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Geyers
Bands, die nach dem neuesten, modernsten und angesagtesten Sound streben,
gibt es mehr als genug. Ihrem Ideal kommen sie nur äußerst
selten nahe. Auf der anderen Seite des Zeitstrahls stehen Musiker, die
sich dem eigenen kulturellen Erbe verpflichtet fühlen. Europa und
hier speziell der deutsche Sprachraum bietet eine Fülle an Möglichkeiten,
um im musikalischen Vermächtnis zu wildern und die Töne längst
vergangener Tage wieder aufleben zu lassen. Eine der wohl besten Vertreter
dieser Zunft sind die Geyers. Die vierköpfige Gruppe besteht aus
Thomes Roth (Gesang und Gestreiche), Albert Dannemann (Gesang, Blaserei
und Leierei), Georg Hesse (Gitarre) und Rhythmus-Mann Jost Pogrzeba.
Unter dem Namen 'Des Geyers Schwarzer Haufen' spielen sie schon seit
Mitte der Achtziger zusammen; damals noch ohne Georg Heese, der erst
später hinzu stößt. Ihren Namen müssen sie 2000
aus rechtlichen Gründen ändern und nennen sich fortan schlicht
Geyers. Während der Bauernkriege 1524/25 gab es einen Aufständischen,
der Florian Geyer hieß. Seine Gefolgschaft war der schwarze Haufen.
Schwarz als Zeichen der Armut. Im Jahr 1525 sollen 7995 seiner 8000
Gefolgsleute bei Schlachten mit dem schwäbischen Bund (die schon
wieder) umgekommen sein. Nur "fünf absolut sympathische, gutaussehende,
musikalische Recken haben das überlebt. Und die bespielen heute,
so sie denn gesucht und bezahlt werden, die Bühnen im deutschsprachigem
Raum". So richtig ernst scheinen sie sich selbst nicht zu nehmen
und das ist auch gut so.
Zusammen kommen die Mitglieder der Geyers
aber eher wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde, denn eine
Planung "so, wir machen jetzt Mittelalter- und Renaissance-Musik"
gab es nicht. Vielmehr steht der Zufall Pate. Bei einer Feier auf einer
Burg spielt Thomas Roth Geige und ein weiter Musiker trommelt dazu.
Den Wirten auf der Burg gefällt das so gut, dass sie die Musiker
immer wieder einladen, bis diese ihre Instrumentierung um Drehleiern
und Dudelsäcke und das Repertoir erweitern. Irgendwann, nachdem
Albert Dannemann dazu stößt, ist das Line Up komplett.
Seit den Gründungstagen verbindet
sie eine innige musikalische Freundschaft mit Ex-Purple und Rainbow-Klampfer
Ritchie Blackmore, der sich nicht zuletzt von den Klängen der Geyers
zu seinem Projekt Blackmore's Night inspirieren ließ. Nach dessen
Worten beinhaltet die 1988er "All Voll"-Scheibe "die
Quintessenz der Renaissance-Musik. Da sind ein paar unglaubliche Sachen
drauf". Folgerichtig, dass der Meister der sechs Saiten sich auch
bei seinen Ideenlieferanten bedankt, und so spielen die Geyers alljährlich
im Vorprogramm von Candice und Ritchie, um das Publikum einzustimmen,
und auch auf Geyers-Alben ist Blackmore zuweilen zu hören.
Die vier machen jedoch nicht nur im etwas
poppigeren Rahmen von Blackmore's Night auf sich aufmerksam. Konzerte
in ganz Europa tragen die Kunde der Spielleute ins Ausland, und auch
bei den meisten großen Fernsehsendern sind sie schon zu bewundern
gewesen. Vielseitigkeit ist ihre Domäne, wenn sie ihre stimmungsvollen
Lieder zum Besten geben. Entweder als Akustik-Quartett, oder etwas elektrifizierter
mit Michael Walter als Verstärkung am Bass. Dabei verzichten sie
jedoch ganz explizit auf Keyboards, statt dessen wechseln die Geyers
munter die Instrumente, um einen atmosphärischen Sound zu produzieren.
Dabei kommen "Nyckelharpa, Drehleier, deutsche, französische,
spanische, italienische und schottische Dudelsäcke, Rauschpfeifen,
Krummhörner, Gemshörner, Schrayerie, Dulcian, Lauten, Mandoline,
irische Bouzouki, Djembe und Udu" zum Einsatz.
Sie verlegen sich nicht starr darauf, alte
Weisen widerzugeben, sondern mischen gekonnt alte Texte mit eigener
Musik, oder greifen Melodien aus vergangenen Tagen auf und fügen
diesen eigene Worte hinzu, die sie live immer wieder geschickt mit ironischen
Spitzen versehen, so dass nichts ferner liegen würde, als Bierernstigkeit.
Auf jeden Fall ist es sicher, dass beim Werkeln der Geyers immer wieder
spannende Klänge entstehen.
Diskographie:
Und Dein Roter Mund (2003)
Live (1999)
Stella Splendens (1997)
Balladen Über Liebe, Leben Und Tod (1992)
All Voll (1988)
Die Erste (1986)
Pax et Gaudium zum Konzert der
Geyers auf der Wartburg
Die Geyers spielten ein Akustik-Konzert
auf der Wartburg in Eisenach am 03.05.2003
Das Magazin "Pax et Gaudium" berichtet in seiner August, September,
Oktober 2003-Ausgabe:
Geyers Wartburgkonzert "unplugged" im Pallas
Das war eine blendende Idee von der Wartburgstiftung
und Andreas Volkert, am 3. Mai, "zwischen den Feiertagen"
sozusagen, ein Konzert auf der Wartburg zu veranstalten und dazu die
Geyers einzuladen. Die nutzten denn auch prompt diese günstige
Gelegenheit und die Eisenacher wie die Besucher aus der näheren
und weiteren Umgebung ebenfalls.
So war es denn am Samstagabend proppenvoll
im Festsaal des Palas der Wartburg, als die vier Musiker in bester Spiellaune
auf die ebenerdige "Bühne" traten. Vor einem beinahe
ehrfürchtig lauschenden Publikum gab es dann ein zweistündiges
Konzert vom Feinsten, mit allem, was man von dieser Profi-Band erwarten
durfte und konnte: Traditionelles und Bekanntes wie die "Branle
de Bourgogne" oder "Tourdion" und Neues wie das Lied
"Abschied". Natürlich waren auch Titel der gerade erschienenen
neuen CD "Und dein roter Mund" darunter, so zum Beispiel "Pastime
With Good Company", mit dem Text und der Musik vom berüchtigten
König Heinrich VIII. oder "Die Weiber mit den Flöhen".
Dabei war aber auch - das musste sein! - Georg Herweghs "Das freie
Wort" in der Vertonung der Geyers, 1843 geschrieben und aktuell
wie eh und je. Alles neu arrangiert, was gerade den bekannten und oft
gehörten Stücken gut bekommen ist.Musikalisch gesehen zeigten
sich die Musiker und Sänger um Frontmann Thomas Roth bestens vorbereitet
und topfit. Roth führte launig durchs Programm, wobei er seinen
bisweilen hintergründigen Humor nicht im Mindesten versteckte,
was beim Publikum übrigens gut ankam. Er brillierte besonders auf
"seinem" Instrument, der Nyckelharpa, und mit Gesang. Albert
Dannenmann war wie immer die stets präsente, unaufdringliche, aber
höchst musikalische melodische Stütze des Ensambles mit Drehleier,
Dudelsack, Flöten, Krummhorn, Rauschpfeife und Low Whistle. Für
eine sichere harmonische Basis sorgte Georg Hesse auf der Gitarrenlaute
und der irischen Bouzouki. Manchmal trat er aber weit über diese
Funktion hinaus auch - bisweilen etwas swingend - solistisch hervor.
Zusammen mit Jost Pogrzeba schuf er den unverwechselbaren Groove der
Band. Percussionist Pogrzeba war dabei weit mehr als ein "einfacher"
Drummer, was er nicht nur in einem wunderbaren Solo bei dem des Textes
beraubten Weihnachtslied "Noel de Notre Dame" auf der Djembe
bewies. Präzise stellte er seine variantenreichen, melodiösen
Rhythmen dem Ensamble zur Verfügung.Es war ein Konzert der Extraklasse,
das hier geboten wurde; ein Konzert, das wohltuend abstach von den vielen
lauten und oft simplen Darbietungen, die sich heutzutage unter dem Deckmantel
so genannter "Mittelalter-Musik" versammeln. Es war professionelle
Musik, auf die man sich einlassen musste. Die Zuhörer konnten das
und taten es gerne.Sie hatten augenscheinlich von den Geyers auch nichts
anderes erwartet. Und sie wurden nicht enttäuscht, wie der lang
anhaltende, lautstarke Beifall bezeugte. Ohne Zugaben ging es da natürlich
nicht ab: Die Geyers zierten sich nicht und spielten eine um die andere,
zu guter Letzt zur Beruhigung der Gemüter eine förmlich dahingehauchte
Fassung des Sussato-Klassikers "Mon Ami".
Von Ulrich Mehler
Thüringer Allgemeine
vom 07.05.2003 von Thomas Seifert:
"Die BauernbardenEin Hauch von Mittelalterklängen
durch die "Geyers" im Palas der WartburgEisenach. Einst gab
es Florian Geyer. Der befehligte eine Truppe während der Bauernkriege.
Sein Heer war 8000 Mann stark, von denen aber 7996 die Schlachten nicht
überlebten. Nur vier Tapfere schafften es, mit dem Leben davon
zu kommen, sogar bis heute. Nicht aber als Bauern, sondern als Barden.So
proklamierten sich die Mittelaltermusikanten, die "Geyers",
gleich zu Beginn ihres Konzerts im Palas der Wartburg. Sogleich versetzten
sie stürmisch und stimmungs-geballt ihr etwa 200 Personen Publikum
ins Staunen und Klatschen. Mit einem sinnlichen Streifzug, gespickt
mit durchtriebenen Melodien und verführerischen Klängen, mit
humorvollen Manieren und allerhand Anekdotischem, stürzten sich
die vier verwegen ins pralle Mittelalterleben, so dass die musikalische
Reise quer durch die Jahrhunderte die Betrachter vereinnahmte und faszinierte.
So heulten und krischen sie ihre Trinklieder, dann interpretierten sie
sanftfühlend und melancholisch Liebeslieder, mal auf Englisch,
dann auf Deutsch. Weiterhin lebten die subtilen, polyphonen Sätze
auf, die doch gerade erst den zauberhaften Reiz der Mittelalter- und
Renaissancemusik ausmachen. Ebenso zu Gehör kamen wohlklingende
Melodien von Tänzen, vorgetragen auf exotischen und historischen
Instrumenten, wie Nyckelharpa, Drehleier, deutsche, französische,
spanische, italienische und schottische Dudelsäcke, Rauschpfeifen,
Krummhörner, Gemshörner, Schrayerie, Dulcian, Lauten, Mandoline,
irische Bouzouki, Djembe und Udu.Man kann wirklich hinter diesen abenteuerlichen
Worten nur vermuten, wie ausgelassen und musikbegeistert das Konzert
wirkte. Über 30 Instrumente kamen zum Einsatz und berauschten durch
die skurrilsten Töne. Die Gruppe, welche sich vor drei Jahre (neu)
formierte, besteht aus Albert Dannenmann, tiefsingend, an den krummsten
Instrumenten blasend und an den komischsten Kästen leiernd, Jost
Pogrzeba, der für rasanten Trommelwirbel verantwortlich zeigte,
Thomas Roth, der sang und spitze Worte gegen Klerus, Frauen und die
weltlichen Herrscher riskierte und sich als Meister des Bogenstrichs
bewies sowie Georg Hesse, der die Gitarrensaiten zum Krachen brachte,
mal brachial, dann aber auch feinfühligst.Die Lieder der "Geyers"
handeln von Liebe, vom freien Wort, der Lust der Pfaffen, den betörenden
Weibern oder einfach nur irgendwelchen Saufgelagen. Auch das Aussehen
der vier überzeugte: geschnürte Schuhe mit Glöckchen,
sackähnliche Überhänge, Spitzbärte. So war das Aufeinandertreffen
der Bauernbarden und ihrer mittelalterlichen Musik mit der der musikalischsten
Mittelalterburg, der Wartburg, ein ereignisreiches Erlebnis."
Thüringer Landeszeitung vom 06.05.2003:
Mittelalterliches der Gegenwart
Die "Geyers" - wild und wohltuendEisenach (ep/me) Mit einem
Sammelsurium historischer und teils exotischer Instrumente begeisterten
die "Geyers" das Publikum im Palas der Wartburg. Melodien
von Liebe und Lust entlockte das Quartett der Drehleier, dem Krummhorn
oder der Fiedel. Mehr als 150 Gäste kamen zu der lustvollen Reise
durch die mittelalterliche Musik.Geyers Eigenkompositionen, häufig
wild arrangiert, erinnern an Melodien des 16. Jahrhunderts und sind
mitreißend schlechthin. Die Gruppe will keinesfalls die Musik
des späten Mittelalters imitieren, sondern versteht sie als Inspiration.Ihre
farbenfrohen Kostüme empfanden die vier langhaarigen Musiker
historischen Kupferstichen nach. Die Formation gab sich ihren Namen
nach dem bekannten Bauernführer Florian Geyer, der im Bauernkrieg
8000 Landsknechte anführte.In der Szene gelten die "Geyers"
als ausgemachte Profis, was sie schon im Vorjahr an gleicher Stelle
im Vorprogramm von Ritchie Blackmore bewiesen. Damals versanken die
"Geyers" aber im "Schatten" der Rock-Ikone. Nun
traten sie voll ins Rampenlicht und stießen beim Publikum offene
Türen auf - die Türen zum Mittelalter."
Bildunterschrift: Mit eigenen Kompositionen und mittelalterlichen
Texten über die Liebe und Lust warteten die "Geyers"
bei ihrem Konzert im Palas der Wartburg auf. Mehr als 150 Gäste
verfolgten das mitreißende und musikalisch hochwertige Konzert
der "Geyers"
Die Geyers spielten ein Akustik-Konzert
im alten E-Werk in Neckargemünd am Donnerstag, 08.05.2003
Badische Anzeigenzeitung vom 14.05.2003
Der Neckarbote vom 15.05.2003:
"Historische Klänge im alten E-WerkDie Geyers machen Halt
in NeckargemündNeckargemünd (red). Eine lustvolle Reise ins
musikalische Mittelalter erlebten die Besucher des alten E-Werks beim
Auftritt der 4 wackeren Barden der Gruppe Geyers.Diese schienen sich
auf den ersten Blick auf Gewand und Aussehen aus dem 16. Jahrhundert
in die heutige Zeit gerettet zu haben. Jedoch nicht mit dem Ziel mittelalterliche
Musik perfekt zu imitieren, sondern um mit den Besuchern eine musikalische
Zeitreise durch die vergangenen acht Jahrhunderte anzutreten.Und wer
am Anfang noch glaubte, all die mitgebrachten Instrumente dienen reinen
Dekorationszwecken wurde enttäuscht: kein Instrument, das an diesem
Abend in den eigenwilligsten musikalischen Kombinationen nicht seinen
Platz fand. So kam ein ganzes Sammelsurium an exotischen und historischen
Instrumenten u. a. Nyckelharpa, Drehleier, Dudelsack, Rauschpfeife,
Krummhorn, Dulcian, Laute, Mandoline, Djembe und Udu zum Einsatz.Die
Geyers bestachen beim Spiel durch eine unglaubliche Klangvielfalt, gekonnt
gemeisterte Rhythmus- und Instrumentenwechsel, ebenso wie durch perfekten
drei- und vierstimmigen Gesang. Lieder über die Liebe und das freie
Wort, die Lust der Pfaffen, Trinklieder - nicht zimperlich ist der Barde
mit den schwarzen Locken, wenn er mit der Kirche oder der Obrigkeit
ins Gericht zieht.Ein Abend voll ganz anderer Töne im alten E-Werk
- vom Publikum durch frenetisch, nicht enden wollendes Handgeklapper
gefeiert und gewürdigt."
Geyers im Café Provinz in
Marbach 05.04.2003
Marbacher Zeitung vom 08.04.2003:"Dem
begeisterten Publikum wurde ein musikalischer Ohrenschmaus gebotenDie
Geyers kreisten im Café ProvinzLustvolles Spiel mit mittelalterlicher
Musik auf historischen Instrumenten - Und auch das Entertainment kam
nicht zu kurzMarbach. Was sich den rund 80 begeisterten "Ornithologen"
am Samstagabend im Café Provinz bot, war ein musikalischer Ohrenschmaus.Vier
Musiker. Viermal die Liebe zur Musik der vergangenen Tage. Viermal virtuoses
Spiel mit einem Sammelsurium an historischen Instrumenten. Kurz gesagt:
Die Geyers (abgespalten von der Gruppe Des Geyers schwarzer Haufen)
waren in der Stadt. In ihren Kostümen boten sie den Zuhörern
"ein lustvolles Spiel mit mittelalterlicher Musik". Dabei
strapazierte der unverwechselbare Stil von Thomas Roth (Sänger
und "Meister des spitzen Wortes sowie des akkuraten Bogens"),
Albert Dannenmann (Bassgesang, Blasinstrumente und Leier), Georg Hesse
(Saitenmeister für Zartes und Hartes) sowie Jost Pogrzeba ("der
Mann für das amtliche Tempo") nicht nur Aug´ und Ohr,
sondern auch das Zwerchfell.Völlig unvermittelt tauchen bei "Tourdion"
einem Sauflied, das man nie auf nüchternen Magen genießen
sollte - bekannte Klänge auf: Deep Purples "Smoke on the Water"
oder Bachs "Toccata und Fuge in d-moll". Virtuos von Thomas
Roth auf einer Nyckelharpa, einer Schlüsselfidel, gespielt die
eine Art Klaviatur für die unterschiedlichen Töne besitzt
und deren Saiten mit dem Bogen gestrichen werden. Hierzu sei gesagt,
dass die Gruppe eine Freundschaft zu dem legendären Rock-Gitarristen
Ritchie Blackmore (Deep Purple, Rainbow) pflegt und die Nummer eins
seiner Vorgruppen ist. So haben sich auch beide gegenseitig inspiriert.Für
die Freunde der Rockmusik ist genauso gesorgt: Bei "Göttlicher
Devise" gibt es teuflisch gute Bouzouki-Riffs von Georg Hesse.
Roth ist das Entertainment wie auf den Leib geschnitten. Dabei wird
der mittelalterliche Rahmen aber nie verlassen. Dieses Kunststück
ist einmalig.Auch Country und Folk lässt sich mit den historischen
Instrumenten machen.Bei "Noel de Notre Dame" wird im besten
Bluegrass-Stil mit der französischen Drehleier, die immerhin schon
150 Jahre auf ihrer Kurbel hat, mächtig Eindruck gemacht. Und weil
ein Weihnachtslied ohne Text eben "ökonomisch, da das ganze
Jahr spielbar" ist. Eben Geyers pur.Auch kritische Töne werden
an diesem Abend - wenn auch mit einem Augenzwinkern - laut. Beim Lied
"Die Weiber mit den Flöhen" das damalige Leben "von
der Hand in den Mund" parodiert, während der Klerus in Saus
und Braus lebte. So verschwindet der eine oder andere Floh aus den wallenden
Haaren auf Nimmerwiedersehen im dunklen Schlund. Der Papst wird in Anlehnung
an den jetzigen Würdenträger mit zittriger Hand aufs Korn
genommen. Das Ganze im dreistimmigen Kanon und ohne Instrumente.Bevor
aber noch zwei Zugaben folgen müssen, weil der Beifall einfach
nicht abebben will, lässt erst mal der Meister an der Trommel seinem
Können freien Lauf und gibt den anderen drei Kollegen die Möglichkeit,
ihre leeren Gläser an der Bar aufzufüllen - auch um die zuvor
gestellte Frage "Was wollen wir trinken?" zu klären.
Den Abschluss eines tollen Abends, der von Rauschpfeifen, Krumm- und
Gemshörnern, Dudelsäcken, Fellschuhen und Musik aus einer
vergangenen Welt geprägt war, bildet der "Galizische Pro(t)zessionsmarsch".Wahrscheinlich
vom spanischen "Dinkelacker" "San Miguel" inspiriert,
suchten sich die Vier samt ihren Instrumenten schließlich ihren
Weg durch die Zuhörer und fanden letztendlich auch die Schankanlage
hinter dem Tresen. " (gru)
Heilbronner Stimme vom 17.03.03:
Beim Trommelsolo stockt der Atem
Geyers in Flein am 14.03.03
von Luzia Grimm
Der Musiksaal der Schule zu Flyna (Flein) bebt: Ein mittelalterlicher
Abend ist angesagt, und die Geyers machen daraus ein furioses Erlebnis.
Darauf hat Dieter Knauß gesetzt. Er führt den Freundeskreis
der Gemeindebücherei an, die die Truppe verpflichtet hat."Die
Geyers habe ich letztes Jahr erlebt und wollte hier einfach echte Musik
bieten", sagt er. Ein lustvolles Spiel mit mittelalterlicher Musik
auf historischen Instrumenten verspricht Geyers. Das Versprechen wird
völlig unplugged eingelöst.Rund 120 Leute werden von der Klangwelt
erfasst und gehen mit. "Geyers", das sind
Albert Dannenmann, Thomas Roth, Georg Hesse und Jost Pogrzeba. Letzterer
ist der Einzige, der beim Gesang außen vor bleibt. Er ist der
Mann für Tempo und Takt. Mit den Schellen an den Stiefeln schlägt
er die Trommel. Mit den Händen, versteht sich. Sein umjubeltes
Trommel-Solo ist einer der Höhepunkte.Es lässt den Musiksaal
erst einmal schier atemlos und andächtig still werden. Albert Dannenmann
bläst von zart bis kraftvoll, ob Gemshorn, Rauschpfeife, Dudelsack
oder Krummhorn, und ist für die ganz tiefen Töne des Geyerschen
Gesangs und für die Drehleier zuständig. Der Mann an den Saiteninstrumenten
heißt Georg Hesse, singt und hat den Schalk im Nacken ebenso wie
die anderen Geyers, wenn die Texte zum Schauspiel vor düsterer
Kulisse einladen.Die ist grau, eine Kirche steht in lodernden Flammen,
Kreuze säumen einen langen Weg. "Aber mit Geyers geht die
Sonne auf", sagt Thomas Roth, der Vierte im Bund der Geyers. Der
Sänger und Mann an der Schlüsselfidel hat bei der Show das
Wort, er führt es kabarettreif, amüsant.Bis hin zum Schlusspunkt,
ein weiterer Höhepunkt: Galizischer Prozessionsmarsch und San Miguel
oder die Kneipe kommt in Sicht. Nichts ist so ernst und wichtig, als
dass man darüber nicht lachen oder lächeln könnte. Eine
Frage des Standpunkts - bei Geyers mitten im Spiel voller Lust und Leidenschaft
verankert."Wir machen ja sonst ja sonst eher literarische Veranstaltungen",
gibt Dieter Knauß vom Fleiner Freundeskreis der Gemeindebücherei
zur Auskunft, der zum mittelalterlichen Musikspektakel eingeladen hat.
In Zusammenarbeit mit Anja Gerull und Susanne Martin von der Bücherei.
Aber die "Geyers" gönnt man sich nun eben. Dass das völlig
richtig ist, davon sind die Gastgeber schon in der Pause überzeugt.Und
dann sind ja da die mittelalterlichen Liedtexte. Geyers Repertoire ist
schillernd wie das Leben selbst. Die Texte lassen erkennen, dass sich
in vierhundert Jahren so viel nicht hat verändert. Villon klagt
über eine treulose Frau "Du hast ein Herz aus Stein in deiner
Brust. Wie kann man jemand, der mehr gab als nahm, so von sich weisen
ohne Scham?"Und die Texter wussten es damals schon: "Alles
geben die Götter ihren Lieblingen ganz, alle Freuden, alle Schmerzen.
Halbheit ist des Teufels Brut."
Fleiner Nachrichtenblatt
Mittelalterlicher Abend mit den Geyers
von Dieter Knauss
Am 14. März 2003 war die zur Zeit wohl beste mittelalterliche
Formation Deutschlands zu Gast im Musiksaal der Grund- und Hauptschule
Flein. Die "Geyers" - seit 3 Jahren mit neuem Gitarristen
und unter neuem Namen (vormals "Des Geyers schwarzer Haufen"),
nachdem sie sich von einem Mitglied der Gruppe getrennt hatten - sorgten
für ein absolutes Highlight unter den Veranstaltungen des Freundeskreises.Historisch
gewandet begrüßte der Vorsitzende des Freundeskreises mit
einer im mittelalterlichen Stil gehaltenen Rede das Publikum. In den
folgenden 3 Stunden sorgten die ebenfalls in mittelalterlichen Gewändern
auftretenden Musiker, dass die hohen Erwartungen der etwa 120 Gäste
nicht nur erfüllt, sondern bei weitem noch übertroffen wurden.
Dass die Geyers sich in Flein überaus wohl fühlten, davon
konnte sich jeder im Saal überzeugen: das war nicht nur zu hören,
das war den Musikern auch förmlich anzusehen. Auch für den
veranstaltenden Freundeskreis fanden die Geyers lobende Worte: für
die Betreuung, die Organisation, die Atmosphäre, das Ambiente....
Diese Stimmung übertrug sich während des Konzerts auch auf
das Publikum.Der Musiksaal bot den Geyers zudem die seltene Gelegenheit,
ohne Anlageverstärkung, also völlig unplugged, zu musizieren
- für gute Musiker ein wahres Vergnügen. Es war beeindruckend
und immer wieder faszinierend, mit welcher Perfektion diese vier musikalischen
Recken ihre Instrumente beherrschten. Ob verschiedene Blasinstrumente,
Dudelsäcke, Schlüsselfiedel, Zupfinstrumente oder diverse
Trommeln - jedes Instrument erklang gleichermaßen perfekt, ergänzt
durch wohlklingenden Gesang. Die Geyers genossen sichtlich ihr lustvolles
Spiel mit mittelalterlicher Musik. Hier wurde wirklich unverfälschte
Musik von virtuosen, multitalentierten Vollblutmusikern, von wahren
Könnern, geboten.Besonders gut aufgelegt war auch der Frontman
der Gruppe, Thomas Roth, der das Publikum nicht nur musikalisch unterhielt,
sondern auch mit kabarettreifen Einlagen glänzte.Eine ausgewogene
Mischung aus Vocal- und Instrumentalmusik: rhythmische, nachdenkliche,
harmonische oder humorvolle Stücke sorgten immer wieder für
"spontanes, frenetisches, schier nit enden wollendes Handgeklapper",
das vom restlos begeisterten Publikum bereitwillig gezollt wurde.Sehr
großen Anklang fand auch der Exkurs in die Instrumentenkunde:
Wie funktioniert und klingt eine Rauschpfeife, ein Krummhorn, eine
Drehleier oder eine Schlüsselfiedel?Für das entsprechende
mittelalterliche Ambiente sorgte nicht nur das äußerst
dekorative Bühnenbild, sondern vor allem auch der mittelalterliche
Stand von "Haithabu" aus Schwabbach (benannt nach einer
alten Wikingersiedlung), der neben dem Ausschank von verschiedenen
Sorten Met (Honigwein) auch Textilien, Schmuck sowie weitere mittelalterliche
Handelswaren feilbot, die ebenfalls in historischen Gewändern
präsentiert wurden.Das rustikale Buffet - authentisch nur mit
Holzspateln ausgestattet - kam bei den Besuchern ebenfalls sehr gut
an. Ein großes Lob an die "edlen frouwen" der Küche."
Geyers in der Seminarturnhalle
Nagold am 08.03.03
Schwarzwälder Bote vom 11.03.2003
Die Geyers haben sich das Handgeklapper redlich verdient
Musiker begeistern in der Seminarturnhalle sowohl mit mittelalterlichen
Weisen als auch mit rockigen Tönen.von Angela Körner-ArmbrusterNagold.
Im Kerzenschein die ersten Takte. Der Fanclub klatscht mit, der Funke
ist übergesprungen, ein Geyers-Konzert mit "lustvollem Spiel
auf historischen Instrumenten" nimmt seinen temperamentvollen Lauf.Haare
kraus und wallend, Schuhe in Fell oder geschnürt, Gewänder
in Leinen und Leder. Begleitet von Glöckchen an den Schuhen singen
sie von Heinrich VIII. und seinen Frauen, von bösen Weibern und
von Weibern mit den Flöhen. A cappella juckt und kratzt und steckt
es an, dass fast der ganze Saal mitkratzen möchte. Selbst das harmloseste
Trinklied gerät bei ihnen dramatisch und dynamisch. Eine alte Musik,
die scheinbar ewig jung bleibt, ein Rhythmus, der ins Blut geht. Melodien,
die einfach mitreißen. Ein Klangrausch, aus dem es kein Entkommen
gibt. Musik, die nicht fertig daherkommt, die lebt und sich entwickelt.Nach
der Pause rocken sie dann ab, als gelte es den Sprung vom Mittelalter
in die Neuzeit in einer Nacht zu schaffen. Sie singen von Göttern
und der Teufelsbrut, Jahrhunderte prallen aufeinander. Statt tänzerischen
Synkopen gibt es nun bodenständigen Rock - herzlich, sympathisch
und ohne Allüren. Manchmal etwas breiig, manchmal etwas zu mächtig,
doch das Experiment gelingt und Dudelsack und fünfsaitiger, fretless
Bass verbrüdern sich.Die Geyers - das ist Präsenz ohne Show.
Spiel um der Freude willen. Nicht nur miteinander, sondern füreinander.
Was wollen wir trinken? Eigentlich ist es egal - Hauptsache, Musik ist
da! Und so heißt es nur: Kommt, lasst uns tanzen! Auch ohne Ritchie
Blackmore.Die fünf Vollblutmusiker mit ihrer Vielzahl von Instrumenten
heizen nicht nur ordentlich ein, sie sind auch "Künstler für
den Frieden". Mit den uralten Worten der Nibelungen beziehen sie
Stellung: "Und eh sich noch ein Schläger erhebt zum Völkermord,
sucht unsern Bannerträger, das freie Wort."
"Habet Dank für euer Handgeklapper" können Albert
Dannenmann, Georg Hesse, Jost Pogrzeba, Thomas Roth und Maik Walter
oft sagen und so geizen sie nicht mit virtuosen Soli und Zugaben und
das Publikum ist hochzufrieden. Auch den drei 80-jährigen Damen
hat es gut gefallen - sie strahlen und gehen erst nach der letzten Zugabe.
"Ha - des isch jetzt mol was ganz anders - des gfällt uns
au!"
Mit dieser Meinung waren sie nicht allein."
Geyers im Theatercafé Heidenheim
am 04.03.03
Heidenheimer Zeitung vom 06.03.2003
Lieder von Liebe und Suff
Uriges, Kauziges und Schöngeistiges aus dem Mittelalter stilvoll
serviertvon Hans-Peter LeitenbergerBrechend voll war es am Samstagabend,
als die Geyers los legten. Was hier auf mittelalterlichen Instrumenten,
aber auch stimmlich geboten wurde, kann als künstlerisch hochwertige
Unterhaltungsmusik im besten Sinne bezeichnet werden.
Liebevoll platzierte Albert Dannenmann allerlei Tierhörner, Flöten,
Schalmeien und anderes Blasgerät auf einem Tisch, um sie zum Klingen
zu bringen. Thomas Roth moderierte den Abend und erklärte mit viel
Humor, aber auch Sachkunde, das teilweise derbe Liedgut. Dazu ließ
er seine Schlüsselfidel erzählen, während Georg Hesse
sich schamanenhaft zu den Klängen seiner irischen Bouzouki bewegte.
Nur scheinbar unauffällig agierte Jost Pogrzeba an bauchigen Trommeln
und anderem Schlagwerk, aber er bestimmte sanft das Tempo und konnte
mit einem siebenminütigen Solo-Feuerwerk Beifallsstürme entfachen.
Uriges, Kauziges und auch Nachdenkliches in mittelalterlichem Liedgut
wurde mit leidenschaftlicher Musikalität dargeboten. Es ging um
viel Liebe und Suff, was in Zeiten, als der Begriff "Freizeit"
noch ein Fremdwort war, eine der wenigen Vergnügungen für
alle Stände bedeutete. Hier musste intensiv gelebt werden, denn
der Tod konnte mangels geeigneter Pharmaprodukte und harter Lebensumstände
jederzeit zuschlagen.
Als regelrechter Schöngeist zeigte sich Englands Heinrich der Achte.
Viel Poesie lag in seinem Lied (Pastime with good company) und zeigte
die andere Seite des Frauen verschleißenden Machtmenschen. Wie
in Trance betätigte Georg Hesse seine Gitarrenlaute und der betörende
Klang von Albert Dannenmanns Drehleier zu dem Lied über den Burgundergenuss
machte fast süchtig. Francois Villons Klage über seine Freundin,
die ein Herz aus Stein zu haben schien, erklang ebenso mit lustvoller
Frische wie der spöttische Gesang über die Weiber mit den
Flöhen, bei denen selbst der Papst machtlos ist.
Das mehrstimmige Kunstwerk zeigte wiederum die enorme stimmliche Kraft
der Geyers. Auch der Geheime Rat hätte seine Freude gehabt, als
die Vier mit Bouzouki- und Schalmeienklängen sowie sanften Gongschlägen
"Alles geben die Götter ihren Lieblingen ganz" anstimmten.
Die außergewöhnliche Melodik und zarte Rhythmik unterstrich
die poetische Kraft dieses Goetheschen Zitats und wirkte wie ein stimmiger
Kontrast zu dem oft recht derben Liedgut. Herrliche Instrumentalstücke
wie das französische "Weihnachtslied" oder der mit allerlei
Hörnern begleitete Klagesong von Erasmus Widmann über sein
"böses Weib" begeisterten den ganzen Abend über.
"Das freie Wort" als Zugabe machte angesichts der aktuellen
Kriegsrhetorik wiederum nachdenklich. Ein musikalisch hochwertiger Abend
voll Saft und Kraft, der aber auch zeigte, dass mittelalterliches Liedgut
zu Recht nicht vergessen ist."
Schwäbische Post vom 11. Februar 2003
Die Geyers dudeln virtuos und witzig im "Podium" durchs angeblich
so finstere Mittelalter.
Liebe, Lust und Laster von Herbert Kullmann Aalens "Kulturinitiative"
holte am Samstagabend die Geyers ins Café Podium. Die sehens-
und hörenswerten mittelalterlichen Spielleut' begeisterten mit
in Vergessenheit geratenen Texten und Melodien, vorgetragen in der Originalfassung,
zumeist jedoch in modernen Arrangements.
Mit höfischer Minne à la Walther von der Vogelweide hatten
sie nicht allzu viel im Sinne, eher mit breughelscher Derbheit. Das
Aussehen der Geyers, eine Mischung aus Hippies und mittelalterlichen
Altvorderen. Die vier Profi-Musiker stehen seit 15 Jahren auf der Bühne
und sind auch in Aalen als "Des Geyers schwarzer Haufen" bestens
bekannt. Da Zank kein Vorrecht vergangener Zeiten ist, gab es ihn auch
unter den Barden. Das Ergebnis: der urheberrechtlich gestutzte neue
Kurzname. Die Musik jedoch blieb, suchte sich aber bei Liebe, Lust und
Trunkenheit neue Schwerpunkte.Thomas Roth und Albert Dannenmann nehmen
sich zunächst süddeutscher Dudelsäcke an, stellen den
blutrünstigen Heinrich VIII. von seiner schöngeistigen Seite
vor und fügen Renaissance-Melodien dazwischen. Ihr Minnen, begleitet
durch eine eigenwillige Kombination historischer Instrumente wie Drehleier,
Schlüsselfidel, Rauschpfeifen, Krummhörner, Lauten und Trommeln,
nimmt den Zuhörer mit auf eine unterhaltsame Reise in ungewohnte
Klangwelten. Die reduzieren sich allerdings nicht auf bloßes Reproduzieren
mittelalterlicher Musik, "Geyers"-Arrangements sprühen
vor Kreativität, verwischen die Grenze zur Neuzeit. Dabei brillieren
die wackeren Barden mit musikalischem Können. So beherrscht Albert
Dannenmann allerlei Renaissancegebläse sowie Dudelsäcke; Jost
Pogrzeba sorgt mit seinen Trommeln für den nötigen Drive und
Gitarrist Georg Hesse bereichert durch alte und neue Saiteninstrumente.Unentbehrlich
für den musikalischen Ausflug in die Vergangenheit ist Sänger
Thomas Roth. Seine Interpretationen geben den Vorlagen neuen Anstrich,
zeigen: Liebesleid und Herzensschmerz bleiben allzeit aktuell. "Wir
singen nur Lieder, hinter denen wir auch stehen", flötet Roth
verdächtig ins Mikrofon, um hernach von Erasmus Wiedmann zu schwärmen
und dessen garstig "Ich hab' ein böses Weib" anzustimmen.
Wofür es zu seiner eigenen Verwunderung heftigen Beifall gibt.
Dennoch, der positive Gesamteindruck überwog beim Konzert. Geyers
Musikprogramm unterscheidet sich angenehm vom Heer selbsternannter mittelalterlicher
Sangeskünstler durch eine abwechslungsreiche Mischung aus Traditionellem
und neu Arrangiertem, sowie passender Eigenkompositionen nicht nur musikalisch,
sondern auch durch Verzicht auf allzu viel mittelhochdeutschen Sprachgebrauch."
Das Maulbronner Tagblatt berichtet am 08.10.2002:
"Deep Purple" - Gitarrist ließ sich inspirieren
Der Förderverein Maulbronner
Kultur lud am Freitag zu einem besonderen Klangerlebnis mit der Gruppe
"Geyers"
Maulbronn (tg). Zu einem gar lustvollen
Spiel mit mittelalterlicher Musik und Poesie hatte der Förderverein
Maulbronner Kultur am Freitagabend ins alt-ehrwürdige Gemäuer
der Maulbronner Stadthalle geladen. Die Gruppe "Geyers" präsentierte
dabei dem versammelten Volke ihr außergewöhnliches Können
auf einem wahren Sammelsurium an historischen Instrumenten. So waren
unter anderem eine Tastenfidel, eine Drehleier, verschiedenste Renaissance-Gebläse
sowie Dudelsäcke aus Spanien, Frankreich und Deutschland zu sehen
und vor allem zu hören. Auch Gesänge sowie manch spitzes Wort
gaben die vier Barden, die bei ihrem Auftritt entsprechend kostümiert
waren, gar vortrefflich zum Besten.
Rund 100 Besucher hatten sich zu dieser musikalischen Zeitreise, die
von Mittelalter über Renaissance, Barock bis hin zur Neuzeit reichte,
eingefunden. Der Name "Geyers" ist abgeleitet von "Des
Geyers schwarzer Haufen". Unter diesem Namen traten Thomas Roth
(Gesang, Dudelsäcke, Nyckelharpa), Albert Dannenmann (Dudelsäcke,
Renaissancegebläse, Drehleier, Gesang) und Jost Pogrzeba (Percussion,
Gesang) zirka 18 Jahre zusammen auf. Vor knapp drei Jahren schlossen
sie sich mit Georg Hesse (Gitarren, irische Bouzouki, Laute) zusammen
und nannten sich von nun an "Geyers". Gefühlvolle Balladen,
spaßige Trinklieder oder fröhliche Reigentänze waren
beim Maulbronner Konzertabend der "Geyers" angesagt. Das langsamste
zugleich mystischste Stück stammte von Dufay und trug den Titel
"Adieu ce bon vin de Lannoys". Lustig ging es bei dem Lied
"Die Weiber mit den Flöhen" von Ivo de Vento zu.
Und ins 16.Jahrhundert zurück reichte der stimmungsvolle Reigentanz
"Branle de Bourgogne" von Jacques Moderne. Reges Handgeklapper
des geneigten Publikums war die Folge. Insbesondere beeindruckte bei
dem außergewöhnlichen Konzert die dargebotene Klangvielfalt
sowie der gekonnte Instrumenten- und Rhythmuswechsel während der
einzelnen Stücke.
Dabei näherten sich die vier Künstler der mittelalterlichen
Musik aus unterschiedlichsten Richtungen: Elemente aus Klassik, Jazz,
Folk, Soul und Rock flossen mit ein, zudem waren die Klänge leicht
elektronisch verstärkt: Bei schnellen rhythmischen Stücken
hatte man oftmals sogar das Gefühl, als ob denn gleich Florian
Geyer, einst ein Rädelsführer der deutschen Bauernaufstände
1524 und 1525, mit seiner wilden Horde auf die Bühne marschieren
würde. Mehrere Zugaben sowie ein galizischer Marsch durch den Saal
beendeten das Konzerterlebnis. Übrigens: Der legendäre Rock-Gitarrist
Ritchie Blackmore ("Deep Purple", "Rainbow)" ließ
sich von den "Geyers" zu seinem aktuellen Projekt "Blackmore's
Night" inspirieren. Und seit 1998 spielen die "Geyers"
bei Ritchie Blackmores alljährlichen Tourneen durch Deutschland
sogar in dessen Vorprogramm. Gerne erinnert sich Albert Dannenmann auch
an einen für ihn ganz besonderen Live-Gig: Denn gemeinsam mit Blackmore
machte Dannenmann in New York Straßenmusik, am Strand von Long
Island. Just for fun.
Nürtinger Zeitung vom 24.09.2002
Mit modernem Schnick-Schnack
ruckzuck ab ins Mittelalter
Die Geyers vermischten im Club Kuckucksei alte und neue Musik und alte
und neue InstrumenteNürtingen (heb). "Ein lustvolles Spiel"
stand am Samstag auf dem Programm im Nürtinger Club Kuckucksei.
Auf historischen Instrumenten war "mittelalterliche Musik"
angekündigt, vorgetragen von den "Geyers", einem Quintett
aus der näheren Umgebung, das früher unter dem Namen "Des
Geyers schwarzer Haufen" die Gegend unsicher gemacht hatte. Freche
Lieder gegen die Obrigkeit und Trinklieder aus einer Zeit, in der die
Luft nur so schwirrte vor lauter Mystik und Schwertgeklirr, haben sich
die fünf Musikanten aufs Panier geschrieben und reichern auf der
Bühne die Klangwelt von Sackpfeifen und Drehleier mit den Sounds
von E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug enorm an.
Nicht, dass letzteres Prozedere neu wäre oder gar einzigartig -
originell und spannend ist es trotzdem, und was die Geyers in ihren
Mönchskutten und Schnürhemden auf der Bühne abziehen,
ist allen Beifall wert. Rufen doch die ersten Töne der E-Gitarre
ein plötzliches Stutzen hervor, da man glaubt, das Intro von "Purple
Rain" zu hören. Okay, es klingt so, aber was in Verbindung
mit dem zweistimmigen Dudelsack-Spiel von Albert Dannenmann und Thomas
Roth daraus entsteht, entwickelt einen eigenen und eigentümlichen
Reiz.
Doch schon im zweiten Stück, einem englischen Lautenlied aus der
Zeit Heinrich des VIII., weicht die Stromgitarre der altehrwürdigen
Laute, und Sänger Thomas Roth greift zu seinem Parade-Instrument,
der Tastenfidel. Folk-Puristen werden trotzdem ein gewisses Misstrauen
gegen den "modernen Schnick-Schnack" nicht los und noch weiß
man nicht so recht, ob da vielleicht nicht doch was dran ist, wenn ähnliche
Bands wie "Corvus Corax" zum Beispiel ein Hang zu rechtslastigen
Ideologien nachgesagt wird. Aber zumindest damit ist man bei den Geyers
auf dem Holzweg, wie sich an der Auswahl ihrer Lieder im Laufe des Abends
noch erweisen sollte. Und was die elektrische Fraktion betrifft: Was
soll's? Davon bekommt der Gesamtklang eine enorme Fülligkeit. Und
mit Purismus ist bei "Geyers" schon mal gar nichts zu machen.
Dafür sorgt nicht zuletzt Drummer Jost Pogrzeba, der neben einer
afrikanischen Djembe auch noch eine Udu bedient, eine Trommel in Form
eines Keramikballons mit einer relativ schmalen Öffnung, die mit
einem Fell bespannt ist. Entsprechend sind in manchen Stücken die
Rhythmen gestaltet, und es ist erstaunlich, wie gefügig sich die
Klänge von Krummhorn und Georg Hesses irischer Bouzouki in eine
Rumba oder ein sehr orientalisch anmutendes Stück einpassen.
Rockige Breaks würzen Erzählungen alter Dichter, Villon und
Konsorten feiern fröhliche Urständ im "Ei". Thomas
Roth lässt es nicht an historischer Hilfestellung fehlen, die den
Zuhörern die zeitlichen und räumlichen Umstände näher
bringen sollen, unter denen die Lieder und Geschichten entstanden sind,
von denen die Geyers ein Lied zu singen wissen.
Als während der Pause in Saal das Licht angeht, erkennt sich manch
einer als nicht adäquat gekleidet. Denn an diesem Abend hatten
nicht nur das Thekenpersonal, sondern auch einige Fans sich ins Schnabelschuh-Outfit
(oder was man dafür hält) geschwungen. Sei's drum, Jeansträger
können sich zu ihrer Legitimation auf die Stromfraktion der Band
berufen.
Eine unverhohlene Aufforderung zum Kampftrinken konnte am Samstagabend
der geneigte Veranstaltungsbesucher der "göttlichen Devise"
entnehmen, in der ebenso wie in der Schlussnummer hieß: All Voll!"
Ähnlich ging es in der ersten Zugabe weiter: "Was wollen wir
trinken, sieben Tage lang, was wollen wir trinken, so ein Durst."
Damit hatte in der antiatombewegten Menschenkettenzeit der 80er Jahre
die niederländische Gruppe "Bots" für Solidarität
in allen Lebenslagen geworben. Spätestens damit war auch geklärt,
dass die Geyers mit Sicherheit mit - politisch - rechten Ideen nichts,
aber auch gar nichts am Hut haben. Dass sie aber ganz wesentlich besorgt
sind, wenn es um die aktuelle Befindlichkeit von Kollegen geht, bewiesen
sie mit der letzten Zugabe, in der sie das Publikum fragen: "What
shall we do with the drunken Geyers?"
Die Wetterauer Zeitung vom 20.08.02 schreibt über das Aktustik-Konzert
vom 18.08.2002
Glänzende Stimmung beim Autritt der Geyers
Mittelalter-Truppe begeisterte
Publikum in der Wasserburg - Funke sprang schnell über
Bad Vilbel (joh). Die Wasserburg war die
richtige Kulisse für jene vier Barden mit ihren mittelalterlichen
Instrumenten am Sonntagvormittag. (...) Thomas Roth, der neben dem Gesang
auch noch meisterhaft die Fidel, den Dudelsack und die anzügliche
Rede beherrscht, stellte schon mit den ersten Sätzen die Kommunikation
mit dem Publikum her. Mit Gesang, Rhythmus, Gestik und Mimik zogen "Die
Geyers" das Publikum mehr und mehr in ihren Bann. Und wer dieses
Quartett auf der Bühne in Aktion sah und hörte, war erstaunt
über ihr umfangreiches Repertoire, das von derben Liebesliedern
über Tänze und Trinklieder bis hin zu Stücken von Francois
Villon, Erasmus Widmann, Oswald von Wolkenstein, Heinrich VIII. von
England und ganz modernen Arrangements reichte, die in einem anregenden
Kontrast mit den alten Instrumenten standen. Man hörte den Dudelsack,
die Flöte in unterschiedlichsten Größen, das Krummhorn,
die Drehleier und die Fidel, die Mandoline, die Landsknechttrommel und
die Rauschpfeife, doch auch den A-capella-Gesang beherrschten die "Geyers".
Entsprechend der Tradition des 15. und 16. Jahrhunderts tauchten neben
dem Deutschen Englisch und Französisch, kräftige, nach Küchenlatein
klingende Flüche und italienische Brocken in den Texten auf. Selbst
das hin und wieder angesagte Stimmen der Instrumente und die oft fließenden
Übergänge zwischen den einzelnen Stücken wurden rhythmisch
und mimisch untermalt, und die zwei Stunden im Burghof vergingen im
Fluge. Es wurde viel gelacht und geklatscht, die Kinder hüpften
zwischen den Stuhlreihen umher, und die Stimmung war ausgezeichnet.
Als die vier schließlich gegen Ende von den "Weibern mit
den Flöhen" sangen und sich überall zu kratzen begannen,
da ergriff dieser Impuls auch das Publikum, und mancher musste sich
verstohlen kratzen.
Mittelalterliche Atmosphäre brachten auch die authentische Haartracht
und die Kostüme der Barden, wenn man einmal von der (notwendigen)
modernen Brille des Mannes absieht, der, wie es im Programmheft stand,
"für das amtliche Tempo zu sorgen" hatte, nämlich
Jost Pogrzeba. Außer den bereits Genannten sah und hörte
man Albert Dannenmann und Georg Hesse ebenso lustvoll und vielfältig
musizieren. Die Musiker der "Geyers" ehemals als "Des
Geyers schwarzer Haufen" sind zu Recht über die Grenzen Deutschlands
hinaus bekannt und wurden 1999 vom Fernsehpublikum des SWR zu den "Spielleuten
des Jahres" gewählt.
Kein Wunder dann also, dass am Ende der Veranstaltung rhythmisch mitgeklatscht,
Refrains gesungen und Zugaben verlangt wurden."Thomas Wilken schreibt:in
der Rhein-Neckar Zeitung Heidelberg am 25.07.2002: "Ritchies Ausflug
in die VergangenheitDer ehemalige Deep-Purple-Gitarrist verschrieb sich
alter Musik - Blackmore zeigt deutsche Wurzeln (...) Eingeleitet wird
der zweite Auftritt des Ausnahmegitarristen in Heidelberg innerhalbe
eines Jahres von einer Gruppe, die schon seit vielen Jahren in Deutschland
die Fahne der mittelalterlichen Musik hochhält: den "Geyers",
ehemals des "Geyers schwarzer Haufen". Die vier Musiker begleiten
Blackmore immer bei seiner Deutschland-Tour und sorgen mit ihrer handgemachten
Musik auf historischen Instrumenten für den ersten Jubel. Sie waren
es auch, die den Briten vor einigen Jahren zur historischen Musik "bekehrten".
Blackmore sagt von sich selbst, dass er bei einem Besuch in Deutschland
die Geyers sah und sofort von der Musik begeistert war.
Dies schlägt sich auch in der Musik nieder. Denn der Titel des
neuen Albums, "Fires at midnight", ist nichts anderes als
eine aufgemotzte und umarrangierte Version des Geyers-Klassikers "Göttliche
Devise". (...)Karfunkel, Ausgabe Juni 2002 - Juli 2002:von Daniela
Meier:" Die Geyers in Mannheim Die hinterbliebenen Recken des ehemaligen
Geyers schwarzer Haufen gaben sich am Sonntag, 11. März 2002 in
der Mannheimer Konkordienkirche die Ehre. Überraschend für
alle, die sie von früher her etwas gediegener kennen, zeigten sich
die Geyers in beschwingt frischer Form. Nicht mehr überwiegend
gesangslastig, mit zahlreichen, oftmals gar schrägen und jazzig
anmutenden Improvisationen, bewiesen sie - auch mit bis dato unbekannten
Stücken - neue Spielfreude im Umgang mit der Alten Musik. Auch
optisch prunkten zwei der Mannen in stilvollerer Gewandung, die ihnen
einen würdevollen Anstrich verlieh. Wie gewohnt, unterhielt Frontmann
Thomas Roth das Publikum mit coolen Sprüchen, die mit leicht zweideutigem
Touch auch die ganz Jungen zum Lachen brachten. Wie zu hören war,
nahmen sich die wackeren Mannen in der respekterheischenden Atmosphäre
der Kirche zwar etwas zurück, begeisterten aber doch zunehmend
ihre Hörer, die sich schlussendlich auch in dieser heiligen Halle
zum Mitklatschen animieren ließen. Krönender Abschluss des
interessanten Abends war die Zugabe mit der gefühlvollen Geyers-(Neu-)Vertonung
des "Freien Wortes" von Georg Herrwegh, dem legendären
Revolutionär von 1848.
Die Heilbronner Stimme berichtet
am 24.01.2002
Geyers mit Akustik-Programm im Heilbronner Red RiverBalladen
und Hardrock
von Monika Köhler
Was die "Geyers" bei ihrem Auftritt
im Red River mit "Lustvollem Spiel mit mittelalterlicher Musik"
im Schilde führen, ist bereits nach den ersten Takten klar. Nicht
nach artiger Musik aus früheren Jahrhunderten steht den Fünfen,
die teilweise aus "Des Geyers schwarzer Haufen" hervorgegangen
sind, der Sinn. Das Akustikprogramm haben die Meister auf historischen
Instrumenten zu Hause gelassen. Sie arrangieren mit Michael Walter am
Kontra- und E-Bass in ihrer Akustik- und Elektrik-Formation Drehleier,
Dudelsäcke, Rauschpfeifen oder irische Bouzouki so, wie ihnen der
Sinn danach steht. Das kann sich dann schon mal außergewöhnlich
anhören, insbesondere, wenn Georg Hesse an der E-Gitarre seinen
hardrockigen Senf dazu gibt. So bizarr wie die Musik sind die Texte,
die die Künstler aus süddeutschen Landen oft selbst hinzudichten.
Ein- oder mehrstimmig ist von Heinrich VIII. zu hören, von der
Abrechnung mit der treulosen Freundin oder von "Weibern mit den
Flöhen". Thomas Roth, eben noch virtuos an der Tastenfidel
zugange, bringt es gesanglich auf den Punkt: "Ich hab ein böses
Weib." (Anmerkung des Webmasters: was selbstverständlich im
wahren Leben keinesfalls zutrifft ;-) ).Wähnten sich die Zuhörer
in der gut besuchten Musikkneipe bei balladesken Tönen gerade noch
bei den Tänzen auf bretonischen Hügeln, schwirren ihnen im
nächsten Moment donnernde Rockformationen um die Ohren. Gefolgt
von einem Dudelsackduell zwischen Thomas Roth und Albert Dannenmann.Unter
den langhaarigen Barden mit seinem Rauschebart der Zünftigste,
versteht sich Dannenmann an anderer Stelle kunstfertig auf das Spielen
von Rauschpfeifen, Krumm- und Gemshörnern. Dass die Geyers bei
aller Liebe zu früheren Jahrhunderten nicht von gestern sind, zeigt
sich spätestens bei Jost Pogrzebas Trommel-Solo auf der Djembe,
wenn seine Finger in wahnwitzigem Tempo über Membran und Rahmen
fliegen und er dafür spontanen Beifall erntet.
Interview von Daniela Meier mit
Thomas Roth,
veröffentlicht im Karfunkel August 2002 bis September 2002
(ungekürzt)
Die Mittelalter-Rebellen: Die Geyers
Im Jahr 1525 führte der deutsche Reichsritter Florian Geyer rebellische
Bauernhorden unter dem Namen Des Geyers schwarzer Haufen in ihrem Kampf
um dörfliche Selbstverwaltung und Aufhebung der Leibeigenschaft
an. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen und der idealistische
Ritter am 10. Juni 1525 in Würzburg ermordet. Übrig blieben
vier wackere Recken - so die Legende - die unter dem Namen Geyers noch
heute als Spielleute mit Schwerpunkt Renaissance-Musik unterwegs sind.
Sänger Thomas Roth erzählte Daniela Meier die Geschichte der
Geyer.
Was verbindet ihr mit dem Revolutionär
Florian Geyer?
Er war ein Mann aus dem Adelsstand, der die sozialen Ungerechtigkeiten
seiner Zeit erkannte, sich gegen seine eigenen Interessen als Ritter
stellte und für die Belange der Bauern einsetzte. Er versorgte
sie mit Geld und Waffen und leistete ihnen intellektuelle Schützenhilfe.
Zum einen versuchte er, sie vor dem sofortigen Losschlagen abzuhalten,
zum andern ordnete er sie als Truppe und stellte sich an ihre Spitze.
Vereinfacht gesagt, sah er, dass es anderen dreckig ging, und half:
soziales Engagement in einer mittelalterlichen Figur. So etwas können
wir uns auf die Fahne schreiben.
In euren Konzerten lasst ihr derbe Sprüche,
beispielsweise über die Kirche, vom Stapel. Seht ihr hier heutige
Missstände, gegen die ihr vorgehen möchtet?
Nein, wir wollen den Menschen nicht vorhalten, was heutzutage schlecht
läuft. Wir wollen unterhalten, die Leute sollen lauthals lachen,
überrascht sein, sich fallen lassen, vielleicht auch mal nachdenken.
Diese Ziele verfolgen wir, wenn wir auf die Bühne gehen. Wo wir
politisch stehen, ist sekundär. Dass wir nicht rechts drauf sind,
ist schon wichtig, muss aber in unserem Fall gewiss nicht extra betont
werden. Die Kirche ist ein schwieriges Kapitel. Sie tut sicher das eine
oder andere Positive, hat aber eine fürchterliche Geschichte und
ist auch heute noch voller moralischer Doppelbödigkeit. Zudem dient
sie manchem Politiker als Vehikel, um vorwärts zu kommen. Natürlich
können wir spaßeshalber auf der Bühne sagen: "Es
gibt zwei Arten von Pfaffen - die zölibatären und die nicht-zölibatären.
Beide tun dasselbe." Dies alles ist eine leichte Form von Kabarett,
ist Satire.
Einiges ist allerdings missverständlich,
beispielsweise gewisse frauenfeindlich anmutende Äußerungen
...
Es kann überhaupt keine Rede davon sein, dass das Leben und die
Liebe nur auf Kosten der Frauen geht. Diese können durchaus auch
Männer in psychische und materielle Schwierigkeiten bringen - damals
wie heute. Das ist ein Punkt, der mich aus meiner eigenen Vita möglicherweise
dazu bringt, auch die Rechte der Männer zu vertreten. Ich haben
schon viel Schmerzliches am eigenen Leib erlebt und sicher auch Leid
über die ein oder andere Frau gebracht. Mit Frauenfeindlichkeit
hat das jedoch nichts zu tun, sondern mit gelebtem Alltag. Insofern
ist das Lied "Ich hab´ ein böses Weib" von Erasmus
Widmann auch nicht ernst zu nehmen.
Wie kamst du selbst zur Rennaisance-Musik?
Zuerst hast du doch eine klassische Ausbildung absolviert?
Ja, ich habe an der Musikhochschule in Stuttgart ein Studium in Schulmusik
begonnen. Mit zwanzig hat mich jedoch das Leben ergriffen, und ich habe
gemerkt, dass das nichts für mich ist. Eines Tages hörte ich
Konstantin Wecker und wusste, dass ich eher so singen wollte. Außerdem
hatte ich noch viel nachzuholen, da ich aus einem sehr behüteten
Elternhaus stamme. Das hat meinen weiteren Werdegang, auch hinsichtlich
meiner geistigen und politischen Haltung, geprägt. Später
habe ich an der Universität Stuttgart Germanistik und Geschichte
studiert und danach an der Pädagogischen Hochschule. Zuhause liegt
nun ein Schein zum staatlich geprüften Grund- und Hauptschullehrer
herum. Ich habe nie als Lehrer gearbeitet, aber dennoch hat mir das
seitens meiner Kollegen viel Häme eingebracht, auch weil sich viele
Lehrer in der Mittelalter-Szene tummeln.
Wie kam es zur Gründung der Band?
Kurz zur Vorgeschichte: 1984 stieß ich als Sänger zu Albrecht
Schmitt-Rheintaler und Ulrich von Ohlenhausen. Wir nannten uns Des Geyers
schwarzer Haufen. Bald darauf verließ Ulrich die Band. Auf der
Suche nach jemandem, der Dudelsack spielt, rief ich Michael Hoffmann
vom Verlag der Spielleute an. Dieser empfahl Albert Dannenmann. Gleich
bei unserem ersten Zusammentreffen wurde klar: der oder keiner! Seine
Erscheinung, seine Stimme, sein Instrumentarium - all das war sehr beeindruckend.
Kurz danach sprachen wir in unserer damaligen Stammkneipe in Ludwigsburg
Jost Pogrzeba als möglichen Trommler an, der für seine Verhältnisse
relativ temperamentvoll und spontan zusagte. Nach der Trennung von Albrecht
stieß Georg Hesse aus Ulm zu uns vier verbliebenen Geyern. Das
war anno 2000, als wir uns auch in Geyers umtauften. Florian King gab
ein zweijähriges Intermezzo als Bassist, bis Michael Walter diesen
Part bei unseren Rock-Projekten übernahm. Nach diesem Neuanfang
sind wir damit nun komplett.
Was sind eure musikalischen Wurzeln?
Albert kommt als einziger aus der Alten Musik. Er hatte eine Gruppe
namens Danserey, stark geprägt vom Instrumentarium Günther
Körbers. Mit ihm verkaufte und reparierte er alte Instrumente am
Stand beim Festival in St. Chartier, Frankreich, und hat als Lohn erst
einmal ein Krummhorn erhalten. Mit Charme und Engagement hat er sich
die Körber-Instrumente erarbeitet. Auch im ideellen Sinne ist dies
ein Riesen-Kapital. Früher hat er zudem noch Klarinette, Querflöten
und andere Flöten erlernt. Jost, der Mann fürs amtliche Tempo,
trommelt in allen Fassetten, hat ursprünglich Akkordeon gelernt,
dann im Akkordeon-Club Schlagzeug gespielt und anschließend an
der Hochschule Schlagzeug studiert. Er mag die Rockmusik der 70er, 80er.
Zudem ist er ein Mann, der hohe Ansprüche an sich stellt, sich
ständig weiter entwickelt und in der Musik oftmals kompliziertere
Dinge bevorzugt. Georg Hesse ist eher Jazzer. Er spielt Gitarre und
irische Bouzouki. Das ergänzt sich wunderbar; seitdem er dabei
ist, groovt es viel mehr. Ich selbst habe früher Geige gespielt,
die derzeit jedoch in der Ecke steht. Das wird sich wieder ändern,
wenn wir die entsprechenden - nicht mittelalterlichen - Musikstücke
zu Gehör bringen. Derzeit spiele ich hauptsächlich Nyckelharpa.
Wie sucht ihr die Stücke aus, die
euch faszinieren?
Wir haben uns viel mit Villon beschäftigt und diesen zum Teil neu
aufgelegt. Irgendwann bekamen wir Texte in die Hände wie "Vor
vollen Schüsseln muss ich Hungers sterben". Die Figur Villon
ist total faszinierend, diese Mischung aus Kriminalität und Intellektualität.
Wie er wirklich war, wissen wir nicht. Ob die Übersetzung/Nachdichtung
von Paul Zech authentisch ist oder nicht, spielt für uns keine
Rolle. Die Art der Dichtung hat uns gefallen - und erlaubt ist bei uns,
was gefällt!
Wer komponiert die Musik zu Texten, die
nicht bereits mit Melodie überliefert wurden?
Das machen wir inzwischen alle zusammen. Jeder Vorschlag wird ernst
genommen, was sehr viel Freude bereitet.
Ihr habt auch einen kurzen Abstecher in
die Volksmusik-Szene gemacht und konntet euch vorstellen, dort viel
Geld zu verdienen. Warum hat es damit nicht geklappt?
Das war 1988/89, noch zu Zeiten von Des Geyers schwarzer Haufen. Während
der Auftritte in Sendungen wie "Marianne und Michael", haben
wir uns immer als Fremdkörper gefühlt und gemerkt, dass dies
nicht unsere Klientel ist. Allerdings sind wir dadurch sehr bekannt
geworden. Mich haben auf einmal Leute auf der Straße gegrüßt,
die früher gesagt hätten: "Du hast so lange Haare, geh´
doch zum Friseur, du Gammler". Es war eine kurze, heftige Phase
und finanziell auch nicht uninteressant. Michael meinte, unsere Musik
sei zwar toll, aber die Leute wollten, wenn sie abends von der Arbeit
heimkommen, etwas Freundlicheres hören als "Ich hab´
ein böses Weib". Da wir sozusagen die Wurzeln der deutschen
Volksmusik mit Instrumenten und Liedgut vertonen, haben wir mit "Zum
Tanze da geht ein Mädel", gerade noch so in eine Volksmusik-Sendung
hineingepasst. Aber Toni Marschall war den Zuschauern dann doch lieber.
Es waren zwei amüsante Jahre, in denen wir auch Heino, Heinz Schenk
oder Bernhard Brink kennen gelernt haben. Es gibt zwar viele unsympathische
Typen in dieser Szene. Aber die meisten der eigentlich sehr guten Background-Musiker
sind häufig Jazzer, die - um überleben zu können - zur
Volksmusik gekommen sind. Ich hüte mich inzwischen vorschnell über
andere zu urteilen. In einem zwanzigjährigen Lernprozess habe ich
erkannt, dass eine gewisse Demut vor den Mitmenschen und deren Leistungen
eine Frage der sozialen Kompetenz ist.
Wie und warum seid ihr dazu gekommen, eure
Musik elektronisch zu verstärken?
Wenn wir vor fünfhundert Leuten spielen, brauchen wir Verstärkung
für unsere akustischen Instrumente, damit es auch die in den hinteren
Bänken hören. In unserem Akustik-Elektronik-Programm kommt
zu den alten Instrumenten eine E-Gitarre hinzu, Michael Walter spielt
den E-Bass, Jost neben den Percussionsteilen ein normales Drum-Set -
ohne Synthesizer - oder Keyboards, eigentlich eine puritanische Besetzung.
Wir haben einen Gitarristen, der die E-Gitarre wirklich beherrscht.
Jost spielt ein sehr qualifiziertes Schlagzeug und möchte mal Gas
geben. Auch ich habe Spaß daran, die Harpa über ein Effektgerät
zu schicken und mit Sounds zu experimentieren. Albert hat die Drehleier
ebenfalls plug-bar gemacht. Es wäre jammerschade, all dies nicht
auszutesten, was wir mit unserer Musik nun permanent tun.
Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Ritchie
Blackmore von Deep Purple?
1987/88 haben wir uns auf der Götzenburg in Jagsthausen getroffen.
Da haben wir eine sogenannte Mugge - musikalisches Gelegenheitsgeschäft
- für eine Gesellschaft gespielt, die eine mittelalterliche Tafeley
gebucht hat. Wir sind dann Zeremonienmeister, Musikanten und Herold
in einem. Der Oberkellner sagte danach zu uns: "Im Nebenzimmer
sitzt ein Herr, der behauptet, er sei Ritchie Blackmore". Wir haben
ihm vorgespielt, ein Bier bekommen und so fort... Morgens gegen halb
neun haben wir Adressen ausgetauscht. Kurze Zeit später kam ein
Anruf aus New York: Auf der Burg Frankenstein werde die Neuerscheinung
von Deep Purple vorgestellt und Ritchie wünsche, uns dort zu sehen.
Das war ein schönes Erlebnis für mich. Er hat mich seinen
Bandkollegen vorgestellt: "Thomas mein Sohn aus mittelalterlichen
Zeiten". Damit meinte er, dass ich sein Sohn sei und früher
im Mittelalter mit ihm Musik gemacht hätte.
Glaubt er tatsächlich an Reinkarnation,
oder sagte er das nur aus Spaß?
Nein, er glaubt durchaus, im Mittelalter gelebt zu haben, besser - er
weiß es. Unsere "Vater-Sohn-Beziehung" ist jedoch eher
locker. Ritchie hat inzwischen eher Kontakt zu Albert, unserem wandelnden
Melodienlexikon. Zudem sagte Ritchie über uns: "Ihr seid meine
größte Inspiration." Er findet auch unsere Neu-Formation
musikalisch gereifter als früher. Das alles freut und ehrt uns
natürlich. Die wichtigen Dinge glaube ich ihm selbstverständlich.
Was ist es für ein Gefühl, als
Vorgruppe mit einem ehemaligen Jugend-Idol auf Tour zu gehen?
Gut, ein schönes Gefühl. Es ist immer spannend: Findet das
Konzert statt oder nicht? Für mich unglaublich, wenn ehemalige
Kollegen der Mittelalter-Szene über ihn die Nase rümpfen.
Sie sollten erst mal erreichen, was er erreicht hat. Außerdem
ist er unbestritten ein Gitarrist von Weltformat. Einem solchen Mann
sollte das Recht auf freie Entfaltung zugestanden werden. Er hat hochqualifizierte
Musiker um sich geschart, macht nur das, was ihm Spaß macht, und
das imponiert mir sehr. Wenn jemand seinen Stil zu amerikanisch, zu
verpopt findet, dann soll er eben nicht mehr zu diesen Konzerten gehen.
Ich finde es klasse, dass er die Schublade mittelalterliche Musik mit
bedient und dadurch Menschen an sie heran führt. Davon profitieren
meines Erachtens alle dort Tätigen.
Ihr selbst habt kaum Mittelaltermärkte
bedient. Warum?
Wir haben selten auf Mittelaltermärkten gespielt, weil wir dem
einen Veranstalter nicht authentisch genug waren, dem anderen wiederum
zu teuer oder beides. Inzwischen ist unsere Spielfreude in einer Art
und Weise zurück gekehrt, dass wir uns durchaus vorstellen können,
auch wieder auf Märkten aufzutreten, allerdings nicht an jedem
Wochenende. Ein Problem sehe ich zudem darin, dass es nach Öffnung
des Ostens auf diesen Veranstaltungen üblich wurde, ausschließlich
die laute, krachende Schiene zu fahren. Mancher Zuschauer würde
sich nun freuen, auch mal wieder feinere, konzertante Töne zu hören.
Doch ist es für uns Musiker sehr schwierig, diese den hinteren
Reihen ohne elektronische Verstärkung der Instrumente verständlich
zu machen. Nun klafft aber eine riesige Schere zwischen der Prinzipienreiterei
einerseits und dem reinen Spaß an der Musik andererseits. Fiele
die gestrenge Forderung nach authentischer Aufführung mittelalterlicher
Musik weg, ließen sich noch viel mehr Möglichkeiten, Musik
auf Märkten darzubieten, ausreizen. Kurz gesagt: Gebt uns PA-Anlagen!
Leisere Töne, elektronisch verstärkt, würden das musikalische
Spektrum auf Märkten noch wesentlich interessanter machen.
Was ist unter den "Les Gourmands"
zu verstehen?
Das sind Show-Programme, die wir im Bankettbereich anbieten. Musikalisch-literarisch,
wird hier mehr Gewicht auf das Wort gelegt. Es ist eine Zeitreise, bei
der wir unter anderem auch Sinatra-Songs aufgenommen haben. Dies bietet
uns viel Abwechslung, beispielsweise mit einem A-Capella-Programm aus
den 20er Jahren. In unserer aktuellen Besetzung - mit Georg und Michael
- ist das Spektrum wesentlich breiter geworden. Ich als Sänger
traue mich zudem an Dinge heran, an die ich mich früher nicht gewagt
hätte. Es dauert vielleicht noch zwei Jahre, bis alle wissen, was
die Geyers inzwischen sind, doch denke ich, dass wir sonnigen Zeiten
entgegen gehen.
Was war dein schönstes Erlebnis als
Musiker?
Das war, als ich vor knapp drei Jahren Simone auf dem Hohenneuffen kennen
gelernt habe (lacht). Das hat meinem Leben fürwahr einen neuen
Groove gegeben. Aber Spaß beiseite: Musikalisch bemerkenswerte
Erlebnisse waren früher für mich, als Bass-Solist in Kirchen
auf der Empore Messen von Mozart, Bach, Händel oder Gounod zu singen:
hinter mir eine riesige Orgel, ein großer Chor und ein Orchester,
vor mir der Dirigent und dann der Abgrund. Oder die Konzerte in Jagsthausen,
die wir mit der früheren Band bis 1994 vor einem tausendköpfigen
Publikum gespielt haben. Höhepunkte waren zudem die Konzerte mit
Ritchie. Schön ist es auch zu hören, dass sich die Band weiter
entwickelt hat - und ich mich als Mensch ebenso.
Wie habt ihr die Festivals der Spielleute
erlebt?
Es war sehr gut, dass es diese Sendung gab. Sie hat unserer Nischenkultur
ein Forum geboten. Ich finde es schade, dass sie dem Quotendruck zum
Opfer fallen musste. Ein neues Gewand, ein neuer Name, fetzigere Inhalte
und eine Neuauflage wäre machbar und sicher eine gute Sache.
Was sind eure Zukunftspläne? Wird
es eine neue CD geben?
Ja, ich weiß, es ist höchste Zeit für eine neue CD.
Das Material ist weitestgehend fertig, aber es gibt noch Fragen zu klären.
Wahrscheinlich werden zwei CDs erscheinen: eine akustische und eine
"Geyers in Rock". Wenn wir das richtige Studio gefunden haben,
werden wir die CDs noch in diesem Jahr aufnehmen. Zudem werden wir daran
arbeiten, uns weiter zu entwickeln, und dem Stillstand den Kampf ansagen.
Wir freuen uns schon sehr darauf.
Für die neue CD wünscht Karfunkel
euch gute, kreative Ideen und viel Erfolg!"
2001
The Geyers
16.06.2001, Oehringen, Schlosshof
Every year you find a lot of mediaeval combos on the faires during the
summer, who entertain the masses with their melodies. Best knows in
the metal scene are In Extremo and Corvus Corax, but beside these there
are other top bands who play this kind of music.One of them is the minstrel
band THE GEYERS, formerly Des Geyers Schwarzer Haufen, who we adored
in the court of the castle Oehringen. The Geyers, again support for
Blackmore´s Night this year, have two different programs to offer.
The "loud set", as Thomas Roth says, the frontman of the band
whose voise reminds of Konstantin Wecker, and on the other hand the
"low set". Today we heard the soft sound. The bass man had
been left at home, and guitarrist Gerog Hesse played around with several
acoustic guitars and lutes. Which leads us into counting the instruments.
Singer Thomas Roth and his mate Albert Dannenmann played no less than
5 differetn bag pipes (Hümmelchen, Dudei, Spanish and German pipes
and the German "Bock" - which is decorated with huge horns).
Additionally they had several flutes and recorders, nyckelharpas, hurdy
gurdy, crumhorns, pipes, Dulcian, horns etc. It was an astonishing variety
of instruments.
Musically they offered the more low entertaining
line, which was perfect for the audience, consisting mostly of middle
aged people.Beside the stage were a few couples trying mediaeval dances.
The lyrics often were from the department "not too nice",
introduced by funny speeches by Thomas Roth, who always found something
for a good laugh.
During the break there was a man swallowing
fire, and a night watchman entered the stage and told stories about
the living and loving in his home town.
There was a christmas song, performed without
words from seasonal reasons, during which Jost Pogrzeba could make a
proof of his skills on the drums.He used only a single drum , a djembe,
stuck between his legs, and showed us, that a good drummer can do an
interesting and varied drum solo on one single drum.
The audience was well entertained, but
only when "Was wollen wir trinken" was played, they got really
into it, there was singing and hand clapping as much as everyone could.
In the end the show of the guys was over much too quickly, and they
had to return for two encores.
Setlist
Guten Abend
Deux Jollis Dames
Tourdion
Branle Des Bourgogne
Die Weiber mit den Flöhen
Böses Weib
Adieu Ce Bon Vin De Lanroise
Herori Matori
Ballade an eine treulose Freundin
Gavotten
Bretonisch
Landsknechte kommen
Elegie
Pastime With Good Company
Quatre Branle
Noel
All Voll
Was wollen wir trinken
Wohlauf wir wollen schlafen
Das freie Wort
Gallizisch
Ronde 9
The Geyers (a/e)
06.07.2001, Waeschenbeuren, Waescherschloss
Two weeks ago I could enjoy the music of Medieval Folk Band THE GEYERS
(formerly. DES GEYERS SCHWARZER HAUFEN). The fascination they caused
with their mediaeval music led me to check their acoustic/electric set
today, played in the romatic courtyard of the Waescherschloss in Waeschenbeuren.
Singer Thomas Roth described it: "When we play a set like this,
people often ask: do you play alwayys with a drum set etc, from now
on? Answer: No, but today!"
Sure, the parts of the electric guitar will produce a smile on the faces
of a metal audience, there are only a few songs in the set with the
typical distortion. Alsom the band is far from the harshness which you
hear with In Extremo. But... "Who Cares"? We don´t always
need it! No! Today we were invited to enjoy nice melodies, played on
istruments like bag pipes, flutes, lutes etc. The "merry playing
with mediaeval music" - as Thomas Roth calls it - did not fail
to impress the audience, which had people of all ages. The enthusiasm
rose from song to song. The guitar solo of Georg Hesse, really worth
listening even for friends of a harder set, opened the more "hard"
part of the set. The guitar was played in its full loudness. But before
there was a break, during which you could relieve nature in the "stables"
(said Thomas).
The second half also was convincing. Again
the band played lively through their set, interrupted by the funny introductions
by Thomas, which were similar to those of last time. Interesting to
see also bass man Michel Walter, who showed phantastic skills on his
upright bass as well as on electric.He only playes those gigs marked
a/e. "Wohlauf wir wollen schlafen"(Come on let´s go
to sleep) led to the end of the set, but as rocky and intelligent as
they played it, nobody could even think of sleep. Come on let´s
go to head bang, would have been the correct title for this version
of the song.
They came back for two encores, demanded
by the audience, the applause lead by the boss of Ritchie Blackmore´s
German fan club.
Setlist
Elegie
Deux Jolies Dames
Tourdion
Böses Weib
Branle de Bourgogne
Ballade an eine treulose Freundin
Herori Matori
Mon Ami
Gavotten
--------------
Bretonisch
All Voll
Ronde 9
Pastime with Good Company
Noel
Göttliche Devise
Was wollen wir trinken
Wohlauf wir wollen Schlafen
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Das freie Wort
Mohrentanz
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Galizisch
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