter am Bass - schrauben sich während ihres Zupfspiels gegenseitig in immer höhere Sphären, dass es nur so rockig kracht, ein echter Genuss.
Neben höfischen Tänzen der Renaissance, die sich schnell ins Rockige steigern, geben sie Balladen zum Besten, Lieder aus Burgund sind ebenfalls im Repertoire zu finden. Nicht fehlen darf der "Maien", in dem die Hähne vor Lust schreien - die Mannsbilder werden ebenso hochgenommen wie die "Treulose Freundin" angeprangert wird. Über Liebe, Schmerz und Götter, aber auch über die klerikale Scheinheiligkeit einst und heute wird gelästert. "Vor vollen Schüsseln muss ich sterben" - ein anklagendes Stück. Der Unterschied von zölibaten und nichtzölibaten Pfaffen wird beleuchtet. Das Fazit: Es gibt keinen Unterschied, denn beide tun dasselbe, nur das einer das Verbotene wohl mehr genieße.
Nicht fehlen dürfen - vom Publikum freudig beklatscht - der "Karmeliter" und "All voll". Das sind beide schon richtige Pflichtnummern im Programm der Geyers. Kurzum: Ein Heidenspaß, dem musikalischen Treiben zuzuhören. |
|
|
Pressestimmen zu Geyers Konzerten und CD Produktionen: |
|
www.metalfactory.ch  METAL FACTORY cd reviews mai 2005  GEYERS - Lästerzungen Geyers Records/Eigenvertrieb Die deutschen Mittelalter und Folk Musiker sind bereits seit gut fünfzehn Jahren unterwegs und bringen mit "Lästerzungen" ihr bereits 7. Album auf den Markt. Man sagt, dass Ritchie Blackmore sich durch die Geyers habe inspirieren lassen, seine Blackmore's Night zu gründen. Fest steht, dass sich Ritchie den Song "God's Gospel" zu Eigen machte und dafür auch auf diesem Album demselben Song seine instrumentalen Fähigkeiten zur Verfügung stellte und das Solo höchstpersönlich einspielte. Auch sei der Meister persönlich mit den Geyers schon mehrmals zusammen auf Deutschland Tour gewesen. Aber kommen wir zum Sound der Geyers. Geboten wird herrlicher Mittelalter Rock vom Feinsten, der wirklich oft zu vergleichen ist mit Blackmore's Night. Songs wie "Allan yn y fan" oder "Herori matori" sind coole Folk Rock Songs. Die Geyers verstehen es, Mittelalter, Folk und Rock perfekt zu vereinen, ohne kitschig zu wirken. Man hört den Jungs einfach die Erfahrung an und es macht jede Menge Spass, sich "Lästerzungen" reinzuziehen. Die verschiedenen Instrumente wie Drehleier, Dudelsäcke, Krummhörner oder Gemshörner paaren sich hervorragend mit modernen, verzerrten Gitarren und auch mit Drums und Bass. Die Geyers klingen stellenweise eben wie Blackmore's Night oder auch umgekehrt, nur rocken die Geyers halt noch etwas mehr, da hier vermehrt auch härtere Gitarren-Klänge eingesetzt werden. Also nochmal: "Lästerzungen" ist ein klasse Album, das einfach Spass macht. Crazy Beat Punkte: 8.9 von 10 |
|
|
Rhein-Neckar-Zeitung, 28. April 2005 Fetziger Historock und heiße Gothic-Mode Mittelalterevent begeisterte die Zuschauer in der Vierburgenhalle – „Geyers“ stellten ihre neue CD „Lästerzungen“ vor So etwa hat’s im Vierburgenstädtchen noch nie gegeben: Ein Mittelalterrockfestival mit Metalband, Gothic-Modenschau und Gauklern. Der Höhepunkt des Abends war jedoch der Auftritt der Mittelaltergruppe „Geyers“. Der Erfolg des lang angekündigten „Historock-Festivals“ in der Vierburgenhalle beweist, dass diese für Neckarsteinach eher ungewöhnliche Art von Veranstaltung sehr gut ankam und auch von auswärts viele Neugierige in die Stadt gelockt wurden. Organisiert wurde das Mittelalterevent vom Neckarsteinacher Veranstalter Mario Finger, der die Gäste auch durchs Programm führte. Ein entsprechendes Rahmenprogramm sorgte schon im Voraus für beste Stimmung, bis die „Geyers“ die Menge endgültig in Ekstase versetzten. Einen gelungenen Start des Abends legte die Wormser Metalband „Sabotage“ hin, die dem Publikum in ihrer beinahe einstündigen Show mit verschiedensten Songs von „Black Sabbath“ einheizte. Zwischendurch gab es auch etwas für die Augen: Eine Gothic-Modenschau sorgte dafür, dass die gute Stimmung in der Halle nicht nachließ. Mit interessanter Lack- und Ledermode aus einer Heidelberger Boutique beeindruckten drei Models selbst die Kinder unter den anwesenden Gästen. So zeigte sich zum Beispiel ein jüngeres Mädchen der in ihren Kostümen erschienenen Guggemusiker aus Mauer, die sich unters Publikum gemischt hatten, ganz begeistert von den vielen verschiedenen Korsagen. Nur fand sie es weniger gut, dass einige Röcke so tiefe Einblicke gewährten. Nach dieser kurzen Show riss die Stuttgarter Gauklergruppe „Forzarello“ die Anwesenden mit sich. Verpackt in ein mittelalterliches Programm bewies das Duo sein Können in der Jonglage mit Bällen und Keulen und wusste auch mit dem Diabolo umzugehen. Zu guter Letzt boten sie den faszinierten Zuschauern eine Feuershow. Dann war es endlich soweit: Albert Dannenmann, Georg Hesse, Thomas Roth, Jost Pogrzeba und Maik Walter betraten die Bühne, um ihre Ende 2004 neu erschienene CD „Lästerzungen“ vorzustellen. Und das Publikum nahm sie mit Begeisterung auf. Die Musiker präsentierten ihr „Historock“-Programm. Zwar hatten sie wieder einige mittelalterliche Instrumente wie Drehleier, Dudelsack, Laute und Flöten in ihrem Repertoire. Doch spielten diesmal – neben der Sangeskunst natürlich – Gitarre, Bass und Schlagzeug eine ebenso wichtige Rolle. In ihrem beinahe eineinhalbstündigen Programm wurde einiges geboten. Sie eröffneten es mit einem träumerischen Instrumentalstück, stellten später jedoch auch die Tauglichkeit ihrer Singstimmen unter Beweis. Vor allem Thomas Roth war dafür verantwortlich, dass die Texte mit unterschiedlichsten Themen das Publikum erreichten. Außerdem erheiterte er die Zuschauer mit witzigen Ansprachen zu den einzelnen Liedern und griff auch aktuelle Themen auf. Der Rest der Band unterstützte ihn bei ruhigeren Stücken mit mehrstimmigem Gesang. Sehr abwechslungsreich war auch die Auswahl der Lieder: Mal gab es schnelle Tanzrhythmen, dann wieder andächtig gesungene, ruhige Stücke. Irische Folk-Melodien vermischten sich mit mittelalterlichen Klängen und den rockigen Elementen, die das „Historock“-Programm eben ausmachen. Die Neckarsteinacher zeigten sich von dem Event begeistert und wünschen sich für die Zukunft mehr solcher Veranstaltungen in ihrem Städtchen. |
|
Discover MUSIK UND MEHR 10.04.2005 www.discover.de Niemand hat dem Jahrhunderte alten Spott eines Francois Villon, mit dessen roher Derbheit so viel Leben eingehaucht, wie weiland Klaus Kinski. Besonders die Lästerzungen galten mir in seiner Interpretation als unerreicht (und sind es in der Kategorie der Rezitation wahrscheinlich immer noch).> Nun hat aber die Band Geyers nicht nur ihre aktuelle CD so benannt, sondern mit dem Eröffnungsstück auch gleich ihre eigene Fassung abgeliefert, die mich, gelinde gesagt, vom Hocker haut. Es ist anzunehmen, dass diese Darbietung auch den französischen Dichterfürsten zu Beifallsstürmen bewogen hätte, zumal dieser hier noch mit zwei weiteren Werken Beachtung findet. Geyers machen, gemäß ihrem eigenen Leitspruch "ein lustvolles Spiel mit mittelalterlicher Musik auf historischen Instrumenten", und wem das zu altbacken klingt, dem sei gesagt, dass hier die elektrisch verstärkten Instrumente, mehr als nur gleichberechtigt, zum Einsatz kommen. Folglich nennen die Künstler die Musik ihrer aktuellen CD auch schlicht und einfach "HistoRock", womit zumindest über die Richtung des Tonträgers schon einiges gesagt ist - der Rest ergibt sich beim Zuhören, denn "Lästerzungen" macht reichlich und fährt mitunter sogar in die Glieder. Da passt einfach alles, auch die eigenwillige Adaption des Traditionells "Drunken Sailor", das hier als "Drunken Minstrel", mit amüsanter Textänderung und flottem Tempo, daherkommt. Oder die sakrale Fassung von "Karmeliter", die in der Interpretation von Zupfgeigenhansel noch extrem spöttisch-belustigend klang, hier aber deutlicher auf die Verlogenheit der klerikalen Klicke verweist. Als Gastmusiker ist bei "God's Gospel" übrigens Geyers-Fan Ritchie Blackmore zu vernehmen, der auch schon bei der letzten CD (Und Dein Roter Mund") unterstützend in die Saiten griff. Damals empfand ich den Gesang von Thomas Roth an einigen Stellen noch als etwas störend (erflehe deine Verzeihung, Sai), was ich heute nicht mehr so richtig nachempfinden kann (Knick im Ohr?). Auf "Lästerzungen" passt jedenfalls alles. Norbert Striemann |
|
neue cd rezenzion bei Gothic Family cd tipps 04. 2005 http://www.gothic-family.net Die Internetseiten für das nicht ganz NORMale Familienleben! Geyers - "Und dein roter Mund" Eigentlich macht es zunehmend Spass, hier mittelalterliche Musik vorstellen zu können. Weil man doch eine ziemliche Bandbreite an Klängen kennenlernt, mit denen man sich bis dato gar nicht so beschäftigt hat. Die "Geyers", bzw. ehemals "Des Geyers schwarzer Haufen" sind wohl vor allem im süddeutschen Raum durch zahlreiche Auftritte recht bekannt. Die Gruppe steht für traditionelle akustische Mittelalter-Musik, versetzt diese jedoch mit modernen Elementen (Rock, Jazz). Die 12 Songs sind Interpretationen von Musik aus der Renaissance und dem Mittelalter. Und das dann auf relativ hohem Niveau, hier sind ausgebildete Musiker/Gesangsstimmen am Werk, die hochwertige Kompositionen vergangener Jahrhunderte in Szene setzen. Klingt jetzt sehr ernst und gehaltvoll, aber es gibt sie hier auch, die ironisch-neckischen Lieder (Im Maien). Sehr gehaltvoll, sehr abwechslungsreich, aber nicht einfach so zum Runterdudeln. Würde mir da gerne mal live ein eigenes Bild machen, bin so noch etwas unentschieden ;-) (SiN) Anspieltipps: Im Maien, Und dein roter Mund, Bretonisch Homepage: http://www.geyers.info VÖ: 25.04.2005 |
|
Das Eulental Musik und Mittelalter Magazin www.eulenthal.net Geyers - Und dein roter Mund (Vö: 25.04.2005)  01. Im Maien 02. Branle De Bourgogne 03. Und dein roter Mund 04. Adieu Ce Bon Vin Le Lannoys 05. Die Weiber mit den Flöhen 06. Bretonisch | 07. Freies Wort 08. Tristans Klage 09. La Rotta 10. Pastime 11. Abschied 12. Sheperd's Walk | Sie sollen alle singen, nach ihres Herzenslust. Doch uns soll jetzt erklingen ein Lied nur aus der Brust. Und mit Herzenslust besingen die Geyers immer wieder gern eine der schönsten Dinge auf der Welt: die Liebe. Und was passt besser in diese Jahreszeit, als ein paar schöne Oden an diesen kribbeligen Gemütszustand. Bereits 2003 beflügelten die Geyers ihre Hörerschaft mit ihrem sechsten Album "Und dein roter Mund"und nun wird es Zeit, auf ein neues Liebe, Leid und Leidenschaft in die Welt hinaus zu tragen. Mit einem Aufgebot traditioneller Instrumente und Texte erzählen die süddeutschen Musiker in ihrer Re-release von Wehmut, wie in "Abschied", und Liebeslust, die bei dem Opener "Im Maien" im Mittelpunkt steht. Der stete Wechsel zwischen romantischen Minnesang, freudigen Liebeserklärungen und flotteren instrumentalen Stücken lässt in diesem Album keine Langeweile aufkommen. Das beste Beispiel für ihr Können und hre Freude am musizieren ist "Sheperd's Walk", auch Schäfertanz genannt. Dieser Song bildet den Abschluss der über einstündigen CD und ist Richie Blackmore (Blackmore's Night), dem langjährigen Freund der Geyers gewidmet. So wie man Albert, Thomas, Georg und Jost kennt treiben sie Spielchen auf die gewohnte Minne-Manier, mal romantisch, leidenschaftlich und gefühlvoll, andererseits wieder peppig und zackig. Wer mit "Und dein roter Mund" eine reine Schmacht-Liedersammlung erwartet, wird sicherlich etwas enttäuscht sein, denn schließlich geht es in der Liebe nicht nur um Herzzerreisende Wehklagen. Cherub Line-Up: Albert Dannenmann: Drehleier, Dudelsäcke, Flöten, Low Whistle, Krummhorn, Rauschpfeife, Bass Dulcian, Gesang Thomas Roth: Gesang, Nyckelharpa Georg Hesse: Gitarren, Irische Bouzouki, Gesang Jost Pogrzeba: Percussion, Marimbaphon |
|
Folk World Issue 30 02/2005 www.folkworld.de FolkWorld - the online music magazine, Home of European Music. The source for News, CD & Live Reviews and Articles about Folk and World from Europe in the Internet Geyers "Lästerzungen" Label: Own; 2004 The German band Geyers plays, according to themselves historock. A mixture of rock and traditional music from several kinds. A remarkable group who have been chosen musicians of the year in 1999, their name at that time was Geyers schwarzer haufen which they changed in 2000 into Geyers. The band combines electric guitars and drums with ancient instruments such as hurdy gurdy, bagpipe, flutes, crumhorn and many others. The band puts a lot of time and care in the sound of their music which is of a high quality. Also the compositions are mostly strong and really catchy. One of the highlights for me personally is their interpretation of several Gavotten by the composer Praetorius. A really strong composition which starts in a light, happy folkrock style with merry flutes and a pretty violin. But halfway bursts into a heavy electric guitar solo which leads to a medieval hardrock final with crumhorn and all. On the cd they also recorded several songs. The low vocals remind me sometimes of the throat singing from Tuva like in the start of Herori matori. I find that the songs can be divided into two categories. Songs like the earlier mentioned Herori matori but also Lasterzungen are nice and easy to listen to rock songs with traditional influences. I prefer songs like God's gospel or Karmeliter where the group really creates a full sound and reaches a great symbioses between modern and ancient music. Here the group also shows their quality in harmony singing. Which is of a simple structure but very effective. For me Geyers is one of the best bands in this field of music in Europe. At some moments they drive me nuts with great tunes like the earlier mentioned Gavotten. But each of the songs and tunes is above average and shows a group that grows better and better each new cd I hear by them. Homepage of the artist: www.geyers.info Eelco Schilder |
|
Wiskey Soda The alternative music magazine 02/2005 www.whiskey-soda.de Artist(s): Geyers Album: Lästerzungen Label: Geyers Records VÖ: 01.12. 2004 Medium / Typ: Album Autor: TheBanshee Seit Mitte der 80er sind die Geyers nun schon unterwegs – damals noch als "Des Geyers schwarzer Haufen", dem einen oder anderen sicherlich nicht ganz unbekannt. Mit "Lästerzungen" bringt die Band, die Ritchie Blackmore zu Blackmore`s Night inspirierte, ihre neusten Bosheiten auf den Markt. Die Scheibe läuft unter der Genrebezeichnung "Historock" – das triffts ziemlich genau. Denn anders als viele der aktuellen Mittelalter/Folk-Bands unserer Tage mischen die Geyers hier 70er Jahre (Blues-)Rock der alten Schule mit mittelalterlichen Klängen und den dazugehörigen Instrumenten wie Dudelsack, Krumm- und Gemshörner, aber auch Violinen und Flöten aus Renaissance und Barock.Seit über 15 Jahren sind sie auf zahlreichen Märkten und Festspielen zu bewundern, seit 1998 immer wieder im Vorprogramm zu Blackmore`s Night. Mit "Lästerzungen" bringen die Gefolgsleute des Geyers 13 sehr abwechslungsreiche Songs an den Mann. Mal mit deutschen, mal mit englischen Texten – oder auch mal instrumental, das ist man nicht recht festgelegt. Die gute alte Rockgitarre kommt auf ihrer neusten Scheibe nur sporadisch zum Einsatz, meist dominieren mittelalterliche Klänge. So richtig gerockt wird bloß in der "Gavotte", wo Gitarrist Georg Hesse so richtig schön beweist, was er an der E-Klampfe gelernt hat. Auf dem Silberling sind ansonsten wohlbekannte Traditionals wie "Drunken Minstrel" mit spritzigen Eigenkompositionen gemischt. Einiges animiert zum mittanzen, man fühlt sich entführt einen in eine fremde alte Welt.Der Meister selbst, Ritchie Blackmore (ex-Deep Purple, ex-Rainbow, Blackmore`s Night) gibt sich ein Stelldichein mit der Band und drückt ihr bei "God`s Gospel" seinen ureigenen Gitarrensound auf, was für die Altrocker unter uns sicherlich ein spannendes Zusatzargument für "Lästerzungen" ist . Wer sonst also Interesse hat, in Punkto "Mittelalter" mal "was anderes" auszuprobieren, dem sei diese Scheibe wärmstens an Herz gelegt. |
|
Folker Febr.2005 www.folker.de GEYERS Lästerzungen (Eigenverlag) (13 Tracks; 69:01; mit Texten und Infos) Die Geyers nennen ihr Konzept „HistoRock”, es bildet neben dem Akustikprogramm (siehe FOLKER! 6/03, CD „Und dein roter Mund”) die etwas härtere zweite Schiene, mit der sie touren. Sie wildern sich quer durch das Standardrepertoire der Renaissancetänze und -songs (u.a. Villons „Lästerzungen”, „All Voll”). Alles sehr schwungvoll und interessant arrangiert, obwohl die meisten verwendeten Melodien bekannt sind. Bis auf die Eigenkompositionen - und gerade die fallen als unprägnant und langweilig auf (v.a. der „Karmeliter”, pfui!). Insgesamt aber sehr abwechslungsreich instrumentiert (Krummhörner, Nyckelharpa, Dudelsäcke, Flöten, Rauschpfeifen) mit durchgängigem Rocksound. Der Gesang wirkt allerdings teilweise geknödelt. Auffällig ist das Cover-Design, welches mir ausgezeichnet gefällt. Zu erwähnen ist noch, dass bei „Gods Gospel” ihr Kumpel Ritchie Blackmore mitspielt. Diese altspanische Cantigas-Melodie tauchte schon als Titelsong seiner „Fires at Midnight”-CD auf. Fazit: eine gekonnte Kombination - Alte Musik, die ordentlich rockt. Piet Pollack |
|
Gothic World www.the-gothicworld.de CD-REVIEWS: GEYERS "Lästerzungen"CD (Geyers Records) Die Japaner: Immer auf die asiatische Lehre vom Ausgleich der Dinge bedacht. Dass ihr Land an einem der tiefsten Tiefseegräben liegt, gleichen sie durch die Höhe ihres Heiligen Berges Fujiyama wieder aus. Sie verehren ihre Mütter und Großmütter, ziehen sich aber Mädchenslips aus dem Automaten. Sie sind die High-Tech-Nation Nummer eins, verhelfen aber den Historik-Rockern von den GEYERS mit "Lästerzungen" zur meistgespielten CD auf ihrem Eiland, die Auskopplung "God´s Gospel" führt sogar die Singlecharts an. Schon das letzte Werk der Musiker um die Ex-Mitglieder von Geyers Schwarzem Haufen habe ich an dieser Stelle ausführlich gelobt und auch mit der neuen Scheibe verdienen sie sich jede Menge verbaler Huldigung. Dabei sind es vor allem drei Punkte, die ihre Werke besonders und einzigartig machen: Da ist erstens die Musik, hauptsächlich im Mittelalter angesiedelt, jedoch kraftvoller, härter und rockiger dargeboten als bei vergleichbaren Bands. Hier zerrt auch mal ganz gewaltig eine E-Gitarre und es tanzt der Papst im Kettenhemd. Dadurch sind sie extrem abwechslungsreich und in jeder Beziehung mitreißend tanzbar. Zweitens sind es die Texte: Spitzzüngiger, deftiger und härter als bei verzärtelten Medivalinterpreten. Hier geht's zuweilen heftig zur Sache, z.B wenn dem Mädchen Anna vom Karmelitermönch Gabriel bei der Beichte via GV eine nagelneue Seel´ implementiert wird. Die Geyers zeigen, dass man im Liederschatz unserer Ahnen jede Menge augenzwinkernde Moral oder doppelsinnige Sprüche findet. Das dritte Pfund mit dem sie wuchern können heißt schlicht Ritchie Blackmore. Jau, das ist er, der legendäre Gitarrist, der unter anderem bei Deep Purple spielte. Er ist erklärter Fan der GEYERS und ließ sich von ihnen zu seinem aktuellen Projekt Blackmore´s Night inspirieren. Blackmore spielt bei "God´s Gospel" die Rhythmusgitarre und singt ein Solo. Diese Dreieinigkeit aus geiler Mucke, witzigen und deftigen Texten und künstlerischer Prominenz als musikalischem Schutzengel gebiert ein Klasse-Album für alle Rocker, Mittelalterenthusiasten und… natürlich… Japaner. Daniel "Bela" Bartsch für GOTHICWORLD www.geyers.info |
|
Pax et gaudium Nr. 18 Febr., Mär., Apr. 2005 Geyers Lästerzungen „Historock“ nennt die Band ihre Musikrichtung, die Altes mit Neuem verbindet. Dies gilt für die Wahl der Instrumente ebenso wie für die Auswahl der Stücke und Texte, die Umsetzung der Melodien und Harmonien. So verbirgt sich auf der neuen Scheibe „Lästerzungen“ auch unter manch neuem Titel ein bekanntes Lied. In „God´s Gospel“ erkennt der kundige Höhrer mittelalterlicher Musik das spanische Marienlied“Quem a omagen da virgen“ wieder, während „Volle Schüsseln“ den traditionellen Bärentanz verarbeitet. „Drunken Minstrel“ hingegen ist eine rockige Übertragung des berühmten „What shall we do with the drunken sailor“. Die „Neu-Kompositionen“ sind eingängig bis ohrwurmlastig, dynamisch-rockig und gleichermaßen professionell eingespielt. Als special guest hat Ritchie Blackmore an der Entstehung dieser CD mitgewirkt, die bei einer Gesamtlaufzeit von 69,01 Minuten überr 13 Tracks verfügt. Weitere Infos unter www.geyers.info |
|
Schwetzinger Zeitung, 29. Januar 2005 Lieben macht das Leben erst richtig gut Die „Geyers“ gastierten mit mittelalterlicher Musik im Palais Hirsch Die Menschen im Mittelalter wussten es bereits: Nur Lieben macht das Leben gut. Und so besangen sie das, was ihnen am meisten am Herzen lag. Am Donnerstag Abend schlüpften vier Musikerin die Rolle fahrender Sänger und Gaukler und entführten ihr Publikum in die Welt des 15. und 16. Jahrhunderts. Die sich als „Geyers“ bezeichnenden Musiker entpuppten sich im Laufe des Abends zu wahren Musketieren des Lauten-, Fidel- und Dudelsackspiels sowie eines Trommelfeuers, das den Saal im Obergeschoss des Palais Hirsch in ein mittelalterliches, an der Schwelle zur Renaissance stehendes Ambiente verwandelte. Denn es wurden Liebes- und Trinklieder vorgetragen, wie sie einst das einfache Volk auf Festen und in Wirtshäusern anstimmte, nicht jedoch die höfische Welt der Troubadoure. Mit Gassenhauern der Renaissance wie „Im Maien, hört man die Hähne schreien, ...und Lieben macht das Leben gut, ...o tut das gut, ich spüre frischen Lebensmut“, erquickten die vier Musiker, die sich um die Jahrtausendwende zu den „Geyers“ zusammengeschlossen hatten, ihr Publikum schon zu Beginn. Ihr herrliches Spiel auf historischen Instrumenten ließ Klangwelten eröffnen, wie wir sie heute nur noch erahnen können. Denn wie genau eine Laute, Drehleier oder Tastenfidel gespielt wurde, ist nicht tradiert. Jedenfalls vollzog sich mit dem Wechsel der rund ein Dutzend Musiktitel, wie sie an dem Abend dargeboten wurden, auch ein fliegender Wechsel an Musikinstrumenten. Die größte Variationsbreite entwickelte Albert Dannenmann, der abwechselnd zu einem der vielen Instrumente griff, die auf einem Tisch neben ihm ausgebreitet lagen: dem Bass Dulcian, dem Krummhorn, Gemshörnern verschiedener Größe (eigentlich Kuhhörner, wie Dannenmann weiß), Renaissanceflöte, Rauschpfeife, Irish Lew Whistle, Drehleier, verschiedene Blockflöten und, nicht zu vergessen, dem Dudelsack. Er und sein Kollege Thomas Roth lieferten sich ein Gefecht um die beste Beherrschung dieses Blasinstruments mit einem Windsack aus Tierhaut, was sie sowohl bei den zwei spanischen, als auch bei den beiden deutschen Dudelsäcken, dem Duday und dem Hämmerchen, sowie einem französischen Vertreter der Gattung bewiesen. Aber auch die virtuose Spielkunst Georg Hesses auf der irischen Bouzouki, der Gitarrenlaute, war ein Besuch dieses Konzertes wert. Kurz vor Schluss riss der Drummer, Jost Pogrzeba, mit seinem wirklich meisterlichen Trommeln die Zuhörer von den Stühlen. Er schlug mit der flachen Hand oder dem Handballen mal auf eine Rahmentrommel, mal auf die Djembe oder die Darabuka oder aber er erzeugte mit einem Schlägel einen Klang auf dem wie ein Omelett flachen Tam Tam und der arabischen Trommel. Am originellsten wirkte die Skin Udu genannte Trommel aus Nigeria, die aus einem Tonkrug entwickelt wurde, was man ihrem bauchigen Körper auch deutlich ansieht. Zu den schönsten Titeln des Konzerts gehörte freilich das von Walter von der Vogelweide inspirierte Lied „Und dein roter Mund“, nach dem die aktuelle CD benannt ist. „Frau willst du mich noch heilen, sonst wird der Tod mich ereilen“, stimmte Thomas Roth die Verse dieser elegischen Melodie ein und fuhr fort: „... ich bin krank, mein Herz ist wund, das haben mir getan, mein Auge und dein roter Mund“. Der unglücklich Liebende muss am Ende nicht sterben, im Gegenteil er erwacht zu neuem Leben. Ende gut - alles gut, am Ende heilte ihn ihr roter Mund. Mit einer munteren Gavotte rissen die Geyers ihre in melancholische Stimmung versetzten Zuhörer aus den Gedanken um Liebe und Tod. Dann ging es mit ein paar weniger zimperlichen Titeln wie „Die Weiber mit den Flöhen“ in die Endrunde. Es folgten ein Weihnachtslied „Noël de Notre Dame“, ein Trinklied und als Zugae „Das freie Wort“ von Georg Herwegh. Bei einer weiteren Zugabe fuhren die vier Vertreter mittelalterlicher Klangwelten, eigentlich Rockmusiker, nochmals alles auf, was in ihnen steckt. Die Zuhörer klatschten eifrig mit und ließen sie in einem akustischen Glückstaumel wiegen. |
|
More Black than Purble Issue 27 January 2005 The Ultimate Ritchie Blackmore Magazine GEYERS – Lasterzungen (Historock) Geyers Records 2004 CD-Nr.012004 Although the band have recorded a number of rock songs this is their first full album of electric songs and an interesting selection of tunes it is too. Made up of a number of familiar classics with new arrangements, some new songs and the usual generous portion of Geyers wit, good feeling. Renaissance music ‘ZZ Top’ style kicks the album off and the foot is certainly down to the board for some straight ahead boogie mixed with the distinctive dudelsack which almost pedantically interjects with what is actually a Susato tune about 30 times faster than it was intended to be played! Georg’s guitar break reminds me very much of a certain 6 string genius on ‘Ramshackle Man’. ‘God’s Gospel’ aka ‘Gortliche Device’ or ‘Fires at Midnight’ is a different arrangement from the ‘Live ‘99’ CD and features a very quiet beginning with haunting pipes playing the serene melody. However it is not long before these are quickly ousted by the more familiar electric guitars (including some fine rhythmic work from Ritchie Blackmore which gives the sing renewed momentum and vigour) and Thomas’s English vocal. Blackmore fans get a real treat with both rhythm and lead guitar with the searing solo, surely one of Ritchie’s finest pieces of electric work of recent years. With Ritchie guesting on this track it is fitting that the song remembers the late Rainer Duda. ‘Karlmeliter’ sees the band in monastic mood It is a personal favourite and features a really solid groove whilst retaining the retro sound with some fine building rhythm 6 string from Georg. From humble beginnings the haunting track builds and builds with both electric guitar and dudelsack lead breaks which bring to a close this memorable track. The albums ‘piece de resistance’,is a cracking version of familiar ditty ‘What shall we do with the Drunken Sailor’ or in this case ‘Minstrel’. Excellent arrangement, entertaining lyrics (almost autobiographical!), which the band takes, turns singing. Highlight has to be Albert’s basement lead vocal when he croons ‘Throw them all in a Whiskey Barrel’ Similarly the band take turns to solo with some excellent work from all concerned with the tuneful pipes providing a pleasing contrast to the frenetic nature of the song. Inspired the way Jost’s excellent percussion allows proceedings to slow before the band is allowed one last rollicking finale. ‘All Voll’, another rocky version of a familiar track, which like ‘Was Wollen Wir Trinken’, is equally impressive electric or acoustic. This song really lends itself to the drums and bass with its slow galloping riff. This version is notable for some Albert & Georg duelling not dissimilar to Ritchie and Jon Lord on ‘Speed King’. To sum up a very strong album, featuring some great musicianship and excellent arrangements. The ‘Historock’ makes a change and on some songs gives the band greater purpose but my own preference is the acoustic sound with great harmonies and those strange instruments, which provide the unmistakeable trademark of this fantastic band. If I could be greedy I would like a set made up of half acoustic and electric but logistically this would be challenging to say the least and would mean that Albert might have to leave some of his bier supply’s in Ludwigsberg, and that ain’t gonna happen! Richard Gillitt |
|
Heilbronner Stimme 11.01.2005 Geyers im Vogtshofkeller in Lauffen „Seid gegrüßet, die Ihr Euch, so reich an Zahl, eingefunden habt.“ So begrüßte Thomas Roth, des Geyers Frontmann, die zahlreichen Besucher am Samstagabend im Lauffener Vogtshofkeller, die unversehens von den vier grandiosen Musikern auf eine furiose Zeitreise entführt wurden. „Leute nehmt sie Wäsche ab und holt die Kinder rein, Musikanten sind in der Stadt“ – eine Warnung, die einem unwillkürlich einfällt, angesichts dieser verwegenen Gestalten auf der Bühne. Lederwesten, Pumphosen, Schellenschuhen, Zöpfe und Stirnbänder. Viele Zuhörer, die sich seit langem wünschten, Geyers möge einmal Lauffen besuchen. Nirgendwo scheinen sie besser hinzupassen, als in die urige Atmosphäre des Gewölbekellers. Der ist dementsprechend gut besucht. Drangvolle, gemütliche Enge und ein erwartungsfrohes Publikum, bereit sich begeistern zu lassen. Und viele, die gespannt sind, wie sich diese vier Musiker wohl weiter entwickelt haben, nach der Trennung der Gruppe „Des Geyers schwarzer Haufen“ im Jahr 1999. Seither gibt es neben des „Geyers schwarzer Haufen“, auch die Gruppe „Geyers“, mit drei Gründungsmitgliedern der ersten Formation. An manchen Stücken aus der Zeit, als die Musiker der beiden Gruppen noch einen gemeinsamen Weg gingen, hält Geyers fest. An dem wunderschönen „Tourdion“ zum Beispiel, mit dem sie den Abend eröffneten. Ein altfranzösischer Tanz, der nach Deutschland wanderte und von dort aus, über den Kanal nach England. Der ehemalige Deep – Purple Gitarrist Richie Blackmore hat ihn aufgegriffen, um einen Refrain erweitert und einen Hit damit gelandet. Mit Richie Blackmore verbindet die Gruppe eine jahrzehntelange Musikerfreundschaft. Krummhorn, Drehleier und Nyckelharpa – schon rein optisch ist der Auftritt der Gruppe ein Genuss. Dazu alte Dudelsäcke: der Dudey, und das Hümmelchen, gespielt von Albert Dannenmann. Georg Hesse an seiner irischen Bouzouki vermittelt den Eindruck, als mache er gleichzeitig Tai-Chi. Thomas Roth spielt die Nyckelharpa, entlässt Klänge aus dem Instrument, die an wütende Hornissenschwärme erinnern und dann wieder an vivaldische Geigentöne, die auf der Stelle tanzen. Der Mann kommt, wie er sagt, aus der Klassik, ist Opernsänger, Bachliebhaber, hat eher zufällig Renaissance und Mittelalter für sich entdeckt. Vor allem einem hat sich die Gruppe, hörbar und spürbar, verpflichtet: der Qualität. Ein sinnenfrohes Mittelalter jenseits von Bauernkrieg, Folterkammer und Hexenverbrennungen stellen die vier Musiker vor. Die musikalischen Vorlagen aus Deutschland, Frankreich und Wales werden immer wieder und mit einer starken Lust am Improvisieren ins musikalische Diesseits transportiert. Das wilde Trommelsolo des Jost Pogrzeba erinnert mehr an Afrika als an das europäische Mittelalter, das gelegentlich auch verrockt und verjazzt daherkommt. Wild und archaisch oder diszipliniert und artig zeigt die Musik von Geyers die gemeinsamen Wurzeln aller Kulturren und zeugt vor allem davon, dass sich Menschen immer und unter allen Umständen in Musik ausgedrückt und befreit haben. Ulrike Maushake |
|
www.jarwinbenadar.de Geyers „Lästerzungen“ Wer denkt nun kommt eine weitere Scheibe mit mittelalterlichen Klängen auf den Markt, ist bestimmt angenehm überrascht, über die aktuelle Scheibe der Geyers! Die Originalität der Geyers lässt sich leicht an den einzelnen Stücken erkennen. Vertonungen von eigenen Texten stehen neben denen von, Francois Villon, Osswald von Wolkenstein oder aber von Erasmus Widmann. HistoRock nennen diese Musikanten ihre ganz persönliche Variante recht antiker Klänge verbunden mit Rock. Ein lustvolles Spiel mit mittelalterlicher Musik auf historischen Instrumenten erwartet den Käufer dieser CD. Nun, es sind nicht nur authentische Instrumente, die auf „Lästerzungen“ zum Einsatz kommen. Die Herrschaften greifen zudem zu modernen Trommelstöcken, Gitarren und einem Bass. Hier ein paar der „alten Instrumente“ Drehleiher, Dudelsäcke, Nickelharpa, Rauschpfeifen, Krummhörner, Gitarrenlaute und Irische Bouzouki, Tastenfidel, Violine. Interessant ist auch für Metal und Hard Rock Fans: Das die Band in enger Verbindung zu einem gewissen Herrn Blackmore und seiner Gefährtin Miss Night steht. „The Geyers are one of my greatest inspirations. They are original and exciting.” So wird der ehemalige Deep Purpler im Booklet zitiert. Auf jeden Fall hat Ritchie bei „Gods Gospel“ die Rhythmusgitarre und ein Solo übernommen. Und Candice Night durfte den Text zu „Drunken Minstrel“ bearbeiten. Es gibt knapp siebzig Minuten feinste und nicht alltägliche Unterhaltung, auf dreizehn Stücken, die mal mit deutschen Texten, mal in Englisch und auch das eine oder andere Mal instrumental erklingen. Auf jeden Fall ist "Lästerzungen" eine interessante Mischung aus Rock, Folk, Blues, Mittelalter- bzw. Renaissanceklängen und etwas ganz eigenem. Da die CD zudem sehr gut produziert ist, kann ich allen Interessierten nur wärmstens empfehlen, mal die Fühler nach den "Lästerzungen" auszustrecken. Ich werde versuchen, in nicht all zu weiter Zukunft die Band mal live zu erleben und wenn möglich ein paar, ich glaube interessante Fotos zu machen… 1. Lästerzungen 7. Gavotten 2. God's Gospel 8. Treulose Freundin 3. Karmeliter 9. 4 Branlen 4. Allan Yn Y Fan 10. Drunken Minstrel 5. Herori Matori 11. All Voll 6. Volle Schüsseln 12. Ronde 9 13. Wohlauf (wir wollen schlafen Merlin |
|
|
Dezember 2004 Mittelalter Spectaculum.de DAS MAGAZIN Marcel Schwarzenberger | Mittwoch, 22. Dezember 2004 20:17 Uhr www.mittelalter-spektakulum.de Zechlieder, Krummhörner und moderne Riffs »Geyers« rocken das Mittelalter »Historock« nennen die vier »Geyers«-Musiker ihre Mischung aus mittelalterlich anmutenden Melodien und modernem Sound. Ein Sound, der stets von kräftigen Gitarrenriffs durchgeschüttelt wird. Thomas Roth, Albert Dannemann, Georg Hesse und Jost Pogrzeba wildern nach Lust und Laune im Revier der Spielleute aus der Zeit des 14. bis 16. Jahrhunderts. Aktuell liegt das Album »Lästerzungen« aus dem eigenen Label vor. Ungewohnte Melodien Der erprobte Hörer aus dem U-Bereich der Mittelaltermusik ist ja einiges gewohnt. Doch unerfahrene »Geyers«-Ersthörer dürfen sich auf einiges gefasst machen: Hier treffen Sackpfeifen und Krummhörner auf Bässe, wie sie auch einem Trucker-Publikum gefallen könnten. Nehmen wir Stück Nummer drei (Karmeliter): Satt, melodisch und sich geradewegs ins Ohr bohrend kommt das Lied daher. Hier will man zuhören, mitwippen und sich entspannt bei Bier oder Met zurücklehnen. Schade nur, dass der (an sich sehr schöne) frivole Text nicht so ganz zu der bedächtigen Melodie passen will. Eigenwilliger Stilmix Es ist eben Gewohnheitssache: Der schwungsvoll-brave Rock und die erstklassig gespielten Folkversätze rufen bestimmte Hörgewohnheiten hervor. Doch wer sich einmal auf den traditionellen Folk eingelassen hat, wird zuweilen mit E-Gitarren-Solos wieder herausgerissen. Dazu kommen die historischen Instrumente, die wiederum ihr ganz eigenes Klangbild haben. Es ist ein eigenwilliger Stil, den »Geyers« pflegen. Doch immerhin: Riesig sind die Klüfte nie. Die Band schafft es immer wieder, den Hörer zurück in harmonische Gefilde zu lotsen. Allerdings sollte die Gruppe ruhig hin und wieder den Mut aufbringen, komplett mit Gewohnheiten zu brechen. Das Zeug zum wirklich harten Rock hat sie. Die Qualität der Texte leidet auch darunter nicht. Sehr schön: Egal, ob Oswald von Wolkenstein oder der »Vorzeige«-Vagant Francois Villon aus der französischen Renaissance — (fast) immer bieten »Geyers« die Texte in hochdeutscher Sprache dar. Was sich vor allem bei den letzten Stücken des Albums — zünftige Trinklieder — gut fürs Mitsingen macht. Fazit: Der Stilmix ist eigenwillig, gewöhnungsbedürftig und gerade deshalb mal eine originelle Art, sich den überlieferten Stücken zu nähern. Ein bisschen verspielter und weniger gebügelt dürfen die Studioarrangements gern sein. Live sind die Jungs mit Sicherheit eine Wucht. Nicht umsonst gehen sie seit Jahren mit Ritchie Blackmores Projekt »Blackmores Night« auf Livetournee. Geyers: »Lästerzungen«; Geyers Records; 15 EUR |
|
|
www.schwarzeseiten.de Geyers - Lästerzungen Geyers Records Die vorliegende CD ist die siebte CD der Geyers. Bekannt wurde dieser mittelalterlich angehauchte Formation nicht durch zahlreiche Auftritte auf diversen Mittelaltermärkten, sondern vor allem als Vorband und Inspiration von Ritchie Blackmore's (Ex-Deep Purple, Rainbow) Band Blackmore's Night.Bis heute gibt es eigentlich kein Konzert von Blackmore's Night, bei dem die Geyers nicht vertreten sind. Auf diesen Hintergrund einzugehen verzichte ich vorerst an dieser Stelle, da es den Rahmen einer CD Rezension sprengen würde und am Thema der Rezension der vorliegenden CD vorbeigehen würde.Bereits das Cover ist in auffällig hellen und freundlichen Farben gestaltet und zeigt die Grafik eines finster hereinschauenden Schelmes. Auf der Rückseite sind neben Titelangaben sämtliche Bandmitglieder in Fotografie vertreten. Die Kleidung der Geyers auf diesen Abbildungen lassen sofort vermuten, worum es hier geht: Mittelalterliche Musik.Der schwarz gewandte Musikfreund mag sich jetzt Musik in Richtung Schelmish, Codex Lascivus oder auch Subway to Sally vorstellen. Es kommt jedoch ganz anders: Wir haben es hier mit dreizehn Musikstücken, die teilweise aus der eigenen Feder der Geyers und teilweise Bearbeitungen Melodien vergangener Tage sind. Wir hören hervorragende instrumentale Stücke, wie der Eigenkomposition "Allan Yn Fan" oder auch "Gavotten" (Auf der Basis von Michael Praetorius aus dem Jahre 1612).Wir bekommen hier einen vollkommen eigenständigen Stil zu hören, der seinesgleichen noch nicht vertreten ist. Gleich beim ersten Song, dem Titelsong "Lästerzungen", wird sofort klargestellt, was den Stil der Geyers ausmacht. Wir hören dominantes Dudelsackspiel von Albert Dannenmann und rauchig düsteren deutschsprachigen Gesang vom Frontmann Thomas Roth, umgarnt von straighter Instrumentalbegleitung vom Rest der Band. Der Sound aus den Boxen lädt sofort zum mitwippen an und macht einfach Spaß. Was hier geboten wird ist eine Gekonnte Kombination von Pop, Rock und mittelalterlichen Elementen.Wie bereits bei bereits erschienenen CDs der Geyers bekommen wir sowohl Eigenkombinationen, als auch Bearbeitungen und Neufassungen von Musikstücken aus längst vergangener Zeit zu tun. Ein Stück aus dieser Kategorie ist z.b. "All Voll" (mittelalterlicher Trinkspruch, der soviel aussagt, wie niemals leer, also immer weiter trinken), dessen Text aus dem Glogauer Liederbuch von 1480 stammt. Hier zeigt sich vor allem die gesangliche Qualität der Band, die die musikalische Bearbeitung dieses alten Werkes mit tiefen choralen Stimmen begleitet."Lästerzungen" ist ein gelungenes Werk, das seinesgleichen sucht und daher kaum mit anderem Material zu vergleichen ist. Hier ist es gelungen, eine Zusammenstellung von fröhlicher, sentimentaler Musik zu schaffen, die einfach Spaß macht und unterhaltsam ist. Der Klang ist puristisch und handgemacht, es wird deutlich, dass die Geyers ihre Instrumente und ihr Handwerk verstehen und fernab von Klischees Musik schaffen, wie sie ihnen selber gefällt.Thomas Roth hat mir diesen Anspruch bereits einmal in einem Interview dargestellt: "Es ist einfach wichtig, sich nicht zu verbiegen, lieber keinen Plattenvertrag und mit vollem Herzen dabei, als einen zu haben und sich zu verbiegen. Ich meine wir haben es gehabt, als wir noch im volkstümlichen Bereich agierten, das hat nicht gepasst, wenn man die Musik machen kann, hinter der man steht und die Musik macht, die man liebt, und dafür auch noch Geld bekommt, dann hat man einiges erreicht."Und dieser Einstellung wird das aktuelle Werk der Geyers vollkommen gerecht.Ein besonders Highlight der CD möchte ich aufgrund seines traurigen Hintergrundes erst zum Schluss zitieren: Der zweite Song "God's Gospel", einer alten Bearbeitung, dessen Melodie bei Blackmores Night bereits mit der Single "Fires at Midnight" bekannt wurde. Das Highlight dieses Songs ist in erster Linie, dass Ritchie Blackmore persönlich, der die Geyers heute noch als seine größte Inspiration sieht, ein Solo eingespielt hat.Eine wundervolle tiefgreifende melodiöse und tiefgreifende Bearbeitung, die jedoch auch einen sehr traurigen Hintergrund hat. Der Song wurde dem im März diesen Jahres verstorbenen Vorsitzenden des German Ritchie Blackmore Clubs Rainer Duda gewidmet. Rainer Duda war ein Freund der Geyers und vieler Fans, er durch den Aufbau des Fanclubs nicht nur Aufbauarbeit für den Bekanntheitsgrad der Geyers geschaffen hat, sondern auch den Aufbau einer einzigartigen Fangemeinde rund um die Geyers und Blackmores Night ermöglicht hat. 10 von 10 Punkten |
|
AMBOSS-MAG.de - DAS MAGAZIN FÜR DUNKLE MUSIKSEELEN 06.12.2004 www.amboss-mag.de GEYERS "Lästerzungen" (MA/Renaissance Hardrock) (Geyers records) Seit Mitte der 80er existiert diese Band (früher "des Geyers schwarzer Haufen") aus dem Süden der Republik und begleitet seit 1998 "Blackmore's night" (Ritchie Blackmore steuerte die Gitarren beim Titel "God's Gospel bei) bei ihren Deutschland Konzerten. Ein buntes Sammelsurium aus Musik der vergangenen acht Jahrhunderte wird mal druckvoll rockig, mal balladesk den Gehörgängen zugeführt. Die Band versteht es dabei dem traditionellen Liedgut eine moderne Facette aufzusetzen, gleichwohl den Originalklängen aus alten Zeiten zu huldigen. Das man nebenbei die 70er intensiv mit seinen Lauschern verfolgte, davon zeugen die 13 Stücke dieser CD. Vor allem die Saitenarbeit, egal ob akustisch oder elektrisch erinnert ein wenig an Deep Purple. Sehr verspielt und mit einer großen Detailverliebtheit erzeugt man mit altem Instrumentarium eine Atmosphäre, bei der einem sofort Burgen auf einem Hügel mit viel Grün in den Sinn kommen. Das Ganze ist zudem mit Melodien genährt, die mal betörend, mal elegant erklingen. Textlich reicht die Palette von verwegen über Realität bis hin zu humorvollen, leichten Sarkasmus. Zwischendurch gibt es immer wieder Passagen, welche ein wenig an frühe Singer/Songwriter erinnern (So hat "Volle Schüsseln" (auch vom Gesang her) etwas von Klaus Hoffmann). Mit barockem Liebreiz erzeugt man im Instrumental "Gevotten" (Musik: Michael Pretoris) eine verträumte Elegie, welche mit einer apokalyptischen Saitenattacke vervollständigt wird. Eine zeitlose Mär wird in "treulose Freundin" sehr poetisch erzählt. Der verbitterte Narr auf dem Cover wird schlussendlich mit einem verschmitzten Lächeln seinen Tanz aufführen. andreas |
|
EARSHOT A division of KV Kaltenbach www.earshot.at 11/04 GEYERS - Lästerzungen Label: Geyers Records Ein großes und lustvolles Werk, das mittelalterliche Zeiten hochleben lässt und das Publikum einige Jahrhunderte zurückwirft. Dabei ist es eine schwierige Aufgabe, archaische Musik zu schaffen und dabei nicht überholt zu klingen. Mit „Lästerzungen“ ist der süddeutschen Combo der Versuch geglückt, Modernes mit Historischem zu paaren und dabei die Innovation nicht musikalischen Dogmen zu unterstellen, sondern Brauchbares aus vergangenen Zeiten herauszupicken und dieses mit feinen Nuancen der Neuzeit zu verschmelzen. So klingt etwa der Sound ganz und gar nicht nach veralteten Aufnahmetechniken und gibt der ohnehin, ob der gewagten Auswahl an Instrumenten, schon satten Qualität noch mehr Druck. Anbei also ein Auszug aus verwendeten Hilfsmitteln: Neben den Standard-Klangerzeugern wie Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug kann man hier auch noch einer Drehleier, Dudelsack, Tastenfidel, Violine, Gitarrenlaute, irischem Bouzouki, Flöten aus Renaissance und Barock, Rauschpfeifen sowie Krumm- und Gemshörnern ein Ohr leihen. Dazu wurde auch noch Hilfe von Ritchie Blackmore, treuer und langjähriger Fan der Geyers und ehemals Großmeister bei DEEP PURPLE, bewerkstelligt, der die Gitarre ergreift und so seiner Begeisterung kundtut - wohl um diese bei so Manchem auszulösen. Die Texte wurden großteils mittelalterlichen Schriften entnommen und verstärken, gekoppelt mit den musikalischen Stimmungsträgern und dem gelegentlichen Mönchsgesang, das eigentlich schon ewig vergangene Ambiente. Da es die GEYERS schon seit etwa 15 Jahren gibt, sie auf mittelalterlichen Festen spielend durch Europa gezogen sind und hier das nun schon siebente Album vorliegt, kann man ein hohes Maß an Beherrschung und Professionalität voraussetzen. Schön auch, wenn positive Erwartungen derartig erfüllt werden! Natürlich werden die Geyers nicht jedermann mit ihren gewagten Experimenten ansprechen, doch Musikliebhaber mit einem Faible fürs Mittelalterliche können jetzt wohl einen neuen Schatz in ihre Sammlung aufnehmen. Interessant auch die Frage, wie die Live Umsetzung einer so abenteuerlichen Zeitreise aussieht. Wer Lust hat, wieder einmal den Ritter heraushängen zu lassen, dem sie dies herauszufinden empfohlen! www.geyers.info 6 von 7 Punkten |
|
BREAK OUT DAS HEAVY ROCK MUSIK MAGAZIN November/Dezember 19. Jahrgang GEYERS Lästerzungen Als Rezensent kommt man ja oftmals in die Verlegenheit Musik kategorisieren zu müssen. Bei den GEYERS ist das ein schwieriges Unterfangen. „Historock“ hat sich das Quintett aus dem süddeutschen Raum auf die Klangfahnen geschrieben. Bestehend aus den ehemaligen „Des Geyers schwarzer Haufen“ –Musikern Albert Dannenmann, Jost Pogrzeba und Thomas Roth, verstärkt durch Georg Hesse und Maik Walter an den Saiteninstrumenten, musizieren die Barden sich durch längst vergessene, musikalische Epochen. Egal ob rockig oder balladesk, mit englischen oder deutschen Lyriks – die Geyers wandeln mit traumhafter Sicherheit durch ihr abwechslungsreiches Repertoire, welches Trink- genauso wie Liebeslieder umfasst und auch vor diversen verbalen Seitenhieben gegen kirchliche und weltliche Mächte nicht halt macht. Gesanglich setzt man voll und ganz auf die Reibeisenstimme von Frontgeyer Thomas Roth, der ab und an von fetten Backgroundchören unterstützt wird. Meine persönlichen Favoriten sind der recht moderne Groover „Karmeliter“, das extrem tanzbare „Allan Yn Y Fan“, das ruhige „Volle Schüsseln und das, dem verstorbenen Rainer Duda gewidmete „God´s Gospel“ welches zudem durch ein Solo von Blackmore´s Night Macher Ritchie Blackmore veredelt wird. Selbiger hat sich bereits des öfteren als Geyers Fan geoutet. Da Sound und Verpackung von „Lästerzungen“absolut professionell sind, sind die von der Band geforderten 15 Euro + Porto völlig okay. Zu beziehen unter www.geyers.info oder bei Susanne Güth, Walroderstr. 27, 37290 Meissner, Tel 05657 7731, E-Mail
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Sven Lohnert |
|
GOTHIC PARADISE THE LOST PLACE 11/2004 www.gothicparadise.de Lästerzungen von GEYERS Die GEYERS, die seit über einem Jahrzent die Mittelalter- und Folkrockszene aufmischen, melden sich mit "Lästerzungen" zurück. So heißt zumidenst das neuste Album der HistoRock-Gruppe, die sich früher GEYERS SCHWARZE HAUFEN nannten. Im Gegensatz zu dem bewehrten Rezepten moderneren Bands, wie IN EXTREMO oder SUBWAY TO SALLY, bedienen sich GEYERS anstatt krachenden Metal- und Crossoverelementen den Eigenschaften von Bands wie DEEP PURPLE und BLACK SABBATH. Rock 'n' Roll mit quietschenden Gitarrensoli - einige davon beigesteuert von einem der Rock 'n' Väter: Ritchie Blackmore (DEEP PURPLE, RAINBOW)! Doch das ganze würde sich natürlich nicht HistoRock nennen, wenn nicht noch eine Unzahl, kaum auflistbarer Instrumente das Set bereichern würden. Mit dabei sind neben mitteralterlichen Instrumenten auch Irische Traditionsklangkörper. Für ein melodisches Feuerwerk dürfte damit gesorgt sein und so ist es auch. Neben dem sehr agilen Opener und "Titeltrack "Lästerzungen" stehen Songs wie "God's Gospel" mit einem wirklich imposanten Gitarrenspiel. "Karmeliter" besitzt einen sehr fülligen Charakter durch den mehrstimmigen Gesang. Für ordentlich Feierlaune sorgen die irisch angehauchten Songs wie "Drunken Ministrel" - na dann prost. Dem Gesang fehlt es ab und zu noch etwas an Überzeugunskraft, an Druck und Leidenschaft, die den Hörer mitzureißen mag und in die Welt der GEYERS eintauchen lässt. So erklingen die unterschiedlichsten Instrumente in beinaher Perfektion, die es ab und an etwas schwerfällig machen, sich in der Musik wieder zu erkennen. Dennoch verblüfen die GEYERS ab und an, besonders auch durch die Balladenumsetzung von "Vor Vollen Schüsseln"! Insgesamt ein gutes Album des Folk- und Mittelaltergenres, welches sich nur schwer in eines dieser beiden Gefilde einordnen lässt. Eine etwas andere Perspektive auf die Musik vergangener Zeit. Neben einigen Glanzpunkten bestechen GEYERS mit souveränen HistoRock, den besonders neugierigen Freunden von Bands wie DEEP PURPLE gefallen könnte, die auf der Suche nach etwas unkoventionellerer Musik sind. Anspieltipps: Lästerzungen, God's Gospel, Treulose Freundin |
|
BLACKLIGHT Magazin 03.11.2004 www.blacklight-magazin.de Geyers Records- Seit neustem sind ja Sparmaßnahmen ganz groß im Trend. Und auch am Namen von Des Geyers schwarzer Haufen wurde etwas gespart. Seit ihrem letzten Album heißen sie nur noch Geyers. Jedoch ist damit noch lange nicht gesagt, dass auch an anderen Stellen gespart wurde. Wo man am Namen gespart hat, baut man an Musikern auf, und so sind nun zwei neue Gesichter in den ansonsten recht eingesessenen Reihen der Geyers vertreten. Denn schon seit 1986 hantiert die Formation mit rockigen Sounds und mittelalterlichen Instumenten. Dies macht sich vor allem bei den instrumentalen Stücken sehr gut bemerkbar, hat man doch viel mehr Substanz, was letztlich auch durch das große Aufgebot an authentischen Musikinstrumenten begründet wird.Der dem Album gleichbenannte Opener "Lästerzungen" stellt die Seite der Gruppe dar, die mir selbst nicht all zu sehr liegt; denn hier wird ein recht einfältiger Text in eine Melodie gebettet, die nicht selten an deutschen Schlager erinnert. Da überwiegend deutsche Texte verarbeitet werden, liegt dies wahrscheinlich nahe. Dennoch beweisen die Herren auf den folgenden Stücken, dass sie auch anders können, und so hat man nach dem nächsten Instrumental schon wieder alles vergessen. Und auch die Beteiligung unseres alten Bekannten Ritche Blackmore an dem zweiten Stück der CD "God's Gospel", ist eine Wiedergutmachung des Schocks den mir das erste Lied verpasste. Die Melodie dürfte bekannt sein, denn Blackmore's Night hatten sie schon als "Fires At Midnight" aufgenommen, und auch als "Maria Virgin" haben sich In Extremo dieses Stückes angenommen. Mir kam zuerst der Gedanke, dass es sich doch sehr nach "Fires At Midnight" anhörte, doch nur durch genaues Hinhören erkennt man die Parallele zu "Maria Virgin". Denn der Unterschied zwischen Mittelalterrock und Mittalterrock wird hier besonders deutlich. Wo bei In Extremo und Subway To Sally die brachialen Gitarren und harten Rhythmen hervorbrechen, sind bei den Geyers und Blackmore's Night die Gitarren zwar elektrisch und verzerrt, doch eher verspielt und auch die Drums erinnern an die Hard Rock-Zeiten der späten 70er. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, da der schwarze Haufen ja auch aus diesem Umfeld stammt.Texte und Musik werden recht angenehm in Szene gesetzt, und vermitteln eine Stimmung die eher etwas für einen geselligen Abend mit Freunden und Alkoholkonsum ist, als für eine nachdenkliche Stunde daheim, oder die Stimmung des Clubs. Es ist eher wie der Besuch eines Mittelaltermarkts, als wie das Ohrenrauschen nach drei Acts des (schlecht abgemischten) Mera Luna Festivals. Alfred Raddatz |
|
Powermetal.de THE POWER OF METAL, ROCK AND GOTHIC 30.10.2004 www.powermetal.de GEYERS beschreiben ihre Musik selbst mit "Ein lustvolles Spiel mit mittelalterlicher Musik auf historischen Instrumenten". Seit dem Jahr 2000 firmiert man unter dem aktuellen Namen, vorher lief die Band ca. 15 Jahre lang unter dem Banner DES GEYERS SCHWARZER HAUFEN. Nun, als bekennender Fan von BLACKMORE'S NIGHT, zu denen es auch bei GEYERS Verbindungen gibt, war ich natürlich gespannt, was "Lästerzungen" denn so beinhaltet. Die Geigenklänge, die abwechslungsreichen Songs und natürlich auch die (allerdings nur sporadische) Rockgitarre, die Flötentöne, Texte wie bei 'Treulose Freundin' oder die überraschenden Arrangements machen Geyers zu einer wahren Ausnahmeerscheinung. Richtig gerockt - und zwar in bester Siebzigerjahre-Manier - wird dann bei 'Gavotten'. Sänger und u. a. Rauschpfeifenspieler (!) Albert Dannemann sieht aus wie ein mittelalterlicher Schmied und hat eine sehr ausdrucksvolle Stimme. Ritchie Blackmore (ex-DEEP PURPLE, ex-RAINBOW, ja, der!) gibt auf 'God's Gospel' auch seine Visitenkarte ab und nennt die GEYERS als Hauptinspiration für sein nun schon eine Handvoll Alben umfassendes BLACKMORE'S NIGHT-Werk. Seit 1998 spielen die GEYERS gar im Vorprogramm des Meisters. Mit 'Drunken Minstrel' gibt es ein wohlbekanntes Traditional, und bei 'Wohlauf (Wir wollen schlafen)' muss man zwangsläufig mitschunkeln. Es gibt knapp siebzig Minuten feinste und nicht alltägliche Unterhaltung, sogenannten HistoRock, auf dreizehn Stücken, die mal mit deutschen Texten, mal in Englisch und auch das eine oder andere Mal instrumental erklingen. Auf jeden Fall ist "Lästerzungen" eine interessante Mischung aus Rock, Folk, Blues, Mittelalter- bzw. Renaissanceklängen und etwas ganz eigenem. Da die CD zudem sehr gut produziert ist, kann ich allen Interessierten nur wärmstens empfehlen, mal die Fühler nach den "Lästerzungen" auszustrecken. Und ich werde sehen, dass ich in nicht allzu ferner Zukunft die Herren livehaftig zu sehen bekomme, denn die musikalische Mischung stimmt und macht absolut Lust auf mehr, und wenn es dann auch noch einen Met im Ausschank gibt ... Dass die Band sowohl mit einem akustischen Programm als auch mit dem auf "Lästerzungen" vertretenen HistoRock unterwegs ist, sei auch noch erwähnt. GEYERS! Daumen hoch! Unter http://www.geyers.info gibt es u. a. aktuelle Infos, den gesamten Backkatalog und den Beweis, dass mein Vergleich des Sängers mit einem Schmied weiter oben nicht böse gemeint war ... Anspieltipps: Lästerzungen, God's Gospel, Herori Matori, Volle Schüsseln, Gavotten, Treulose Freundin, Ronde 9 Martin Stark |
|
musik an sich 10/2004 www.musikansich.de GEYERS Lästerzungen Mittelalterkombos gibt es mittlerweile beinahe wie Sand am Meer. Mit ihren Lästerzungen verschaffen sich die Geyers wieder einmal Gehör, und da es immer schwerer wird, den Schund mittelklassiger Gruppen zu übertönen erfolgt es diesmal stromverstärkt. Und wie! Damit es zu keinem Missverständnis kommt: Nix Metal, gut groovender (Hard)Rock. Die etwas härtere Variante von Blackmore's Night, und wie ich die Sache sehe auch die bessere, da keine Ausfälle zu verbuchen sind. Der Bass kommt dermaßen satt aus den Boxen; der gesamte Sound ist gut zusammengebraut. Die meisten Texte sind geborgt, nur bei "God's Gospel" und "Drunken Mistrel" wurde selbst Hand angelegt. Ob der für seine spitze Zunge berüchtigte Thomas Roth nach dem Einspielen von "Lästerzungen" wegen der geschilderten Konsequenzen noch ruhig schlafen kann ist mir zwar nicht bekannt, ich drücke ihm aber die Daumen. Ich habe das Lästern mittlerweile völlig aufgegeben. Zu "God's Gospel" hat man sich einen alten Bekannten an Bord geholt: Ritchie Blackmore, der das Stück vor 3 Jahren unter dem Titel "Fires At Midnight" aufgenommen hat. Klerikal wird es mit "Karmeliter". Mächtiges Schlagwerk bildet die Basis, Mönchsgesang stimmt auf die Thematik ein - schlüpfrig, schlüpfrig. Wem "Allan Yn Y Fan" irisch vorkommt, der liegt ganz richtig. Es trägt den Namen einer befreundeten walisischen (Irish-Scottish-Welsh) Folkband und zeigt, dass die Geyers sich problemlos ein zweites musikalisches Standbein aufbauen könnten und Gruppen wie Fiddler's Green oder Dhalia neue Konkurrenz hätten. "Volle Schüsseln" wird nicht bloß vorgetragen sondern durchlebt. Hinter "Gavotten" verbirgt sich ein reines Instrumental, das in der Hälfte durch ein heftiges E-Gitarrensolo abgelöst wird und ab dann nah an der Grenze zum Metal entlangschrammt. Mit "Drunken Minstrel" huldigt man dem seit Schulzeiten wohlbekannten "What shall we do with a drunken sailor". "All Voll" bietet mehrstimmigen Gesang; der Rausschmeißer "Wohlauf (wir wollen schlafen)" kommt mir so viel Schwung her, dass es eher ein Wechsong ist. Mit Lästerzungen haben die Geyers wieder einmal gezeigt, wo der Dudelsack hängt. Die Symbiose zwischen alt und neu ist ihnen gut gelungen, nichts wirkt aufgesetzt oder konstruiert. Sascha Christ |
|
adl.at online Magazin 10/2005 www.adl.at GEYERS Lästerzungen (HistoRock) Bewertung: VÖ-Datum: 15.09.2004 Label: Geyers Records Info: GEYERS - Homepage Dem einen oder anderen dürfte der Name DES GEYERS SCHWARZER HAUFEN noch geläufig sein. Die HistoRock Band aus süddeutschen Landen begleitete beispielsweise BLACKMORE´s NIGHT immer wieder auf deren Touren. Aus rechtlichen Gründen wurde der Name vor vier Jahren auf GEYERS gekürzt - unter diesem Namen veröffentlicht die Band nun ihre siebte CD "Lästerzungen".Wie man weiß, bin ich zwar generell eher den rockig/metallischeren Tönen zugetan, schiele aber immer wieder sehr gerne zu Mittelalter-angehauchten Bands. Genau hier schließt sich mein persönlicher Kreis zu den GEYERS, denn durch besagte BLACKMORE´s NIGHT kam ich vor einigen Jahren erstmals bewußt in Kontakt mit diesem Genre. Und immerhin ist es niemand geringerer als der gute Ritchie Blackmore selbst, der angibt, seinerzeit von DES GEYERS SCHWARZER HAUFEN zur Erzeugung mittelalterlicher Klänge inspiriert wurden zu sein. Gibt es eine bessere Reputation? Wohl kaum, denn wer kann schon von sich behaupten, Ritchie Blackmore, das große Vorbild tausender Musiker, selbst inspiriert zu haben?Nun wollen wir doch mal sehen, ob das neue Album hält, was meine Vorfreude darauf verspricht. Das Album beginnt mit dem Titeltrack "Lästerzungen", einem sehr rockigen, gitarrenbetonten Stück mit Ohrwurmgarantie. Auf dem zweiten Track "God´s Gospel" bekommen die GEYERS prominente Schützenhilfe von Mr. Blackmore am Stromruder. Selbiger hat diese Nummer unter dem Titel "Fires At Midnight" auf dem gleichnamigen Album bereits veröffentlicht, wobei die GEYERS-Version im direkten Vergleich etwas rockiger rüberkommt. Auf dem melancholischen "Karmeliter" bedient man sich dezenter elektronischer Klangelemente, was den Spielleuten ebenfalls sehr gut zu Gesicht steht. Der Text von "Volle Schüsseln" dürfte dem einen oder anderen hier schon mal beim (fast) gleichnamigen Stück von IN EXTREMO bekannt vorkommen. Wobei diese Version (der Text stammt im Original von François Villon) deutlich an Tiefe gewinnt. An Tiefe gewinnt auch "Drunken Minstrel", welches man vielleicht noch unter dem Namen "What Shall We Do With The Drunken Sailor" aus der Schule kennt. Diese Nummer dürfte vor allem live ein stimmungsvoller GEYERS-Klassiker werden.Auf GEYERS´ "Lästerzungen" gibt es im Großen und Ganzen nicht den geringsten Anlaß zum Lästern. Bleibt nur zu hoffen, daß der Weg der fünf Spielleute künftig auch mal wieder nach Österreich führt - und wenn sie dann ihren Kumpel, den Ritchie Blackmore, auch gleich mitbringen würden, wäre ich sicher nicht böse... :-) - adl |
|
BRIGHT EYES GERMANY METAL INLINE MAGAZIN 10/2004 www.bright-eyes.de Review: GEYERS - Lästerzungen (CD) Mittelalterbands gibt’s ja wie Sand am Meer. Viele dieser Bands klingen in vielen Punkt ähnlich bis gleich. Bei GEYERS hatte ich also auch ähnliches wie Subway To Sally oder In Extremo erwartet. Ich muss euch aber nach dem Durchhören sagen, dass GEYERS mit dieser Art Mittelaltermusik nicht allzu viel gemeinsam haben, sondern eher mit Bluesrock, der durch mittelalterliche Instrumente unterstützt wird. In der Bandinfo proklamiert die Band für sich, dass Ritchie Blackmore durch GEYERS zu seinem Projekt Blackmore´s Night animiert wurde. Mit zwei Songs auf den Alben „Under A Violet Moon“ mit „March The Heroes Home“ und „Because Of You“ vom Album „Fires At Midnight“ hat der Altmeister zwei Songs an GEYERS gewidmet. Auch auf dem hier vorliegenden Album „Lästerzungen“ ist Ritchie vertreten. Der Song „God´s Gospel“ spielt er sowohl die Rhythmus- als auch die Leadgitarre, was man auch deutlich raushört. Mit ihren Songs, die musikalische Stilmittel aus mehr als acht Jahrhunderten beinhalten, sind GEYERS seit mehr als 15 Jahre in Europa auf diversen Mittelalterfesten und Festivals in ganz Europa unterwegs, so dass man schon mehr Live-Erfahrung aufweisen kann, als diverse Chartbands. „Lästerzungen“ bietet einen repräsentativen Querschnitt durch die Bandgeschichte und zeigt dem Hörer, wie variabel eine durch das Genre eigentlich eingeschränkte Band aufspielen kann. Was mir besonders gut gefällt ist die Tatsache, dass die mittelalterlichen Instrumente nicht zu dominant in die Songs eingebaut werden, sondern immer nur Akzente setzen, so dass die Scheibe auch mehrmals durch den Player wandern kann, ohne zu nerven. Wer mal eine etwas andere, aber sehr gut gemachte Musik ausprobieren möchte, sollte hier zuschlagen und kann sich unter www.geyers.info unverbindlich informieren. 11 von 13 Augen René Otto |
|
BRIGHT EYES GERMANY METAL INLINE MAGAZIN 10/2004 www.bright-eyes.de Review: GEYERS - Lästerzungen (CD) Mittelalterbands gibt’s ja wie Sand am Meer. Viele dieser Bands klingen in vielen Punkt ähnlich bis gleich. Bei GEYERS hatte ich also auch ähnliches wie Subway To Sally oder In Extremo erwartet. Ich muss euch aber nach dem Durchhören sagen, dass GEYERS mit dieser Art Mittelaltermusik nicht allzu viel gemeinsam haben, sondern eher mit Bluesrock, der durch mittelalterliche Instrumente unterstützt wird. In der Bandinfo proklamiert die Band für sich, dass Ritchie Blackmore durch GEYERS zu seinem Projekt Blackmore´s Night animiert wurde. Mit zwei Songs auf den Alben „Under A Violet Moon“ mit „March The Heroes Home“ und „Because Of You“ vom Album „Fires At Midnight“ hat der Altmeister zwei Songs an GEYERS gewidmet. Auch auf dem hier vorliegenden Album „Lästerzungen“ ist Ritchie vertreten. Der Song „God´s Gospel“ spielt er sowohl die Rhythmus- als auch die Leadgitarre, was man auch deutlich raushört. Mit ihren Songs, die musikalische Stilmittel aus mehr als acht Jahrhunderten beinhalten, sind GEYERS seit mehr als 15 Jahre in Europa auf diversen Mittelalterfesten und Festivals in ganz Europa unterwegs, so dass man schon mehr Live-Erfahrung aufweisen kann, als diverse Chartbands. „Lästerzungen“ bietet einen repräsentativen Querschnitt durch die Bandgeschichte und zeigt dem Hörer, wie variabel eine durch das Genre eigentlich eingeschränkte Band aufspielen kann. Was mir besonders gut gefällt ist die Tatsache, dass die mittelalterlichen Instrumente nicht zu dominant in die Songs eingebaut werden, sondern immer nur Akzente setzen, so dass die Scheibe auch mehrmals durch den Player wandern kann, ohne zu nerven. Wer mal eine etwas andere, aber sehr gut gemachte Musik ausprobieren möchte, sollte hier zuschlagen und kann sich unter www.geyers.info unverbindlich informieren. 11 von 13 Augen René Otto |
|
Das Eulenthal Musik und Mittelalter Magazin 10/2004 www.eulenthal.net Geyers - Lästerzungen Schlangengift? Rattenschiss? Ochsengalle? Höre ich da richtig? Ja! Das und noch so einige dieser nicht so geschmackvollen Säfte sind es, in denen man seine geliebten Feinde, diese „Lästerzungen“, schmoren lassen möchte. Der Opener beginnt mit rhythmischen Gitarrenriffs, die zwar etwas hart klingen, aber den gewohnten typischen Geyers-Sound keineswegs untergehen lassen. Ist doch schon mal ein guter Anfang für die neue CD der Geyers. Ich bin gespannt wie es weiter geht… schon dringen bekannte Töne aus den Boxen: „God’s Gospel“, auch bekannt als „Maria Virgin“, bekommt durch den Eingriff moderner Klänge eine neue und erfrischende Struktur, die sich sehr positiv auf dieses traditionelle Stück auswirkt. Bleiben wir doch bei altbekannten und –bewährten Liedern. Das eigentlich lustige Stück „Karmeliter“ wirkt ein wenig ernst und traurig. Es hat den Schein, als hätte dieser Song eine völlig neue Bedeutung gewonnen. Ebenso Villons „Volle Schüsseln“ hinterlassen einen kleinen Hauch von Nachdenklichkeit. Sich darüber Gedanken zu machen, zwischen den Zeilen zu lesen, ist hier angebracht und auf jeden Fall hörenswert. Doch genug Trübsal geblasen und den Kopf zermartert. „Allan Yn Y Fan“ reißt den Hörer zurück in das fröhliche Leben und der schwungvolle Takt des instrumentalen Stückes mausert sich schnell zum Ohrwurm. Eine kleine Verschnaufpause verschafft „Herori Matori“, ein sehr schönes Liedlein, dass besonders der weiblichen Hörerschaft gefallen dürfte. Große prunkvolle Säle, hohe Perücken, schmale Hüften und weite Röcke… das sind Bilder, die sic vor dem inneren Auge abspielen, wenn die Klänge des zweiten instrumentalen Stückes „Gavotten“ ertönen. Doch nach der Hälfte verschmilzt der glanzvolle Tanzsaal mit einer Konzerthalle, in der gerade ein Rock-Konzert statt findet und erhebt sich zu einem farbenfrohen Spiel aus den diversesten Instrumenten der Vergangenheit und Gegenwart. Auch bei „4 Branlen“ und „Ronde 9“ wiederholt sich das Auf und Ab, der Wechsel zwischen langsam verträumt und rhythmisch enthusiastisch. Wie es manchem Mann ergehen kann, der in die falschen Fänge gerät, erzählt „Treulose Freundin“. Die bedrückende Stimmung des armen Gesellen wurde hier hervorragend musikalisch umgesetzt und lässt keinen Zweifel daran, wie schlecht es ihm geht. Ein besonderes Augen-, Entschuldigung, Ohrenmerk gebührt „Drunken Minstrel“. Der Klassiker verdient ein riesengroßes „WOW“. Ich glaube mehr als:„Leute, zieht euch das rein!“ muss ich wohl nicht sagen. Das ist Pub-Music, Gute-Laune-Macher und Trinklied in einem… und sicherlich der zukünftige Renner bei Geyers-Konzerten. „All Voll“ aus dem Glogauer Liederbuch (1480) ist ein passender Anschluss an „Drunken Minstrel“. Um einiges ruhiger und beschaulicher bekommt man Zeit zum Luft holen und kann einfach den Fuß oder Kopf zum Takt wippen. Den Abschluss von diesem Albums bildet ein Lied von Oswald von Wolkenstein (um 1376). Die Geyers holen bei „Wohlauf“ noch einmal alles aus sich raus und zeigen was sie können und was in ihnen steckt. Sobald das erste Lied beginnt weiß man, dass diesmal etwas anders ist als bei den Vorgänger-Alben. Ritchie Blackmore (Blackmore’s Night), ein sehr guter Freund der Geyers, hatte hier seine Finger im Spiel und bringt mit seinen intensiven und unvergleichlichen Gitarren-Einlagen den richtigen Pfiff mit. Fazit: „Lästerzungen“ hat sich die Bezeichnung als HistoRock-CD wahrlich verdient. Die abwechslungsreichen Melodien machen Lust auf mehr. Das Zusammenspiel beider Perioden wurde gleichmäßig verteilt und verliert während der gesamten 69 Minuten nichts an seiner Spannung. Cherub |
|
Metalglory Magazin 24.09.2004 www.metalglory.de Geyers (Deutschland) "Lästerzungen" CD Grundbewertung des Werkes: Überdurchschnitlich HistoRock nennen diese Musikanten ihre ganz persönliche Variante recht antiker Klänge. Ein lustvolles Spiel mit mittelalterlicher Musik auf historischen Instrumenten erwarte den Käufer dieser CD. Nun, es sind nicht nur authentische Instrumente, die auf „Lästerzungen“ zum Einsatz kommen. Die Herrschaften greifen zudem zu modernen Trommelstöcken, Gitarren und einem Bass. Daher wohl auch Rock. Wenn ich das Infoblatt richtig deute, ist die Band ab und an auch mit einer Akustik Setlist unterwegs, bei dem es richtig mittelalterlich zu geht. Für das HistoRock Programm werden dann die moderneren Instrumente ausgepackt. Interessant für Metal und Hard Rock Fans: Die Band steht in enger Verbindung zu einem gewissen Herrn Blackmore und seiner Gefährtin Miss Night. „The Geyers are one of my greatest inspirations. They are original and exciting.” So wird der ehemalige Deep Purpler im Booklet zitiert. Laut Band Vita wurde der Flitzefinger sogar von den Geyers zu seinem aktuellen Projekt Blackmores Night inspiriert. Angesichts der letzten sehr schwachen Scheiben des Paares Blackmore / Night bin ich mir nicht so sicher, ob wir den Süddeutschen dafür danken sollen. Auf jeden Fall hat Ritchie bei „Gods Gospel“ die Rhythmusgitarre und ein Solo übernommen. Und Candice Night durfte den Text zu „Drunken Minstrel“ bearbeiten. Seit 1998 begleiten sie Blackmores Night regelmäßig bei deren Deutschland Tourneen. Geyers fungierten zunächst 15 Jahre lang unter „Des Geyers schwarzer Haufen“ und sind daher so eine Art Urgestein der Mittelalter Rock Szene. Aus rechtlichen Gründen mussten sie im Jahr 2000 ihren Namen ändern. Sie sind also schon seit einiger Zeit dabei und das hört man ihnen auch. Sie beherrschen ihre Instrumente auf jeden Fall. Die Musik aus Mittelalter (viel) und Renaissance (eher weniger) wird dabei sehr frei interpretiert. Schön instrumentierte Läufe und Zwischenspiele deuten auf eine langjährige Praxis hin. Cool: Immer wieder hört man ein wenig Blues Elemente heraus. So muten die Geyers nicht zuletzt wegen ihrer Optik ein wenig wie mittelalterliche Motorrad Rocker an. Rockig wird es jedenfalls oft, so dass die selbstbetitelte Schublade durchaus passt. Verzerrte Gitarren, typische Bassläufe und hier und da ein Gitarrensolo sind dabei tragende Elemente. Da sich die Herren aber gern in Dur Harmonien verlieren und nicht sonderlich scheppern, sollten Metaller diese CD mit Vorsicht genießen. Heavy ist es nicht, was da geboten wird. Soll es sicher auch gar nicht sein. Zudem singen die Geyers lieber über die lustige und pralle Seite des mittelalterlichen Lebens. Düsterheinis mit Interesse an okkulten Dingen oder den Folterknechtgeschichten bleiben also besser genau so zu Hause wie Kriegshandwerksfetischisten. „Lästerzungen“ ist eine gut eingespielte, positive CD für alle, die gern feiern und zu einem Schwein am Spieß auch mal einen Jack Daniels Cola trinken. |
|
Magister Rother Mittelalter in Europa Das Magazin für History und Fantasy 20.09.2004 http://www.magister-rother.de/musik/musik200409.php4 Musiktipps Mittelalterliche, Mittelalter-inspirierte und dunkel-romantische Klänge Musiktipp des Monats Sept 2004 Geyers – Lästerzungen Die Geyers schlagen wieder zu! Diese Nachricht, die vor bald einem halben Jahrtausend den feisten Pfaffen der mit einiger Verspätung endlich auch hierzulande heraufdämmernden Renaissanceepoche augenblicklich Schauer der Angst über den Rücken jagte, versetzt unserer Tage die Fans mittelalterlich inspirierter Rockmusik in einen Zustand freudiger Erwartung. Zumal, wenn "Lästerzungen", die bevorstehende Veröffentlichung der Geyers, mit einem ganz besonderen Bonbon aufwarten kann: Der eingestandene Geyers-Fan Ritchie Blackmore, mit seinem Mittelalter-Ensemble "Blackmore's Night" längst bekannter als durch seine illustre Vergangenheit bei der Hardrock-Legende Deep Purple, hat es sich nicht nehmen lassen, auf dem Titel "God's Gospel" höchstselbst zur Rhythmusgitarre zu greifen. Doch auch das Dutzend Titel auf "Lästerzungen", die ohne den einstigen Genius des Schweinerock auskommen müssen, halten den hohen Erwartungen Stand, welche die Fans des "Historock" an die schwäbischen Musiker um Albert Dannemann zu stellen sich seit Jahrzehnten gewöhnt haben. Ein Schwergewicht in der Auswahl der Texte lag diesmal auf Francois Villon - oder dem, wozu Paul Zech dessen Oeuvre im 20. Jahrhundert verhackstückt hat, doch mit Oswald von Wolkenstein und Alphonso il Sabio greifen die Geyers durchaus noch ein wenig weiter ins Mittelalter zurück. Und musikalisch sind die "Lästerzungen" ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Mag |
|
BKZ 17.09.2004 In diesem Saft schmort das Publikum nur zu gerne Sulzbach - "In diesem Saft soll man die Lästerzungen schmoren" schmettert Frontmann Thomas Roth, bei der Präsentation der nagelneuen Geyers HistorockCD "Lästerzungen" in der Sulzbacher Discothek Belinda, dem Publikum entgegen. Lästern? Ne, lästern kann man über diesen Gig wirklich nicht. Die Geyers zeigen wieder mal, dass sie auf dem Gebiet der mittelalterlichen Musik eine Institution sind und je später der Abend, desto mehr sprühen die Jungs vor Spielfreude. VON MARKUS STRICKER Gut, ein bisschen motzen muss man über die etwas magere Zuschauerresonanz und über den Sound, der bei den ersten paar Songs schlicht und ergreifend Müll ist. Zur Ehrenrettung des Mannes hinter dem Mischpult sei jedoch angemerkt, dass es sicherlich kein einfacher Job ist, bei einer multiinstrumentalen Band wie bei den Geyers für einen ausgewogenen, transparenten Klang zu sorgen. Dudelsack, Gemshorn, Krummhorn, Schlagzeug, Bass, Drehleier, verzerrte Hardrockgitarre, Flöten, Bouzouki, Rauschpfeife und Nyckelharpa unter einen Hut zu bekommen ist schon ein bisschen diffizil. Wesentlich einfacher hat es da die walisische Folkband Allan Yn Y Fan, die als Vorgruppe mit quicklebendigen, traditionellen Jigs and Reels, zum Mitklatschen animiert. Irgendwie herzerfrischend, wenn das Feedback aus dem Publikum den Protagonisten immer wieder ein riesengroßes Lächeln aufs Gesicht zaubert. Die drei versierten Musikerinnen und ihre beiden, nicht minder virtuosen männlichen Kollegen haben so richtig Spaß auf der BelindaKulturbühne, das hört und sieht man. Die Geyers, was soll man über sie noch sagen? Sie sind hochkarätige Musiker. Ihre Show ist eine formidable Reise in die Klangwelten des Mittelalters. Magische Melodiebögen, wunderschöne meditative Sequenzen und dann immer wieder diese abrupten, gnadenlosen Hardrockbreaks: staubtrocken und knüppelhart. Der Techniker hat den Sound nun auch völlig im Griff und jetzt darf jeder der fünf Barden mal zeigen, was er so in den Fingern hat, wobei Georg Hesses wildes Hochgeschwindigkeitsgitarrensolo, inklusive Hinterkopfspiel, die eigentliche Initialzündung ist. Hesse lässt so richtig die Sau raus und treibt das imaginäre Tierchen wie weiland Jimmy Hendrix zur völligen Ekstase. Danach hauen die Geyers einen Kracher nach dem anderen raus und nehmen die letzte Bastion der zuschauerlicher Zurückhaltung im Sturmangriff. Songs wie "All Voll" und "Die göttliche Devise" haben die Wucht eines Rammbockes. In immer furioseren Soli feuern Thomas Roth und Albert Dannenmann eine Salve nach der anderen ab. Als dann die ersten Takte von "Sieben Tage lang" vom Volk registriert werden, brennt der Bergfried lichterloh. Mission erfüllt. Die Belinda ist Geyerland. |
|
ragazzi WEBSEITE FÜR ERREGENDE MUSIK 09/2004 www.ragazzi-music.de Geyers "Lästerzungen" (Geyers Records 2004) "Lästerzungen" präsentiert den Histo-Rock der süddeutschen Mittelalter-Kapelle Geyers. Die Anzahl der Instrumente, die die Band in den 13 Songs spielt, ist groß. Da gibt es Geräte mit so seltsamen Namen wie Drehleier, Rauschpfeifen, Gemshörner, Nyckelharpa oder Skinudu, dazu natürlich das notwendige Rockinstrumentarium wie elektrische Gitarre, Bass und Schlagzeug. Albert Dannenmann, Thomas Roth, Jost Pogrzeba, Georg Hesse und Maik Walter sind die elektrischen Geyers. Sie geben ebenso auch ein akustisches Programm, in dem die genannten Mittelalterinstrumente sowie Djembe, Udu und weitere geheimnisvolle Teile zum Einsatz kommen. Die neue CD beschäftigt sich jedoch ausschließlich mit dem Rock-Programm, das an mittelalterliche Kompositionsweisen angelehnt ist. Die Songs rocken erstaunlich gut, machen ungemein Spaß und immer wieder neugierig darauf, was wohl als nächste instrumentale Überraschung folgen wird. Die Band hat auf etlichen Mittelaltermärkten und Festivals gespielt, hat TV-Auftritte absolviert und gar Ritchie Blackmore zu seinem Blackmore's Night - Projekt inspiriert. Doch Ritchie Blackmore gelingt sein eigenes Projekt längst nicht so gut wie Geyers. Und weil er das weiß (und seit fast 20 Jahren mit Musikern aus der Band befreundet ist), hat er ein, wie schön, elektrisches Gitarrensolo in einem Song (God's Gospel) beigefügt. So ist es recht, lieber Ritchie, und jetzt gib deinem eigenen Projekt mal wieder ein bisschen Pfeffer! Geyers wissen die Songs in ein interessantes Arrangement zu kleiden, da gibt es längst keine Allgemeinplätze, keine langatmigen Parts. Die Songs sind interessant und knackfrisch aufgebaut. Die Jungs äh, Männer, sind technisch ausgezeichnet begabt und wissen ihre Instrumente wohl zu bedienen, das Hören ist ein einziger Genuss. In instrumentalen Parts gibt es häufig Soli vom Dudelsack, mittelalterlichen Blasinstrumenten oder der elektrischen Gitarre, dann darf es auch mal richtig hart rocken. "Lästerzungen" sagt es schon, hier werden feine Texte gesungen. Ein schönes Teil ist der "Karmeliter", ein böser, lustvoller Text. In den Songs geht es um Wein, Weib und Gesang, Einsamkeit, Alter und die Liebe. 2 englischsprachige Songs sind dabei und einige rein instrumentale, die etwas forscher sind, hier geben die Instrumente das volle Programm. Die CD hat ein ansprechendes Layout, die Produktion ist rund und voll wie die Lieder darauf und kann nur empfohlen werden. Sicher werden Geyers live noch dynamischer und ausgeflippter zu Werke gehe, die Band sollte man im Auge behalten. |
|
HZ Lokale Kulturnachrichten 09.09.2004 „Lästerzungen“: neue „Geyers“-CD Ritchie rockt mit (svs) Ins Mittelalter zurückversetzt fühlt sich der Hörer der neuen CD der „Geyers“, die den Titel „Lästerzungen“ trägt. Die Texte der eigenwilligen Lieder kreisen um die drei anscheinend wichtigsten Themen jener Epoche: Ebbe im Geldsäckel, Saufen und Weiber. Oder auf Hochdeutsch: Materielle Not, Trinkfreuden und schöne Frauen. Statt feingeistiger Texte und zarter Melodien gibt es mit kernig-rauer Stimme und facettenreicher Instrumentalbegleitung vorgetragen Songs. Dennoch ist vom eher höfischen Schreittanz, einer Gavotte, die manch einem aus dem lange zurückliegenden Flötenunterricht bekannt sein dürfte, bis hin zu Liedern, die wohl eher gegen Ende einer durchzechten Nacht zum Besten gegeben wurden, alles dabei. Ein Querschnitt durchs sogenannte finstere Mittelalter eben, der zeigt, dass neben Minnesang im Stile Walter von der Vogelweide auch das „einfache Volk“ sein Liedgut hatte. Die Texte, die aus dem 14. bis 16. Jahrhundert stammen, sind sowohl auf Deutsch, als auch auf Englisch – und bei einem Song ist an der Gitarre doch tatsächlich der einstige „Deep Purple“-Held Ritchie Blackmore zu hören, der mit den „Geyers“ bekanntlich seit langem befreundet ist und von ihnen behauptet, sie seien eine seiner größten Inspirationen. Die ehedem als „Des Geyers schwarzer Haufen“ in Heidenheimer Gefilden aufgebrochenen „Geyers“ spielen auf alten Instrumenten wie Drehleiern, Krumhörnern und Dudelsäcken. Und einige der 13 Tracks mit einer Gesamtspieldauer von etwas mehr als einer Stunde sind rein instrumental gehalten. Die Musik aus Mittelalter und Renaissance wird frei bearbeitet. Präsentiert wird die CD, auf der ein aktueller Querschnitt aus dem Historock genannten Programm der Band zu hören ist, am Sonntag, 19. September um 19.30 Uhr beim Stadtmauerfest in Nördlingen. Der nächste Auftritt der fünfköpfigen „Geyers“ allerdings ist bereits am heutigen Freitag, 10. September, ab 19 Uhr beim Stadtmauerfest in Giengen. Die CD mit dem Titel „Lästerzungen“ ist bei den Konzerten oder unter Tel. 05657.7731 erhältlich. Svenja Schmid |
|
HNP Lokale Kulturnachrichten 09.09.2004 „Die Geyers“ stöpseln ein und präsentieren „Historock Schon seit fünf Jahren experimentieren „Die Geyers“ mit E-Gitarren und Drumset – nun haben sie der rockigen Variante ihres mittelalterlichen Sounds erstmals eine CD gewidmet: „Historock“. Dudelsack trifft E-Gitarre: Den mittelalterlichen Sound der „Geyers“ gibt es jetzt auch auf einem Silberling im neuzeitlichen Rockgewand. Mächtig tönen Bässe und Gitarrenriffs aus dem heimischen Lautsprecher, und wenn Jost Pogrzeba statt mittelalterlicher Schlagwerke ein brandneues Drumset bearbeitet, zittern bei entsprechender Dezibel-Zahl die Gläser im Schrank.Für Puristen ist der rockige „Geyers“-Sound gewöhnungsbedürftig. Mit ihrer launigen Musik auf mittelalterlichen Instrumenten waren die fünf Barden zwar noch nie auf akademischer Suche nach Originalität. Doch auf „Historock“ nimmt die Modernität bisher ungekannte Formen an. Und weil einige Songs auf dem neuen Album auch in einer akustischen Variante existieren, kann der Fan vergleichen – und sich für jede Gelegenheit den passenden „Geyers“-Sound zurechtlegen. Zumindest für Morgenmuffel oder wilde Fahrten auf der Autobahn ist gegebenenfalls die bärbeißige Rock-Variante eine gute Lösung – sie hätte sicherlich den ungestümen mittelalterlichen Dichtern Fran‡ois Villon und Oswald von Wolkenstein gut gefallen.Denn auch diese beiden Bekannten trifft man wieder im Programm der „Geyers“: Und was würde besser zu den bitterbösen „Lästerzungen“ eines Villon passen als ein beißender E-Gitarrenakkord . . . Doch Albert Dannenmann, Thomas Roth, Jost Pogrzeba, Georg Hesse und Maik Walter kochen nicht nur alte Süppchen wieder auf. In ihrem akustischen Hexenkessel brauen „Die Geyers“ immer wieder neue Zaubertränke, gemixt aus den Rezepturen unterschiedlicher Epochen. Auch in Lederkluft bleiben sie unverkennbar.Eine Eigenschaft, die auch für den Lokalmatadoren gilt: Albert Dannenmann ist an Drehleiern, Dudelsäcken, Krumhörnern, Dulcian und vielem mehr nach wie vor eine prägende Figur der Combo. „Es macht halt mehr Krach“, sagt er schmunzelnd über den neuen Klang. Für die Gruppe hat das auch eine ganz praktische Konsequenz: „Wir können damit größere Bühnen bespielen“ – und Spaß mache es natürlich außerdem.Für „Historock“ hat das Quintett außerdem wieder seine Beziehungen zu Rock-Ikone Ritchie Blackmore spielen lassen, der es sich nicht nehmen ließ, in einem New Yorker Studio seinen Part an Solo- und Rhythmus-Gitarre für den Song „God's Gospel“ einzuspielen (englische Version der „Göttlichen Devise“). Bettina Schröm |
|
|
LAUT.de der Musikkanal Laut AG, D-78467 Konstanz www.mtv.de Geyers Bands, die nach dem neuesten, modernsten und angesagtesten Sound streben, gibt es mehr als genug. Ihrem Ideal kommen sie nur äußerst selten nahe. Auf der anderen Seite des Zeitstrahls stehen Musiker, die sich dem eigenen kulturellen Erbe verpflichtet fühlen. Europa und hier speziell der deutsche Sprachraum bietet eine Fülle an Möglichkeiten, um im musikalischen Vermächtnis zu wildern und die Töne längst vergangener Tage wieder aufleben zu lassen. Eine der wohl besten Vertreter dieser Zunft sind die Geyers. Die vierköpfige Gruppe besteht aus Thomes Roth (Gesang und Gestreiche), Albert Dannemann (Gesang, Blaserei und Leierei), Georg Hesse (Gitarre) und Rhythmus-Mann Jost Pogrzeba. Unter dem Namen 'Des Geyers Schwarzer Haufen' spielen sie schon seit Mitte der Achtziger zusammen; damals noch ohne Georg Heese, der erst später hinzu stößt. Ihren Namen müssen sie 2000 aus rechtlichen Gründen ändern und nennen sich fortan schlicht Geyers. Während der Bauernkriege 1524/25 gab es einen Aufständischen, der Florian Geyer hieß. Seine Gefolgschaft war der schwarze Haufen. Schwarz als Zeichen der Armut. Im Jahr 1525 sollen 7995 seiner 8000 Gefolgsleute bei Schlachten mit dem schwäbischen Bund (die schon wieder) umgekommen sein. Nur "fünf absolut sympathische, gutaussehende, musikalische Recken haben das überlebt. Und die bespielen heute, so sie denn gesucht und bezahlt werden, die Bühnen im deutschsprachigem Raum". So richtig ernst scheinen sie sich selbst nicht zu nehmen und das ist auch gut so. Zusammen kommen die Mitglieder der Geyers aber eher wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde, denn eine Planung "so, wir machen jetzt Mittelalter- und Renaissance-Musik" gab es nicht. Vielmehr steht der Zufall Pate. Bei einer Feier auf einer Burg spielt Thomas Roth Geige und ein weiter Musiker trommelt dazu. Den Wirten auf der Burg gefällt das so gut, dass sie die Musiker immer wieder einladen, bis diese ihre Instrumentierung um Drehleiern und Dudelsäcke und das Repertoir erweitern. Irgendwann, nachdem Albert Dannemann dazu stößt, ist das Line Up komplett. Seit den Gründungstagen verbindet sie eine innige musikalische Freundschaft mit Ex-Purple und Rainbow-Klampfer Ritchie Blackmore, der sich nicht zuletzt von den Klängen der Geyers zu seinem Projekt Blackmore's Night inspirieren ließ. Nach dessen Worten beinhaltet die 1988er "All Voll"-Scheibe "die Quintessenz der Renaissance-Musik. Da sind ein paar unglaubliche Sachen drauf". Folgerichtig, dass der Meister der sechs Saiten sich auch bei seinen Ideenlieferanten bedankt, und so spielen die Geyers alljährlich im Vorprogramm von Candice und Ritchie, um das Publikum einzustimmen, und auch auf Geyers-Alben ist Blackmore zuweilen zu hören. Die vier machen jedoch nicht nur im etwas poppigeren Rahmen von Blackmore's Night auf sich aufmerksam. Konzerte in ganz Europa tragen die Kunde der Spielleute ins Ausland, und auch bei den meisten großen Fernsehsendern sind sie schon zu bewundern gewesen. Vielseitigkeit ist ihre Domäne, wenn sie ihre stimmungsvollen Lieder zum Besten geben. Entweder als Akustik-Quartett, oder etwas elektrifizierter mit Michael Walter als Verstärkung am Bass. Dabei verzichten sie jedoch ganz explizit auf Keyboards, statt dessen wechseln die Geyers munter die Instrumente, um einen atmosphärischen Sound zu produzieren. Dabei kommen "Nyckelharpa, Drehleier, deutsche, französische, spanische, italienische und schottische Dudelsäcke, Rauschpfeifen, Krummhörner, Gemshörner, Schrayerie, Dulcian, Lauten, Mandoline, irische Bouzouki, Djembe und Udu" zum Einsatz. Sie verlegen sich nicht starr darauf, alte Weisen widerzugeben, sondern mischen gekonnt alte Texte mit eigener Musik, oder greifen Melodien aus vergangenen Tagen auf und fügen diesen eigene Worte hinzu, die sie live immer wieder geschickt mit ironischen Spitzen versehen, so dass nichts ferner liegen würde, als Bierernstigkeit. Auf jeden Fall ist es sicher, dass beim Werkeln der Geyers immer wieder spannende Klänge entstehen. Diskographie: Und Dein Roter Mund (2003) Live (1999) Stella Splendens (1997) Balladen Über Liebe, Leben Und Tod (1992) All Voll (1988) Die Erste (1986) |
|
|
Pax et Gaudium zum Konzert der Geyers auf der Wartburg Die Geyers spielten ein Akustik-Konzert auf der Wartburg in Eisenach am 03.05.2003 Das Magazin "Pax et Gaudium" berichtet in seiner August, September, Oktober 2003-Ausgabe: Geyers Wartburgkonzert "unplugged" im Pallas Das war eine blendende Idee von der Wartburgstiftung und Andreas Volkert, am 3. Mai, "zwischen den Feiertagen" sozusagen, ein Konzert auf der Wartburg zu veranstalten und dazu die Geyers einzuladen. Die nutzten denn auch prompt diese günstige Gelegenheit und die Eisenacher wie die Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung ebenfalls. So war es denn am Samstagabend proppenvoll im Festsaal des Palas der Wartburg, als die vier Musiker in bester Spiellaune auf die ebenerdige "Bühne" traten. Vor einem beinahe ehrfürchtig lauschenden Publikum gab es dann ein zweistündiges Konzert vom Feinsten, mit allem, was man von dieser Profi-Band erwarten durfte und konnte: Traditionelles und Bekanntes wie die "Branle de Bourgogne" oder "Tourdion" und Neues wie das Lied "Abschied". Natürlich waren auch Titel der gerade erschienenen neuen CD "Und dein roter Mund" darunter, so zum Beispiel "Pastime With Good Company", mit dem Text und der Musik vom berüchtigten König Heinrich VIII. oder "Die Weiber mit den Flöhen". Dabei war aber auch - das musste sein! - Georg Herweghs "Das freie Wort" in der Vertonung der Geyers, 1843 geschrieben und aktuell wie eh und je. Alles neu arrangiert, was gerade den bekannten und oft gehörten Stücken gut bekommen ist.Musikalisch gesehen zeigten sich die Musiker und Sänger um Frontmann Thomas Roth bestens vorbereitet und topfit. Roth führte launig durchs Programm, wobei er seinen bisweilen hintergründigen Humor nicht im Mindesten versteckte, was beim Publikum übrigens gut ankam. Er brillierte besonders auf "seinem" Instrument, der Nyckelharpa, und mit Gesang. Albert Dannenmann war wie immer die stets präsente, unaufdringliche, aber höchst musikalische melodische Stütze des Ensambles mit Drehleier, Dudelsack, Flöten, Krummhorn, Rauschpfeife und Low Whistle. Für eine sichere harmonische Basis sorgte Georg Hesse auf der Gitarrenlaute und der irischen Bouzouki. Manchmal trat er aber weit über diese Funktion hinaus auch - bisweilen etwas swingend - solistisch hervor. Zusammen mit Jost Pogrzeba schuf er den unverwechselbaren Groove der Band. Percussionist Pogrzeba war dabei weit mehr als ein "einfacher" Drummer, was er nicht nur in einem wunderbaren Solo bei dem des Textes beraubten Weihnachtslied "Noel de Notre Dame" auf der Djembe bewies. Präzise stellte er seine variantenreichen, melodiösen Rhythmen dem Ensamble zur Verfügung.Es war ein Konzert der Extraklasse, das hier geboten wurde; ein Konzert, das wohltuend abstach von den vielen lauten und oft simplen Darbietungen, die sich heutzutage unter dem Deckmantel so genannter "Mittelalter-Musik" versammeln. Es war professionelle Musik, auf die man sich einlassen musste. Die Zuhörer konnten das und taten es gerne.Sie hatten augenscheinlich von den Geyers auch nichts anderes erwartet. Und sie wurden nicht enttäuscht, wie der lang anhaltende, lautstarke Beifall bezeugte. Ohne Zugaben ging es da natürlich nicht ab: Die Geyers zierten sich nicht und spielten eine um die andere, zu guter Letzt zur Beruhigung der Gemüter eine förmlich dahingehauchte Fassung des Sussato-Klassikers "Mon Ami". Von Ulrich Mehler |
|
|
Thüringer Allgemeine 07.05.2003 von Thomas Seifert: "Die BauernbardenEin Hauch von Mittelalterklängen durch die "Geyers" im Palas der WartburgEisenach. Einst gab es Florian Geyer. Der befehligte eine Truppe während der Bauernkriege. Sein Heer war 8000 Mann stark, von denen aber 7996 die Schlachten nicht überlebten. Nur vier Tapfere schafften es, mit dem Leben davon zu kommen, sogar bis heute. Nicht aber als Bauern, sondern als Barden.So proklamierten sich die Mittelaltermusikanten, die "Geyers", gleich zu Beginn ihres Konzerts im Palas der Wartburg. Sogleich versetzten sie stürmisch und stimmungs-geballt ihr etwa 200 Personen Publikum ins Staunen und Klatschen. Mit einem sinnlichen Streifzug, gespickt mit durchtriebenen Melodien und verführerischen Klängen, mit humorvollen Manieren und allerhand Anekdotischem, stürzten sich die vier verwegen ins pralle Mittelalterleben, so dass die musikalische Reise quer durch die Jahrhunderte die Betrachter vereinnahmte und faszinierte. So heulten und krischen sie ihre Trinklieder, dann interpretierten sie sanftfühlend und melancholisch Liebeslieder, mal auf Englisch, dann auf Deutsch. Weiterhin lebten die subtilen, polyphonen Sätze auf, die doch gerade erst den zauberhaften Reiz der Mittelalter- und Renaissancemusik ausmachen. Ebenso zu Gehör kamen wohlklingende Melodien von Tänzen, vorgetragen auf exotischen und historischen Instrumenten, wie Nyckelharpa, Drehleier, deutsche, französische, spanische, italienische und schottische Dudelsäcke, Rauschpfeifen, Krummhörner, Gemshörner, Schrayerie, Dulcian, Lauten, Mandoline, irische Bouzouki, Djembe und Udu.Man kann wirklich hinter diesen abenteuerlichen Worten nur vermuten, wie ausgelassen und musikbegeistert das Konzert wirkte. Über 30 Instrumente kamen zum Einsatz und berauschten durch die skurrilsten Töne. Die Gruppe, welche sich vor drei Jahre (neu) formierte, besteht aus Albert Dannenmann, tiefsingend, an den krummsten Instrumenten blasend und an den komischsten Kästen leiernd, Jost Pogrzeba, der für rasanten Trommelwirbel verantwortlich zeigte, Thomas Roth, der sang und spitze Worte gegen Klerus, Frauen und die weltlichen Herrscher riskierte und sich als Meister des Bogenstrichs bewies sowie Georg Hesse, der die Gitarrensaiten zum Krachen brachte, mal brachial, dann aber auch feinfühligst.Die Lieder der "Geyers" handeln von Liebe, vom freien Wort, der Lust der Pfaffen, den betörenden Weibern oder einfach nur irgendwelchen Saufgelagen. Auch das Aussehen der vier überzeugte: geschnürte Schuhe mit Glöckchen, sackähnliche Überhänge, Spitzbärte. So war das Aufeinandertreffen der Bauernbarden und ihrer mittelalterlichen Musik mit der der musikalischsten Mittelalterburg, der Wartburg, ein ereignisreiches Erlebnis." |
|
Thüringer Landeszeitung 06.05.2003 Mittelalterliches der Gegenwart Die "Geyers" - wild und wohltuendEisenach (ep/me) Mit einem Sammelsurium historischer und teils exotischer Instrumente begeisterten die "Geyers" das Publikum im Palas der Wartburg. Melodien von Liebe und Lust entlockte das Quartett der Drehleier, dem Krummhorn oder der Fiedel. Mehr als 150 Gäste kamen zu der lustvollen Reise durch die mittelalterliche Musik.Geyers Eigenkompositionen, häufig wild arrangiert, erinnern an Melodien des 16. Jahrhunderts und sind mitreißend schlechthin. Die Gruppe will keinesfalls die Musik des späten Mittelalters imitieren, sondern versteht sie als Inspiration.Ihre farbenfrohen Kostüme empfanden die vier langhaarigen Musiker historischen Kupferstichen nach. Die Formation gab sich ihren Namen nach dem bekannten Bauernführer Florian Geyer, der im Bauernkrieg 8000 Landsknechte anführte.In der Szene gelten die "Geyers" als ausgemachte Profis, was sie schon im Vorjahr an gleicher Stelle im Vorprogramm von Ritchie Blackmore bewiesen. Damals versanken die "Geyers" aber im "Schatten" der Rock-Ikone. Nun traten sie voll ins Rampenlicht und stießen beim Publikum offene Türen auf - die Türen zum Mittelalter." Bildunterschrift: Mit eigenen Kompositionen und mittelalterlichen Texten über die Liebe und Lust warteten die "Geyers" bei ihrem Konzert im Palas der Wartburg auf. Mehr als 150 Gäste verfolgten das mitreißende und musikalisch hochwertige Konzert der "Geyers" |
|
Die Geyers spielten ein Akustik-Konzert im alten E-Werk in Neckargemünd am Donnerstag, 08.05.2003 Badische Anzeigenzeitung vom 14.05.2003 Der Neckarbote vom 15.05.2003: "Historische Klänge im alten E-WerkDie Geyers machen Halt in NeckargemündNeckargemünd (red). Eine lustvolle Reise ins musikalische Mittelalter erlebten die Besucher des alten E-Werks beim Auftritt der 4 wackeren Barden der Gruppe Geyers.Diese schienen sich auf den ersten Blick auf Gewand und Aussehen aus dem 16. Jahrhundert in die heutige Zeit gerettet zu haben. Jedoch nicht mit dem Ziel mittelalterliche Musik perfekt zu imitieren, sondern um mit den Besuchern eine musikalische Zeitreise durch die vergangenen acht Jahrhunderte anzutreten.Und wer am Anfang noch glaubte, all die mitgebrachten Instrumente dienen reinen Dekorationszwecken wurde enttäuscht: kein Instrument, das an diesem Abend in den eigenwilligsten musikalischen Kombinationen nicht seinen Platz fand. So kam ein ganzes Sammelsurium an exotischen und historischen Instrumenten u. a. Nyckelharpa, Drehleier, Dudelsack, Rauschpfeife, Krummhorn, Dulcian, Laute, Mandoline, Djembe und Udu zum Einsatz.Die Geyers bestachen beim Spiel durch eine unglaubliche Klangvielfalt, gekonnt gemeisterte Rhythmus- und Instrumentenwechsel, ebenso wie durch perfekten drei- und vierstimmigen Gesang. Lieder über die Liebe und das freie Wort, die Lust der Pfaffen, Trinklieder - nicht zimperlich ist der Barde mit den schwarzen Locken, wenn er mit der Kirche oder der Obrigkeit ins Gericht zieht.Ein Abend voll ganz anderer Töne im alten E-Werk - vom Publikum durch frenetisch, nicht enden wollendes Handgeklapper gefeiert und gewürdigt." |
|
|
Geyers im Café Provinz in Marbach 05.04.2003 Marbacher Zeitung vom 08.04.2003:"Dem begeisterten Publikum wurde ein musikalischer Ohrenschmaus gebotenDie Geyers kreisten im Café ProvinzLustvolles Spiel mit mittelalterlicher Musik auf historischen Instrumenten - Und auch das Entertainment kam nicht zu kurzMarbach. Was sich den rund 80 begeisterten "Ornithologen" am Samstagabend im Café Provinz bot, war ein musikalischer Ohrenschmaus.Vier Musiker. Viermal die Liebe zur Musik der vergangenen Tage. Viermal virtuoses Spiel mit einem Sammelsurium an historischen Instrumenten. Kurz gesagt: Die Geyers (abgespalten von der Gruppe Des Geyers schwarzer Haufen) waren in der Stadt. In ihren Kostümen boten sie den Zuhörern "ein lustvolles Spiel mit mittelalterlicher Musik". Dabei strapazierte der unverwechselbare Stil von Thomas Roth (Sänger und "Meister des spitzen Wortes sowie des akkuraten Bogens"), Albert Dannenmann (Bassgesang, Blasinstrumente und Leier), Georg Hesse (Saitenmeister für Zartes und Hartes) sowie Jost Pogrzeba ("der Mann für das amtliche Tempo") nicht nur Aug´ und Ohr, sondern auch das Zwerchfell.Völlig unvermittelt tauchen bei "Tourdion" einem Sauflied, das man nie auf nüchternen Magen genießen sollte - bekannte Klänge auf: Deep Purples "Smoke on the Water" oder Bachs "Toccata und Fuge in d-moll". Virtuos von Thomas Roth auf einer Nyckelharpa, einer Schlüsselfidel, gespielt die eine Art Klaviatur für die unterschiedlichen Töne besitzt und deren Saiten mit dem Bogen gestrichen werden. Hierzu sei gesagt, dass die Gruppe eine Freundschaft zu dem legendären Rock-Gitarristen Ritchie Blackmore (Deep Purple, Rainbow) pflegt und die Nummer eins seiner Vorgruppen ist. So haben sich auch beide gegenseitig inspiriert.Für die Freunde der Rockmusik ist genauso gesorgt: Bei "Göttlicher Devise" gibt es teuflisch gute Bouzouki-Riffs von Georg Hesse. Roth ist das Entertainment wie auf den Leib geschnitten. Dabei wird der mittelalterliche Rahmen aber nie verlassen. Dieses Kunststück ist einmalig.Auch Country und Folk lässt sich mit den historischen Instrumenten machen.Bei "Noel de Notre Dame" wird im besten Bluegrass-Stil mit der französischen Drehleier, die immerhin schon 150 Jahre auf ihrer Kurbel hat, mächtig Eindruck gemacht. Und weil ein Weihnachtslied ohne Text eben "ökonomisch, da das ganze Jahr spielbar" ist. Eben Geyers pur.Auch kritische Töne werden an diesem Abend - wenn auch mit einem Augenzwinkern - laut. Beim Lied "Die Weiber mit den Flöhen" das damalige Leben "von der Hand in den Mund" parodiert, während der Klerus in Saus und Braus lebte. So verschwindet der eine oder andere Floh aus den wallenden Haaren auf Nimmerwiedersehen im dunklen Schlund. Der Papst wird in Anlehnung an den jetzigen Würdenträger mit zittriger Hand aufs Korn genommen. Das Ganze im dreistimmigen Kanon und ohne Instrumente.Bevor aber noch zwei Zugaben folgen müssen, weil der Beifall einfach nicht abebben will, lässt erst mal der Meister an der Trommel seinem Können freien Lauf und gibt den anderen drei Kollegen die Möglichkeit, ihre leeren Gläser an der Bar aufzufüllen - auch um die zuvor gestellte Frage "Was wollen wir trinken?" zu klären. Den Abschluss eines tollen Abends, der von Rauschpfeifen, Krumm- und Gemshörnern, Dudelsäcken, Fellschuhen und Musik aus einer vergangenen Welt geprägt war, bildet der "Galizische Pro(t)zessionsmarsch".Wahrscheinlich vom spanischen "Dinkelacker" "San Miguel" inspiriert, suchten sich die Vier samt ihren Instrumenten schließlich ihren Weg durch die Zuhörer und fanden letztendlich auch die Schankanlage hinter dem Tresen. " (gru) |
|
|
Heilbronner Stimme vom 17.03.03: Beim Trommelsolo stockt der Atem Geyers in Flein am 14.03.03 von Luzia Grimm Der Musiksaal der Schule zu Flyna (Flein) bebt: Ein mittelalterlicher Abend ist angesagt, und die Geyers machen daraus ein furioses Erlebnis. Darauf hat Dieter Knauß gesetzt. Er führt den Freundeskreis der Gemeindebücherei an, die die Truppe verpflichtet hat."Die Geyers habe ich letztes Jahr erlebt und wollte hier einfach echte Musik bieten", sagt er. Ein lustvolles Spiel mit mittelalterlicher Musik auf historischen Instrumenten verspricht Geyers. Das Versprechen wird völlig unplugged eingelöst.Rund 120 Leute werden von der Klangwelt erfasst und gehen mit. "Geyers", das sind Albert Dannenmann, Thomas Roth, Georg Hesse und Jost Pogrzeba. Letzterer ist der Einzige, der beim Gesang außen vor bleibt. Er ist der Mann für Tempo und Takt. Mit den Schellen an den Stiefeln schlägt er die Trommel. Mit den Händen, versteht sich. Sein umjubeltes Trommel-Solo ist einer der Höhepunkte.Es lässt den Musiksaal erst einmal schier atemlos und andächtig still werden. Albert Dannenmann bläst von zart bis kraftvoll, ob Gemshorn, Rauschpfeife, Dudelsack oder Krummhorn, und ist für die ganz tiefen Töne des Geyerschen Gesangs und für die Drehleier zuständig. Der Mann an den Saiteninstrumenten heißt Georg Hesse, singt und hat den Schalk im Nacken ebenso wie die anderen Geyers, wenn die Texte zum Schauspiel vor düsterer Kulisse einladen.Die ist grau, eine Kirche steht in lodernden Flammen, Kreuze säumen einen langen Weg. "Aber mit Geyers geht die Sonne auf", sagt Thomas Roth, der Vierte im Bund der Geyers. Der Sänger und Mann an der Schlüsselfidel hat bei der Show das Wort, er führt es kabarettreif, amüsant.Bis hin zum Schlusspunkt, ein weiterer Höhepunkt: Galizischer Prozessionsmarsch und San Miguel oder die Kneipe kommt in Sicht. Nichts ist so ernst und wichtig, als dass man darüber nicht lachen oder lächeln könnte. Eine Frage des Standpunkts - bei Geyers mitten im Spiel voller Lust und Leidenschaft verankert."Wir machen ja sonst ja sonst eher literarische Veranstaltungen", gibt Dieter Knauß vom Fleiner Freundeskreis der Gemeindebücherei zur Auskunft, der zum mittelalterlichen Musikspektakel eingeladen hat. In Zusammenarbeit mit Anja Gerull und Susanne Martin von der Bücherei. Aber die "Geyers" gönnt man sich nun eben. Dass das völlig richtig ist, davon sind die Gastgeber schon in der Pause überzeugt.Und dann sind ja da die mittelalterlichen Liedtexte. Geyers Repertoire ist schillernd wie das Leben selbst. Die Texte lassen erkennen, dass sich in vierhundert Jahren so viel nicht hat verändert. Villon klagt über eine treulose Frau "Du hast ein Herz aus Stein in deiner Brust. Wie kann man jemand, der mehr gab als nahm, so von sich weisen ohne Scham?"Und die Texter wussten es damals schon: "Alles geben die Götter ihren Lieblingen ganz, alle Freuden, alle Schmerzen. Halbheit ist des Teufels Brut." |
|
|
Fleiner Nachrichtenblatt Mittelalterlicher Abend mit den Geyers von Dieter Knauss Am 14. März 2003 war die zur Zeit wohl beste mittelalterliche Formation Deutschlands zu Gast im Musiksaal der Grund- und Hauptschule Flein. Die "Geyers" - seit 3 Jahren mit neuem Gitarristen und unter neuem Namen (vormals "Des Geyers schwarzer Haufen"), nachdem sie sich von einem Mitglied der Gruppe getrennt hatten - sorgten für ein absolutes Highlight unter den Veranstaltungen des Freundeskreises.Historisch gewandet begrüßte der Vorsitzende des Freundeskreises mit einer im mittelalterlichen Stil gehaltenen Rede das Publikum. In den folgenden 3 Stunden sorgten die ebenfalls in mittelalterlichen Gewändern auftretenden Musiker, dass die hohen Erwartungen der etwa 120 Gäste nicht nur erfüllt, sondern bei weitem noch übertroffen wurden. Dass die Geyers sich in Flein überaus wohl fühlten, davon konnte sich jeder im Saal überzeugen: das war nicht nur zu hören, das war den Musikern auch förmlich anzusehen. Auch für den veranstaltenden Freundeskreis fanden die Geyers lobende Worte: für die Betreuung, die Organisation, die Atmosphäre, das Ambiente.... Diese Stimmung übertrug sich während des Konzerts auch auf das Publikum.Der Musiksaal bot den Geyers zudem die seltene Gelegenheit, ohne Anlageverstärkung, also völlig unplugged, zu musizieren - für gute Musiker ein wahres Vergnügen. Es war beeindruckend und immer wieder faszinierend, mit welcher Perfektion diese vier musikalischen Recken ihre Instrumente beherrschten. Ob verschiedene Blasinstrumente, Dudelsäcke, Schlüsselfiedel, Zupfinstrumente oder diverse Trommeln - jedes Instrument erklang gleichermaßen perfekt, ergänzt durch wohlklingenden Gesang. Die Geyers genossen sichtlich ihr lustvolles Spiel mit mittelalterlicher Musik. Hier wurde wirklich unverfälschte Musik von virtuosen, multitalentierten Vollblutmusikern, von wahren Könnern, geboten.Besonders gut aufgelegt war auch der Frontman der Gruppe, Thomas Roth, der das Publikum nicht nur musikalisch unterhielt, sondern auch mit kabarettreifen Einlagen glänzte.Eine ausgewogene Mischung aus Vocal- und Instrumentalmusik: rhythmische, nachdenkliche, harmonische oder humorvolle Stücke sorgten immer wieder für "spontanes, frenetisches, schier nit enden wollendes Handgeklapper", das vom restlos begeisterten Publikum bereitwillig gezollt wurde.Sehr großen Anklang fand auch der Exkurs in die Instrumentenkunde: Wie funktioniert und klingt eine Rauschpfeife, ein Krummhorn, eine Drehleier oder eine Schlüsselfiedel?Für das entsprechende mittelalterliche Ambiente sorgte nicht nur das äußerst dekorative Bühnenbild, sondern vor allem auch der mittelalterliche Stand von "Haithabu" aus Schwabbach (benannt nach einer alten Wikingersiedlung), der neben dem Ausschank von verschiedenen Sorten Met (Honigwein) auch Textilien, Schmuck sowie weitere mittelalterliche Handelswaren feilbot, die ebenfalls in historischen Gewändern präsentiert wurden.Das rustikale Buffet - authentisch nur mit Holzspateln ausgestattet - kam bei den Besuchern ebenfalls sehr gut an. Ein großes Lob an die "edlen frouwen" der Küche." |
|
Geyers in der Seminarturnhalle Nagold am 08.03.03 Schwarzwälder Bote vom 11.03.2003 Die Geyers haben sich das Handgeklapper redlich verdient Musiker begeistern in der Seminarturnhalle sowohl mit mittelalterlichen Weisen als auch mit rockigen Tönen.von Angela Körner-ArmbrusterNagold. Im Kerzenschein die ersten Takte. Der Fanclub klatscht mit, der Funke ist übergesprungen, ein Geyers-Konzert mit "lustvollem Spiel auf historischen Instrumenten" nimmt seinen temperamentvollen Lauf.Haare kraus und wallend, Schuhe in Fell oder geschnürt, Gewänder in Leinen und Leder. Begleitet von Glöckchen an den Schuhen singen sie von Heinrich VIII. und seinen Frauen, von bösen Weibern und von Weibern mit den Flöhen. A cappella juckt und kratzt und steckt es an, dass fast der ganze Saal mitkratzen möchte. Selbst das harmloseste Trinklied gerät bei ihnen dramatisch und dynamisch. Eine alte Musik, die scheinbar ewig jung bleibt, ein Rhythmus, der ins Blut geht. Melodien, die einfach mitreißen. Ein Klangrausch, aus dem es kein Entkommen gibt. Musik, die nicht fertig daherkommt, die lebt und sich entwickelt.Nach der Pause rocken sie dann ab, als gelte es den Sprung vom Mittelalter in die Neuzeit in einer Nacht zu schaffen. Sie singen von Göttern und der Teufelsbrut, Jahrhunderte prallen aufeinander. Statt tänzerischen Synkopen gibt es nun bodenständigen Rock - herzlich, sympathisch und ohne Allüren. Manchmal etwas breiig, manchmal etwas zu mächtig, doch das Experiment gelingt und Dudelsack und fünfsaitiger, fretless Bass verbrüdern sich.Die Geyers - das ist Präsenz ohne Show. Spiel um der Freude willen. Nicht nur miteinander, sondern füreinander. Was wollen wir trinken? Eigentlich ist es egal - Hauptsache, Musik ist da! Und so heißt es nur: Kommt, lasst uns tanzen! Auch ohne Ritchie Blackmore.Die fünf Vollblutmusiker mit ihrer Vielzahl von Instrumenten heizen nicht nur ordentlich ein, sie sind auch "Künstler für den Frieden". Mit den uralten Worten der Nibelungen beziehen sie Stellung: "Und eh sich noch ein Schläger erhebt zum Völkermord, sucht unsern Bannerträger, das freie Wort." "Habet Dank für euer Handgeklapper" können Albert Dannenmann, Georg Hesse, Jost Pogrzeba, Thomas Roth und Maik Walter oft sagen und so geizen sie nicht mit virtuosen Soli und Zugaben und das Publikum ist hochzufrieden. Auch den drei 80-jährigen Damen hat es gut gefallen - sie strahlen und gehen erst nach der letzten Zugabe. "Ha - des isch jetzt mol was ganz anders - des gfällt uns au!" Mit dieser Meinung waren sie nicht allein." |
|
|
Geyers im Theatercafé Heidenheim am 04.03.03 Heidenheimer Zeitung vom 06.03.2003 Lieder von Liebe und Suff Uriges, Kauziges und Schöngeistiges aus dem Mittelalter stilvoll serviertvon Hans-Peter LeitenbergerBrechend voll war es am Samstagabend, als die Geyers los legten. Was hier auf mittelalterlichen Instrumenten, aber auch stimmlich geboten wurde, kann als künstlerisch hochwertige Unterhaltungsmusik im besten Sinne bezeichnet werden. Liebevoll platzierte Albert Dannenmann allerlei Tierhörner, Flöten, Schalmeien und anderes Blasgerät auf einem Tisch, um sie zum Klingen zu bringen. Thomas Roth moderierte den Abend und erklärte mit viel Humor, aber auch Sachkunde, das teilweise derbe Liedgut. Dazu ließ er seine Schlüsselfidel erzählen, während Georg Hesse sich schamanenhaft zu den Klängen seiner irischen Bouzouki bewegte. Nur scheinbar unauffällig agierte Jost Pogrzeba an bauchigen Trommeln und anderem Schlagwerk, aber er bestimmte sanft das Tempo und konnte mit einem siebenminütigen Solo-Feuerwerk Beifallsstürme entfachen. Uriges, Kauziges und auch Nachdenkliches in mittelalterlichem Liedgut wurde mit leidenschaftlicher Musikalität dargeboten. Es ging um viel Liebe und Suff, was in Zeiten, als der Begriff "Freizeit" noch ein Fremdwort war, eine der wenigen Vergnügungen für alle Stände bedeutete. Hier musste intensiv gelebt werden, denn der Tod konnte mangels geeigneter Pharmaprodukte und harter Lebensumstände jederzeit zuschlagen. Als regelrechter Schöngeist zeigte sich Englands Heinrich der Achte. Viel Poesie lag in seinem Lied (Pastime with good company) und zeigte die andere Seite des Frauen verschleißenden Machtmenschen. Wie in Trance betätigte Georg Hesse seine Gitarrenlaute und der betörende Klang von Albert Dannenmanns Drehleier zu dem Lied über den Burgundergenuss machte fast süchtig. Francois Villons Klage über seine Freundin, die ein Herz aus Stein zu haben schien, erklang ebenso mit lustvoller Frische wie der spöttische Gesang über die Weiber mit den Flöhen, bei denen selbst der Papst machtlos ist. Das mehrstimmige Kunstwerk zeigte wiederum die enorme stimmliche Kraft der Geyers. Auch der Geheime Rat hätte seine Freude gehabt, als die Vier mit Bouzouki- und Schalmeienklängen sowie sanften Gongschlägen "Alles geben die Götter ihren Lieblingen ganz" anstimmten. Die außergewöhnliche Melodik und zarte Rhythmik unterstrich die poetische Kraft dieses Goetheschen Zitats und wirkte wie ein stimmiger Kontrast zu dem oft recht derben Liedgut. Herrliche Instrumentalstücke wie das französische "Weihnachtslied" oder der mit allerlei Hörnern begleitete Klagesong von Erasmus Widmann über sein "böses Weib" begeisterten den ganzen Abend über. "Das freie Wort" als Zugabe machte angesichts der aktuellen Kriegsrhetorik wiederum nachdenklich. Ein musikalisch hochwertiger Abend voll Saft und Kraft, der aber auch zeigte, dass mittelalterliches Liedgut zu Recht nicht vergessen ist." |
|
Schwäbische Post vom 11. Februar 2003 Die Geyers dudeln virtuos und witzig im "Podium" durchs angeblich so finstere Mittelalter. Liebe, Lust und Laster von Herbert Kullmann Aalens "Kulturinitiative" holte am Samstagabend die Geyers ins Café Podium. Die sehens- und hörenswerten mittelalterlichen Spielleut' begeisterten mit in Vergessenheit geratenen Texten und Melodien, vorgetragen in der Originalfassung, zumeist jedoch in modernen Arrangements. Mit höfischer Minne à la Walther von der Vogelweide hatten sie nicht allzu viel im Sinne, eher mit breughelscher Derbheit. Das Aussehen der Geyers, eine Mischung aus Hippies und mittelalterlichen Altvorderen. Die vier Profi-Musiker stehen seit 15 Jahren auf der Bühne und sind auch in Aalen als "Des Geyers schwarzer Haufen" bestens bekannt. Da Zank kein Vorrecht vergangener Zeiten ist, gab es ihn auch unter den Barden. Das Ergebnis: der urheberrechtlich gestutzte neue Kurzname. Die Musik jedoch blieb, suchte sich aber bei Liebe, Lust und Trunkenheit neue Schwerpunkte.Thomas Roth und Albert Dannenmann nehmen sich zunächst süddeutscher Dudelsäcke an, stellen den blutrünstigen Heinrich VIII. von seiner schöngeistigen Seite vor und fügen Renaissance-Melodien dazwischen. Ihr Minnen, begleitet durch eine eigenwillige Kombination historischer Instrumente wie Drehleier, Schlüsselfidel, Rauschpfeifen, Krummhörner, Lauten und Trommeln, nimmt den Zuhörer mit auf eine unterhaltsame Reise in ungewohnte Klangwelten. Die reduzieren sich allerdings nicht auf bloßes Reproduzieren mittelalterlicher Musik, "Geyers"-Arrangements sprühen vor Kreativität, verwischen die Grenze zur Neuzeit. Dabei brillieren die wackeren Barden mit musikalischem Können. So beherrscht Albert Dannenmann allerlei Renaissancegebläse sowie Dudelsäcke; Jost Pogrzeba sorgt mit seinen Trommeln für den nötigen Drive und Gitarrist Georg Hesse bereichert durch alte und neue Saiteninstrumente.Unentbehrlich für den musikalischen Ausflug in die Vergangenheit ist Sänger Thomas Roth. Seine Interpretationen geben den Vorlagen neuen Anstrich, zeigen: Liebesleid und Herzensschmerz bleiben allzeit aktuell. "Wir singen nur Lieder, hinter denen wir auch stehen", flötet Roth verdächtig ins Mikrofon, um hernach von Erasmus Wiedmann zu schwärmen und dessen garstig "Ich hab' ein böses Weib" anzustimmen. Wofür es zu seiner eigenen Verwunderung heftigen Beifall gibt. Dennoch, der positive Gesamteindruck überwog beim Konzert. Geyers Musikprogramm unterscheidet sich angenehm vom Heer selbsternannter mittelalterlicher Sangeskünstler durch eine abwechslungsreiche Mischung aus Traditionellem und neu Arrangiertem, sowie passender Eigenkompositionen nicht nur musikalisch, sondern auch durch Verzicht auf allzu viel mittelhochdeutschen Sprachgebrauch." |
|
|
Das Maulbronner Tagblatt berichtet am 08.10.2002: "Deep Purple" - Gitarrist ließ sich inspirieren Der Förderverein Maulbronner Kultur lud am Freitag zu einem besonderen Klangerlebnis mit der Gruppe "Geyers" Maulbronn (tg). Zu einem gar lustvollen Spiel mit mittelalterlicher Musik und Poesie hatte der Förderverein Maulbronner Kultur am Freitagabend ins alt-ehrwürdige Gemäuer der Maulbronner Stadthalle geladen. Die Gruppe "Geyers" präsentierte dabei dem versammelten Volke ihr außergewöhnliches Können auf einem wahren Sammelsurium an historischen Instrumenten. So waren unter anderem eine Tastenfidel, eine Drehleier, verschiedenste Renaissance-Gebläse sowie Dudelsäcke aus Spanien, Frankreich und Deutschland zu sehen und vor allem zu hören. Auch Gesänge sowie manch spitzes Wort gaben die vier Barden, die bei ihrem Auftritt entsprechend kostümiert waren, gar vortrefflich zum Besten. Rund 100 Besucher hatten sich zu dieser musikalischen Zeitreise, die von Mittelalter über Renaissance, Barock bis hin zur Neuzeit reichte, eingefunden. Der Name "Geyers" ist abgeleitet von "Des Geyers schwarzer Haufen". Unter diesem Namen traten Thomas Roth (Gesang, Dudelsäcke, Nyckelharpa), Albert Dannenmann (Dudelsäcke, Renaissancegebläse, Drehleier, Gesang) und Jost Pogrzeba (Percussion, Gesang) zirka 18 Jahre zusammen auf. Vor knapp drei Jahren schlossen sie sich mit Georg Hesse (Gitarren, irische Bouzouki, Laute) zusammen und nannten sich von nun an "Geyers". Gefühlvolle Balladen, spaßige Trinklieder oder fröhliche Reigentänze waren beim Maulbronner Konzertabend der "Geyers" angesagt. Das langsamste zugleich mystischste Stück stammte von Dufay und trug den Titel "Adieu ce bon vin de Lannoys". Lustig ging es bei dem Lied "Die Weiber mit den Flöhen" von Ivo de Vento zu. Und ins 16.Jahrhundert zurück reichte der stimmungsvolle Reigentanz "Branle de Bourgogne" von Jacques Moderne. Reges Handgeklapper des geneigten Publikums war die Folge. Insbesondere beeindruckte bei dem außergewöhnlichen Konzert die dargebotene Klangvielfalt sowie der gekonnte Instrumenten- und Rhythmuswechsel während der einzelnen Stücke. Dabei näherten sich die vier Künstler der mittelalterlichen Musik aus unterschiedlichsten Richtungen: Elemente aus Klassik, Jazz, Folk, Soul und Rock flossen mit ein, zudem waren die Klänge leicht elektronisch verstärkt: Bei schnellen rhythmischen Stücken hatte man oftmals sogar das Gefühl, als ob denn gleich Florian Geyer, einst ein Rädelsführer der deutschen Bauernaufstände 1524 und 1525, mit seiner wilden Horde auf die Bühne marschieren würde. Mehrere Zugaben sowie ein galizischer Marsch durch den Saal beendeten das Konzerterlebnis. Übrigens: Der legendäre Rock-Gitarrist Ritchie Blackmore ("Deep Purple", "Rainbow)" ließ sich von den "Geyers" zu seinem aktuellen Projekt "Blackmore's Night" inspirieren. Und seit 1998 spielen die "Geyers" bei Ritchie Blackmores alljährlichen Tourneen durch Deutschland sogar in dessen Vorprogramm. Gerne erinnert sich Albert Dannenmann auch an einen für ihn ganz besonderen Live-Gig: Denn gemeinsam mit Blackmore machte Dannenmann in New York Straßenmusik, am Strand von Long Island. Just for fun. |
|
Nürtinger Zeitung vom 24.09.2002 Mit modernem Schnick-Schnack ruckzuck ab ins Mittelalter Die Geyers vermischten im Club Kuckucksei alte und neue Musik und alte und neue InstrumenteNürtingen (heb). "Ein lustvolles Spiel" stand am Samstag auf dem Programm im Nürtinger Club Kuckucksei. Auf historischen Instrumenten war "mittelalterliche Musik" angekündigt, vorgetragen von den "Geyers", einem Quintett aus der näheren Umgebung, das früher unter dem Namen "Des Geyers schwarzer Haufen" die Gegend unsicher gemacht hatte. Freche Lieder gegen die Obrigkeit und Trinklieder aus einer Zeit, in der die Luft nur so schwirrte vor lauter Mystik und Schwertgeklirr, haben sich die fünf Musikanten aufs Panier geschrieben und reichern auf der Bühne die Klangwelt von Sackpfeifen und Drehleier mit den Sounds von E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug enorm an. Nicht, dass letzteres Prozedere neu wäre oder gar einzigartig - originell und spannend ist es trotzdem, und was die Geyers in ihren Mönchskutten und Schnürhemden auf der Bühne abziehen, ist allen Beifall wert. Rufen doch die ersten Töne der E-Gitarre ein plötzliches Stutzen hervor, da man glaubt, das Intro von "Purple Rain" zu hören. Okay, es klingt so, aber was in Verbindung mit dem zweistimmigen Dudelsack-Spiel von Albert Dannenmann und Thomas Roth daraus entsteht, entwickelt einen eigenen und eigentümlichen Reiz. Doch schon im zweiten Stück, einem englischen Lautenlied aus der Zeit Heinrich des VIII., weicht die Stromgitarre der altehrwürdigen Laute, und Sänger Thomas Roth greift zu seinem Parade-Instrument, der Tastenfidel. Folk-Puristen werden trotzdem ein gewisses Misstrauen gegen den "modernen Schnick-Schnack" nicht los und noch weiß man nicht so recht, ob da vielleicht nicht doch was dran ist, wenn ähnliche Bands wie "Corvus Corax" zum Beispiel ein Hang zu rechtslastigen Ideologien nachgesagt wird. Aber zumindest damit ist man bei den Geyers auf dem Holzweg, wie sich an der Auswahl ihrer Lieder im Laufe des Abends noch erweisen sollte. Und was die elektrische Fraktion betrifft: Was soll's? Davon bekommt der Gesamtklang eine enorme Fülligkeit. Und mit Purismus ist bei "Geyers" schon mal gar nichts zu machen. Dafür sorgt nicht zuletzt Drummer Jost Pogrzeba, der neben einer afrikanischen Djembe auch noch eine Udu bedient, eine Trommel in Form eines Keramikballons mit einer relativ schmalen Öffnung, die mit einem Fell bespannt ist. Entsprechend sind in manchen Stücken die Rhythmen gestaltet, und es ist erstaunlich, wie gefügig sich die Klänge von Krummhorn und Georg Hesses irischer Bouzouki in eine Rumba oder ein sehr orientalisch anmutendes Stück einpassen. Rockige Breaks würzen Erzählungen alter Dichter, Villon und Konsorten feiern fröhliche Urständ im "Ei". Thomas Roth lässt es nicht an historischer Hilfestellung fehlen, die den Zuhörern die zeitlichen und räumlichen Umstände näher bringen sollen, unter denen die Lieder und Geschichten entstanden sind, von denen die Geyers ein Lied zu singen wissen. Als während der Pause in Saal das Licht angeht, erkennt sich manch einer als nicht adäquat gekleidet. Denn an diesem Abend hatten nicht nur das Thekenpersonal, sondern auch einige Fans sich ins Schnabelschuh-Outfit (oder was man dafür hält) geschwungen. Sei's drum, Jeansträger können sich zu ihrer Legitimation auf die Stromfraktion der Band berufen. Eine unverhohlene Aufforderung zum Kampftrinken konnte am Samstagabend der geneigte Veranstaltungsbesucher der "göttlichen Devise" entnehmen, in der ebenso wie in der Schlussnummer hieß: All Voll!" Ähnlich ging es in der ersten Zugabe weiter: "Was wollen wir trinken, sieben Tage lang, was wollen wir trinken, so ein Durst." Damit hatte in der antiatombewegten Menschenkettenzeit der 80er Jahre die niederländische Gruppe "Bots" für Solidarität in allen Lebenslagen geworben. Spätestens damit war auch geklärt, dass die Geyers mit Sicherheit mit - politisch - rechten Ideen nichts, aber auch gar nichts am Hut haben. Dass sie aber ganz wesentlich besorgt sind, wenn es um die aktuelle Befindlichkeit von Kollegen geht, bewiesen sie mit der letzten Zugabe, in der sie das Publikum fragen: "What shall we do with the drunken Geyers?" |
|
Die Wetterauer Zeitung vom 20.08.02 schreibt über das Aktustik-Konzert vom 18.08.2002 Glänzende Stimmung beim Autritt der Geyers Mittelalter-Truppe begeisterte Publikum in der Wasserburg - Funke sprang schnell über Bad Vilbel (joh). Die Wasserburg war die richtige Kulisse für jene vier Barden mit ihren mittelalterlichen Instrumenten am Sonntagvormittag. (...) Thomas Roth, der neben dem Gesang auch noch meisterhaft die Fidel, den Dudelsack und die anzügliche Rede beherrscht, stellte schon mit den ersten Sätzen die Kommunikation mit dem Publikum her. Mit Gesang, Rhythmus, Gestik und Mimik zogen "Die Geyers" das Publikum mehr und mehr in ihren Bann. Und wer dieses Quartett auf der Bühne in Aktion sah und hörte, war erstaunt über ihr umfangreiches Repertoire, das von derben Liebesliedern über Tänze und Trinklieder bis hin zu Stücken von Francois Villon, Erasmus Widmann, Oswald von Wolkenstein, Heinrich VIII. von England und ganz modernen Arrangements reichte, die in einem anregenden Kontrast mit den alten Instrumenten standen. Man hörte den Dudelsack, die Flöte in unterschiedlichsten Größen, das Krummhorn, die Drehleier und die Fidel, die Mandoline, die Landsknechttrommel und die Rauschpfeife, doch auch den A-capella-Gesang beherrschten die "Geyers". Entsprechend der Tradition des 15. und 16. Jahrhunderts tauchten neben dem Deutschen Englisch und Französisch, kräftige, nach Küchenlatein klingende Flüche und italienische Brocken in den Texten auf. Selbst das hin und wieder angesagte Stimmen der Instrumente und die oft fließenden Übergänge zwischen den einzelnen Stücken wurden rhythmisch und mimisch untermalt, und die zwei Stunden im Burghof vergingen im Fluge. Es wurde viel gelacht und geklatscht, die Kinder hüpften zwischen den Stuhlreihen umher, und die Stimmung war ausgezeichnet. Als die vier schließlich gegen Ende von den "Weibern mit den Flöhen" sangen und sich überall zu kratzen begannen, da ergriff dieser Impuls auch das Publikum, und mancher musste sich verstohlen kratzen. Mittelalterliche Atmosphäre brachten auch die authentische Haartracht und die Kostüme der Barden, wenn man einmal von der (notwendigen) modernen Brille des Mannes absieht, der, wie es im Programmheft stand, "für das amtliche Tempo zu sorgen" hatte, nämlich Jost Pogrzeba. Außer den bereits Genannten sah und hörte man Albert Dannenmann und Georg Hesse ebenso lustvoll und vielfältig musizieren. Die Musiker der "Geyers" ehemals als "Des Geyers schwarzer Haufen" sind zu Recht über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und wurden 1999 vom Fernsehpublikum des SWR zu den "Spielleuten des Jahres" gewählt. Kein Wunder dann also, dass am Ende der Veranstaltung rhythmisch mitgeklatscht, Refrains gesungen und Zugaben verlangt wurden."Thomas Wilken schreibt:in der Rhein-Neckar Zeitung Heidelberg am 25.07.2002: "Ritchies Ausflug in die VergangenheitDer ehemalige Deep-Purple-Gitarrist verschrieb sich alter Musik - Blackmore zeigt deutsche Wurzeln (...) Eingeleitet wird der zweite Auftritt des Ausnahmegitarristen in Heidelberg innerhalbe eines Jahres von einer Gruppe, die schon seit vielen Jahren in Deutschland die Fahne der mittelalterlichen Musik hochhält: den "Geyers", ehemals des "Geyers schwarzer Haufen". Die vier Musiker begleiten Blackmore immer bei seiner Deutschland-Tour und sorgen mit ihrer handgemachten Musik auf historischen Instrumenten für den ersten Jubel. Sie waren es auch, die den Briten vor einigen Jahren zur historischen Musik "bekehrten". Blackmore sagt von sich selbst, dass er bei einem Besuch in Deutschland die Geyers sah und sofort von der Musik begeistert war. Dies schlägt sich auch in der Musik nieder. Denn der Titel des neuen Albums, "Fires at midnight", ist nichts anderes als eine aufgemotzte und umarrangierte Version des Geyers-Klassikers "Göttliche Devise". (...)Karfunkel, Ausgabe Juni 2002 - Juli 2002:von Daniela Meier:" Die Geyers in Mannheim Die hinterbliebenen Recken des ehemaligen Geyers schwarzer Haufen gaben sich am Sonntag, 11. März 2002 in der Mannheimer Konkordienkirche die Ehre. Überraschend für alle, die sie von früher her etwas gediegener kennen, zeigten sich die Geyers in beschwingt frischer Form. Nicht mehr überwiegend gesangslastig, mit zahlreichen, oftmals gar schrägen und jazzig anmutenden Improvisationen, bewiesen sie - auch mit bis dato unbekannten Stücken - neue Spielfreude im Umgang mit der Alten Musik. Auch optisch prunkten zwei der Mannen in stilvollerer Gewandung, die ihnen einen würdevollen Anstrich verlieh. Wie gewohnt, unterhielt Frontmann Thomas Roth das Publikum mit coolen Sprüchen, die mit leicht zweideutigem Touch auch die ganz Jungen zum Lachen brachten. Wie zu hören war, nahmen sich die wackeren Mannen in der respekterheischenden Atmosphäre der Kirche zwar etwas zurück, begeisterten aber doch zunehmend ihre Hörer, die sich schlussendlich auch in dieser heiligen Halle zum Mitklatschen animieren ließen. Krönender Abschluss des interessanten Abends war die Zugabe mit der gefühlvollen Geyers-(Neu-)Vertonung des "Freien Wortes" von Georg Herrwegh, dem legendären Revolutionär von 1848. |
|
|
Die Heilbronner Stimme berichtet am 24.01.2002 Geyers mit Akustik-Programm im Heilbronner Red RiverBalladen und Hardrock von Monika Köhler Was die "Geyers" bei ihrem Auftritt im Red River mit "Lustvollem Spiel mit mittelalterlicher Musik" im Schilde führen, ist bereits nach den ersten Takten klar. Nicht nach artiger Musik aus früheren Jahrhunderten steht den Fünfen, die teilweise aus "Des Geyers schwarzer Haufen" hervorgegangen sind, der Sinn. Das Akustikprogramm haben die Meister auf historischen Instrumenten zu Hause gelassen. Sie arrangieren mit Michael Walter am Kontra- und E-Bass in ihrer Akustik- und Elektrik-Formation Drehleier, Dudelsäcke, Rauschpfeifen oder irische Bouzouki so, wie ihnen der Sinn danach steht. Das kann sich dann schon mal außergewöhnlich anhören, insbesondere, wenn Georg Hesse an der E-Gitarre seinen hardrockigen Senf dazu gibt. So bizarr wie die Musik sind die Texte, die die Künstler aus süddeutschen Landen oft selbst hinzudichten. Ein- oder mehrstimmig ist von Heinrich VIII. zu hören, von der Abrechnung mit der treulosen Freundin oder von "Weibern mit den Flöhen". Thomas Roth, eben noch virtuos an der Tastenfidel zugange, bringt es gesanglich auf den Punkt: "Ich hab ein böses Weib." (Anmerkung des Webmasters: was selbstverständlich im wahren Leben keinesfalls zutrifft ;-) ).Wähnten sich die Zuhörer in der gut besuchten Musikkneipe bei balladesken Tönen gerade noch bei den Tänzen auf bretonischen Hügeln, schwirren ihnen im nächsten Moment donnernde Rockformationen um die Ohren. Gefolgt von einem Dudelsackduell zwischen Thomas Roth und Albert Dannenmann.Unter den langhaarigen Barden mit seinem Rauschebart der Zünftigste, versteht sich Dannenmann an anderer Stelle kunstfertig auf das Spielen von Rauschpfeifen, Krumm- und Gemshörnern. Dass die Geyers bei aller Liebe zu früheren Jahrhunderten nicht von gestern sind, zeigt sich spätestens bei Jost Pogrzebas Trommel-Solo auf der Djembe, wenn seine Finger in wahnwitzigem Tempo über Membran und Rahmen fliegen und er dafür spontanen Beifall erntet. |
|
|
Interview von Daniela Meier mit Thomas Roth, veröffentlicht im Karfunkel August 2002 bis September 2002 (ungekürzt) Die Mittelalter-Rebellen: Die Geyers Im Jahr 1525 führte der deutsche Reichsritter Florian Geyer rebellische Bauernhorden unter dem Namen Des Geyers schwarzer Haufen in ihrem Kampf um dörfliche Selbstverwaltung und Aufhebung der Leibeigenschaft an. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen und der idealistische Ritter am 10. Juni 1525 in Würzburg ermordet. Übrig blieben vier wackere Recken - so die Legende - die unter dem Namen Geyers noch heute als Spielleute mit Schwerpunkt Renaissance-Musik unterwegs sind. Sänger Thomas Roth erzählte Daniela Meier die Geschichte der Geyer. Was verbindet ihr mit dem Revolutionär Florian Geyer? Er war ein Mann aus dem Adelsstand, der die sozialen Ungerechtigkeiten seiner Zeit erkannte, sich gegen seine eigenen Interessen als Ritter stellte und für die Belange der Bauern einsetzte. Er versorgte sie mit Geld und Waffen und leistete ihnen intellektuelle Schützenhilfe. Zum einen versuchte er, sie vor dem sofortigen Losschlagen abzuhalten, zum andern ordnete er sie als Truppe und stellte sich an ihre Spitze. Vereinfacht gesagt, sah er, dass es anderen dreckig ging, und half: soziales Engagement in einer mittelalterlichen Figur. So etwas können wir uns auf die Fahne schreiben. In euren Konzerten lasst ihr derbe Sprüche, beispielsweise über die Kirche, vom Stapel. Seht ihr hier heutige Missstände, gegen die ihr vorgehen möchtet? Nein, wir wollen den Menschen nicht vorhalten, was heutzutage schlecht läuft. Wir wollen unterhalten, die Leute sollen lauthals lachen, überrascht sein, sich fallen lassen, vielleicht auch mal nachdenken. Diese Ziele verfolgen wir, wenn wir auf die Bühne gehen. Wo wir politisch stehen, ist sekundär. Dass wir nicht rechts drauf sind, ist schon wichtig, muss aber in unserem Fall gewiss nicht extra betont werden. Die Kirche ist ein schwieriges Kapitel. Sie tut sicher das eine oder andere Positive, hat aber eine fürchterliche Geschichte und ist auch heute noch voller moralischer Doppelbödigkeit. Zudem dient sie manchem Politiker als Vehikel, um vorwärts zu kommen. Natürlich können wir spaßeshalber auf der Bühne sagen: "Es gibt zwei Arten von Pfaffen - die zölibatären und die nicht-zölibatären. Beide tun dasselbe." Dies alles ist eine leichte Form von Kabarett, ist Satire. Einiges ist allerdings missverständlich, beispielsweise gewisse frauenfeindlich anmutende Äußerungen ... Es kann überhaupt keine Rede davon sein, dass das Leben und die Liebe nur auf Kosten der Frauen geht. Diese können durchaus auch Männer in psychische und materielle Schwierigkeiten bringen - damals wie heute. Das ist ein Punkt, der mich aus meiner eigenen Vita möglicherweise dazu bringt, auch die Rechte der Männer zu vertreten. Ich haben schon viel Schmerzliches am eigenen Leib erlebt und sicher auch Leid über die ein oder andere Frau gebracht. Mit Frauenfeindlichkeit hat das jedoch nichts zu tun, sondern mit gelebtem Alltag. Insofern ist das Lied "Ich hab´ ein böses Weib" von Erasmus Widmann auch nicht ernst zu nehmen. Wie kamst du selbst zur Rennaisance-Musik? Zuerst hast du doch eine klassische Ausbildung absolviert? Ja, ich habe an der Musikhochschule in Stuttgart ein Studium in Schulmusik begonnen. Mit zwanzig hat mich jedoch das Leben ergriffen, und ich habe gemerkt, dass das nichts für mich ist. Eines Tages hörte ich Konstantin Wecker und wusste, dass ich eher so singen wollte. Außerdem hatte ich noch viel nachzuholen, da ich aus einem sehr behüteten Elternhaus stamme. Das hat meinen weiteren Werdegang, auch hinsichtlich meiner geistigen und politischen Haltung, geprägt. Später habe ich an der Universität Stuttgart Germanistik und Geschichte studiert und danach an der Pädagogischen Hochschule. Zuhause liegt nun ein Schein zum staatlich geprüften Grund- und Hauptschullehrer herum. Ich habe nie als Lehrer gearbeitet, aber dennoch hat mir das seitens meiner Kollegen viel Häme eingebracht, auch weil sich viele Lehrer in der Mittelalter-Szene tummeln. Wie kam es zur Gründung der Band? Kurz zur Vorgeschichte: 1984 stieß ich als Sänger zu Albrecht Schmitt-Rheintaler und Ulrich von Ohlenhausen. Wir nannten uns Des Geyers schwarzer Haufen. Bald darauf verließ Ulrich die Band. Auf der Suche nach jemandem, der Dudelsack spielt, rief ich Michael Hoffmann vom Verlag der Spielleute an. Dieser empfahl Albert Dannenmann. Gleich bei unserem ersten Zusammentreffen wurde klar: der oder keiner! Seine Erscheinung, seine Stimme, sein Instrumentarium - all das war sehr beeindruckend. Kurz danach sprachen wir in unserer damaligen Stammkneipe in Ludwigsburg Jost Pogrzeba als möglichen Trommler an, der für seine Verhältnisse relativ temperamentvoll und spontan zusagte. Nach der Trennung von Albrecht stieß Georg Hesse aus Ulm zu uns vier verbliebenen Geyern. Das war anno 2000, als wir uns auch in Geyers umtauften. Florian King gab ein zweijähriges Intermezzo als Bassist, bis Michael Walter diesen Part bei unseren Rock-Projekten übernahm. Nach diesem Neuanfang sind wir damit nun komplett. Was sind eure musikalischen Wurzeln? Albert kommt als einziger aus der Alten Musik. Er hatte eine Gruppe namens Danserey, stark geprägt vom Instrumentarium Günther Körbers. Mit ihm verkaufte und reparierte er alte Instrumente am Stand beim Festival in St. Chartier, Frankreich, und hat als Lohn erst einmal ein Krummhorn erhalten. Mit Charme und Engagement hat er sich die Körber-Instrumente erarbeitet. Auch im ideellen Sinne ist dies ein Riesen-Kapital. Früher hat er zudem noch Klarinette, Querflöten und andere Flöten erlernt. Jost, der Mann fürs amtliche Tempo, trommelt in allen Fassetten, hat ursprünglich Akkordeon gelernt, dann im Akkordeon-Club Schlagzeug gespielt und anschließend an der Hochschule Schlagzeug studiert. Er mag die Rockmusik der 70er, 80er. Zudem ist er ein Mann, der hohe Ansprüche an sich stellt, sich ständig weiter entwickelt und in der Musik oftmals kompliziertere Dinge bevorzugt. Georg Hesse ist eher Jazzer. Er spielt Gitarre und irische Bouzouki. Das ergänzt sich wunderbar; seitdem er dabei ist, groovt es viel mehr. Ich selbst habe früher Geige gespielt, die derzeit jedoch in der Ecke steht. Das wird sich wieder ändern, wenn wir die entsprechenden - nicht mittelalterlichen - Musikstücke zu Gehör bringen. Derzeit spiele ich hauptsächlich Nyckelharpa. Wie sucht ihr die Stücke aus, die euch faszinieren? Wir haben uns viel mit Villon beschäftigt und diesen zum Teil neu aufgelegt. Irgendwann bekamen wir Texte in die Hände wie "Vor vollen Schüsseln muss ich Hungers sterben". Die Figur Villon ist total faszinierend, diese Mischung aus Kriminalität und Intellektualität. Wie er wirklich war, wissen wir nicht. Ob die Übersetzung/Nachdichtung von Paul Zech authentisch ist oder nicht, spielt für uns keine Rolle. Die Art der Dichtung hat uns gefallen - und erlaubt ist bei uns, was gefällt! Wer komponiert die Musik zu Texten, die nicht bereits mit Melodie überliefert wurden? Das machen wir inzwischen alle zusammen. Jeder Vorschlag wird ernst genommen, was sehr viel Freude bereitet. Ihr habt auch einen kurzen Abstecher in die Volksmusik-Szene gemacht und konntet euch vorstellen, dort viel Geld zu verdienen. Warum hat es damit nicht geklappt? Das war 1988/89, noch zu Zeiten von Des Geyers schwarzer Haufen. Während der Auftritte in Sendungen wie "Marianne und Michael", haben wir uns immer als Fremdkörper gefühlt und gemerkt, dass dies nicht unsere Klientel ist. Allerdings sind wir dadurch sehr bekannt geworden. Mich haben auf einmal Leute auf der Straße gegrüßt, die früher gesagt hätten: "Du hast so lange Haare, geh´ doch zum Friseur, du Gammler". Es war eine kurze, heftige Phase und finanziell auch nicht uninteressant. Michael meinte, unsere Musik sei zwar toll, aber die Leute wollten, wenn sie abends von der Arbeit heimkommen, etwas Freundlicheres hören als "Ich hab´ ein böses Weib". Da wir sozusagen die Wurzeln der deutschen Volksmusik mit Instrumenten und Liedgut vertonen, haben wir mit "Zum Tanze da geht ein Mädel", gerade noch so in eine Volksmusik-Sendung hineingepasst. Aber Toni Marschall war den Zuschauern dann doch lieber. Es waren zwei amüsante Jahre, in denen wir auch Heino, Heinz Schenk oder Bernhard Brink kennen gelernt haben. Es gibt zwar viele unsympathische Typen in dieser Szene. Aber die meisten der eigentlich sehr guten Background-Musiker sind häufig Jazzer, die - um überleben zu können - zur Volksmusik gekommen sind. Ich hüte mich inzwischen vorschnell über andere zu urteilen. In einem zwanzigjährigen Lernprozess habe ich erkannt, dass eine gewisse Demut vor den Mitmenschen und deren Leistungen eine Frage der sozialen Kompetenz ist. Wie und warum seid ihr dazu gekommen, eure Musik elektronisch zu verstärken? Wenn wir vor fünfhundert Leuten spielen, brauchen wir Verstärkung für unsere akustischen Instrumente, damit es auch die in den hinteren Bänken hören. In unserem Akustik-Elektronik-Programm kommt zu den alten Instrumenten eine E-Gitarre hinzu, Michael Walter spielt den E-Bass, Jost neben den Percussionsteilen ein normales Drum-Set - ohne Synthesizer - oder Keyboards, eigentlich eine puritanische Besetzung. Wir haben einen Gitarristen, der die E-Gitarre wirklich beherrscht. Jost spielt ein sehr qualifiziertes Schlagzeug und möchte mal Gas geben. Auch ich habe Spaß daran, die Harpa über ein Effektgerät zu schicken und mit Sounds zu experimentieren. Albert hat die Drehleier ebenfalls plug-bar gemacht. Es wäre jammerschade, all dies nicht auszutesten, was wir mit unserer Musik nun permanent tun. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Ritchie Blackmore von Deep Purple? 1987/88 haben wir uns auf der Götzenburg in Jagsthausen getroffen. Da haben wir eine sogenannte Mugge - musikalisches Gelegenheitsgeschäft - für eine Gesellschaft gespielt, die eine mittelalterliche Tafeley gebucht hat. Wir sind dann Zeremonienmeister, Musikanten und Herold in einem. Der Oberkellner sagte danach zu uns: "Im Nebenzimmer sitzt ein Herr, der behauptet, er sei Ritchie Blackmore". Wir haben ihm vorgespielt, ein Bier bekommen und so fort... Morgens gegen halb neun haben wir Adressen ausgetauscht. Kurze Zeit später kam ein Anruf aus New York: Auf der Burg Frankenstein werde die Neuerscheinung von Deep Purple vorgestellt und Ritchie wünsche, uns dort zu sehen. Das war ein schönes Erlebnis für mich. Er hat mich seinen Bandkollegen vorgestellt: "Thomas mein Sohn aus mittelalterlichen Zeiten". Damit meinte er, dass ich sein Sohn sei und früher im Mittelalter mit ihm Musik gemacht hätte. Glaubt er tatsächlich an Reinkarnation, oder sagte er das nur aus Spaß? Nein, er glaubt durchaus, im Mittelalter gelebt zu haben, besser - er weiß es. Unsere "Vater-Sohn-Beziehung" ist jedoch eher locker. Ritchie hat inzwischen eher Kontakt zu Albert, unserem wandelnden Melodienlexikon. Zudem sagte Ritchie über uns: "Ihr seid meine größte Inspiration." Er findet auch unsere Neu-Formation musikalisch gereifter als früher. Das alles freut und ehrt uns natürlich. Die wichtigen Dinge glaube ich ihm selbstverständlich. Was ist es für ein Gefühl, als Vorgruppe mit einem ehemaligen Jugend-Idol auf Tour zu gehen? Gut, ein schönes Gefühl. Es ist immer spannend: Findet das Konzert statt oder nicht? Für mich unglaublich, wenn ehemalige Kollegen der Mittelalter-Szene über ihn die Nase rümpfen. Sie sollten erst mal erreichen, was er erreicht hat. Außerdem ist er unbestritten ein Gitarrist von Weltformat. Einem solchen Mann sollte das Recht auf freie Entfaltung zugestanden werden. Er hat hochqualifizierte Musiker um sich geschart, macht nur das, was ihm Spaß macht, und das imponiert mir sehr. Wenn jemand seinen Stil zu amerikanisch, zu verpopt findet, dann soll er eben nicht mehr zu diesen Konzerten gehen. Ich finde es klasse, dass er die Schublade mittelalterliche Musik mit bedient und dadurch Menschen an sie heran führt. Davon profitieren meines Erachtens alle dort Tätigen. Ihr selbst habt kaum Mittelaltermärkte bedient. Warum? Wir haben selten auf Mittelaltermärkten gespielt, weil wir dem einen Veranstalter nicht authentisch genug waren, dem anderen wiederum zu teuer oder beides. Inzwischen ist unsere Spielfreude in einer Art und Weise zurück gekehrt, dass wir uns durchaus vorstellen können, auch wieder auf Märkten aufzutreten, allerdings nicht an jedem Wochenende. Ein Problem sehe ich zudem darin, dass es nach Öffnung des Ostens auf diesen Veranstaltungen üblich wurde, ausschließlich die laute, krachende Schiene zu fahren. Mancher Zuschauer würde sich nun freuen, auch mal wieder feinere, konzertante Töne zu hören. Doch ist es für uns Musiker sehr schwierig, diese den hinteren Reihen ohne elektronische Verstärkung der Instrumente verständlich zu machen. Nun klafft aber eine riesige Schere zwischen der Prinzipienreiterei einerseits und dem reinen Spaß an der Musik andererseits. Fiele die gestrenge Forderung nach authentischer Aufführung mittelalterlicher Musik weg, ließen sich noch viel mehr Möglichkeiten, Musik auf Märkten darzubieten, ausreizen. Kurz gesagt: Gebt uns PA-Anlagen! Leisere Töne, elektronisch verstärkt, würden das musikalische Spektrum auf Märkten noch wesentlich interessanter machen. Was ist unter den "Les Gourmands" zu verstehen? Das sind Show-Programme, die wir im Bankettbereich anbieten. Musikalisch-literarisch, wird hier mehr Gewicht auf das Wort gelegt. Es ist eine Zeitreise, bei der wir unter anderem auch Sinatra-Songs aufgenommen haben. Dies bietet uns viel Abwechslung, beispielsweise mit einem A-Capella-Programm aus den 20er Jahren. In unserer aktuellen Besetzung - mit Georg und Michael - ist das Spektrum wesentlich breiter geworden. Ich als Sänger traue mich zudem an Dinge heran, an die ich mich früher nicht gewagt hätte. Es dauert vielleicht noch zwei Jahre, bis alle wissen, was die Geyers inzwischen sind, doch denke ich, dass wir sonnigen Zeiten entgegen gehen. Was war dein schönstes Erlebnis als Musiker? Das war, als ich vor knapp drei Jahren Simone auf dem Hohenneuffen kennen gelernt habe (lacht). Das hat meinem Leben fürwahr einen neuen Groove gegeben. Aber Spaß beiseite: Musikalisch bemerkenswerte Erlebnisse waren früher für mich, als Bass-Solist in Kirchen auf der Empore Messen von Mozart, Bach, Händel oder Gounod zu singen: hinter mir eine riesige Orgel, ein großer Chor und ein Orchester, vor mir der Dirigent und dann der Abgrund. Oder die Konzerte in Jagsthausen, die wir mit der früheren Band bis 1994 vor einem tausendköpfigen Publikum gespielt haben. Höhepunkte waren zudem die Konzerte mit Ritchie. Schön ist es auch zu hören, dass sich die Band weiter entwickelt hat - und ich mich als Mensch ebenso. Wie habt ihr die Festivals der Spielleute erlebt? Es war sehr gut, dass es diese Sendung gab. Sie hat unserer Nischenkultur ein Forum geboten. Ich finde es schade, dass sie dem Quotendruck zum Opfer fallen musste. Ein neues Gewand, ein neuer Name, fetzigere Inhalte und eine Neuauflage wäre machbar und sicher eine gute Sache. Was sind eure Zukunftspläne? Wird es eine neue CD geben? Ja, ich weiß, es ist höchste Zeit für eine neue CD. Das Material ist weitestgehend fertig, aber es gibt noch Fragen zu klären. Wahrscheinlich werden zwei CDs erscheinen: eine akustische und eine "Geyers in Rock". Wenn wir das richtige Studio gefunden haben, werden wir die CDs noch in diesem Jahr aufnehmen. Zudem werden wir daran arbeiten, uns weiter zu entwickeln, und dem Stillstand den Kampf ansagen. Wir freuen uns schon sehr darauf. Für die neue CD wünscht Karfunkel euch gute, kreative Ideen und viel Erfolg!" 2001 |
|
The Geyers 16.06.2001, Oehringen, Schlosshof Every year you find a lot of mediaeval combos on the faires during the summer, who entertain the masses with their melodies. Best knows in the metal scene are In Extremo and Corvus Corax, but beside these there are other top bands who play this kind of music.One of them is the minstrel band THE GEYERS, formerly Des Geyers Schwarzer Haufen, who we adored in the court of the castle Oehringen. The Geyers, again support for Blackmore´s Night this year, have two different programs to offer. The "loud set", as Thomas Roth says, the frontman of the band whose voise reminds of Konstantin Wecker, and on the other hand the "low set". Today we heard the soft sound. The bass man had been left at home, and guitarrist Gerog Hesse played around with several acoustic guitars and lutes. Which leads us into counting the instruments. Singer Thomas Roth and his mate Albert Dannenmann played no less than 5 differetn bag pipes (Hümmelchen, Dudei, Spanish and German pipes and the German "Bock" - which is decorated with huge horns). Additionally they had several flutes and recorders, nyckelharpas, hurdy gurdy, crumhorns, pipes, Dulcian, horns etc. It was an astonishing variety of instruments. Musically they offered the more low entertaining line, which was perfect for the audience, consisting mostly of middle aged people.Beside the stage were a few couples trying mediaeval dances. The lyrics often were from the department "not too nice", introduced by funny speeches by Thomas Roth, who always found something for a good laugh. During the break there was a man swallowing fire, and a night watchman entered the stage and told stories about the living and loving in his home town. There was a christmas song, performed without words from seasonal reasons, during which Jost Pogrzeba could make a proof of his skills on the drums.He used only a single drum , a djembe, stuck between his legs, and showed us, that a good drummer can do an interesting and varied drum solo on one single drum. The audience was well entertained, but only when "Was wollen wir trinken" was played, they got really into it, there was singing and hand clapping as much as everyone could. In the end the show of the guys was over much too quickly, and they had to return for two encores. Setlist Guten Abend Deux Jollis Dames Tourdion Branle Des Bourgogne Die Weiber mit den Flöhen Böses Weib Adieu Ce Bon Vin De Lanroise Herori Matori Ballade an eine treulose Freundin Gavotten Bretonisch Landsknechte kommen Elegie Pastime With Good Company Quatre Branle Noel All Voll Was wollen wir trinken Wohlauf wir wollen schlafen Das freie Wort Gallizisch Ronde 9 |
|
|
The Geyers (a/e) 06.07.2001, Waeschenbeuren, Waescherschloss Two weeks ago I could enjoy the music of Medieval Folk Band THE GEYERS (formerly. DES GEYERS SCHWARZER HAUFEN). The fascination they caused with their mediaeval music led me to check their acoustic/electric set today, played in the romatic courtyard of the Waescherschloss in Waeschenbeuren. Singer Thomas Roth described it: "When we play a set like this, people often ask: do you play alwayys with a drum set etc, from now on? Answer: No, but today!" Sure, the parts of the electric guitar will produce a smile on the faces of a metal audience, there are only a few songs in the set with the typical distortion. Alsom the band is far from the harshness which you hear with In Extremo. But... "Who Cares"? We don´t always need it! No! Today we were invited to enjoy nice melodies, played on istruments like bag pipes, flutes, lutes etc. The "merry playing with mediaeval music" - as Thomas Roth calls it - did not fail to impress the audience, which had people of all ages. The enthusiasm rose from song to song. The guitar solo of Georg Hesse, really worth listening even for friends of a harder set, opened the more "hard" part of the set. The guitar was played in its full loudness. But before there was a break, during which you could relieve nature in the "stables" (said Thomas). The second half also was convincing. Again the band played lively through their set, interrupted by the funny introductions by Thomas, which were similar to those of last time. Interesting to see also bass man Michel Walter, who showed phantastic skills on his upright bass as well as on electric.He only playes those gigs marked a/e. "Wohlauf wir wollen schlafen"(Come on let´s go to sleep) led to the end of the set, but as rocky and intelligent as they played it, nobody could even think of sleep. Come on let´s go to head bang, would have been the correct title for this version of the song. They came back for two encores, demanded by the audience, the applause lead by the boss of Ritchie Blackmore´s German fan club. Setlist Elegie Deux Jolies Dames Tourdion Böses Weib Branle de Bourgogne Ballade an eine treulose Freundin Herori Matori Mon Ami Gavotten -------------- Bretonisch All Voll Ronde 9 Pastime with Good Company Noel Göttliche Devise Was wollen wir trinken Wohlauf wir wollen Schlafen ------------- Das freie Wort Mohrentanz ------------- Galizisch >> nach oben << |
|
|