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CD-Kritiken

 

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Geyers

Bands, die nach dem neuesten, modernsten und angesagtesten Sound streben, gibt es mehr als genug. Ihrem Ideal kommen sie nur äußerst selten nahe. Auf der anderen Seite des Zeitstrahls stehen Musiker, die sich dem eigenen kulturellen Erbe verpflichtet fühlen. Europa und hier speziell der deutsche Sprachraum bietet eine Fülle an Möglichkeiten, um im musikalischen Vermächtnis zu wildern und die Töne längst vergangener Tage wieder aufleben zu lassen. Eine der wohl besten Vertreter dieser Zunft sind die Geyers. Die vierköpfige Gruppe besteht aus Thomes Roth (Gesang und Gestreiche), Albert Dannemann (Gesang, Blaserei und Leierei), Georg Hesse (Gitarre) und Rhythmus-Mann Jost Pogrzeba.
Unter dem Namen 'Des Geyers Schwarzer Haufen' spielen sie schon seit Mitte der Achtziger zusammen; damals noch ohne Georg Heese, der erst später hinzu stößt. Ihren Namen müssen sie 2000 aus rechtlichen Gründen ändern und nennen sich fortan schlicht Geyers. Während der Bauernkriege 1524/25 gab es einen Aufständischen, der Florian Geyer hieß. Seine Gefolgschaft war der schwarze Haufen. Schwarz als Zeichen der Armut. Im Jahr 1525 sollen 7995 seiner 8000 Gefolgsleute bei Schlachten mit dem schwäbischen Bund (die schon wieder) umgekommen sein. Nur "fünf absolut sympathische, gutaussehende, musikalische Recken haben das überlebt. Und die bespielen heute, so sie denn gesucht und bezahlt werden, die Bühnen im deutschsprachigem Raum". So richtig ernst scheinen sie sich selbst nicht zu nehmen und das ist auch gut so.

Zusammen kommen die Mitglieder der Geyers aber eher wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde, denn eine Planung "so, wir machen jetzt Mittelalter- und Renaissance-Musik" gab es nicht. Vielmehr steht der Zufall Pate. Bei einer Feier auf einer Burg spielt Thomas Roth Geige und ein weiter Musiker trommelt dazu. Den Wirten auf der Burg gefällt das so gut, dass sie die Musiker immer wieder einladen, bis diese ihre Instrumentierung um Drehleiern und Dudelsäcke und das Repertoir erweitern. Irgendwann, nachdem Albert Dannemann dazu stößt, ist das Line Up komplett.

Seit den Gründungstagen verbindet sie eine innige musikalische Freundschaft mit Ex-Purple und Rainbow-Klampfer Ritchie Blackmore, der sich nicht zuletzt von den Klängen der Geyers zu seinem Projekt Blackmore's Night inspirieren ließ. Nach dessen Worten beinhaltet die 1988er "All Voll"-Scheibe "die Quintessenz der Renaissance-Musik. Da sind ein paar unglaubliche Sachen drauf". Folgerichtig, dass der Meister der sechs Saiten sich auch bei seinen Ideenlieferanten bedankt, und so spielen die Geyers alljährlich im Vorprogramm von Candice und Ritchie, um das Publikum einzustimmen, und auch auf Geyers-Alben ist Blackmore zuweilen zu hören.

Die vier machen jedoch nicht nur im etwas poppigeren Rahmen von Blackmore's Night auf sich aufmerksam. Konzerte in ganz Europa tragen die Kunde der Spielleute ins Ausland, und auch bei den meisten großen Fernsehsendern sind sie schon zu bewundern gewesen. Vielseitigkeit ist ihre Domäne, wenn sie ihre stimmungsvollen Lieder zum Besten geben. Entweder als Akustik-Quartett, oder etwas elektrifizierter mit Michael Walter als Verstärkung am Bass. Dabei verzichten sie jedoch ganz explizit auf Keyboards, statt dessen wechseln die Geyers munter die Instrumente, um einen atmosphärischen Sound zu produzieren. Dabei kommen "Nyckelharpa, Drehleier, deutsche, französische, spanische, italienische und schottische Dudelsäcke, Rauschpfeifen, Krummhörner, Gemshörner, Schrayerie, Dulcian, Lauten, Mandoline, irische Bouzouki, Djembe und Udu" zum Einsatz.

Sie verlegen sich nicht starr darauf, alte Weisen widerzugeben, sondern mischen gekonnt alte Texte mit eigener Musik, oder greifen Melodien aus vergangenen Tagen auf und fügen diesen eigene Worte hinzu, die sie live immer wieder geschickt mit ironischen Spitzen versehen, so dass nichts ferner liegen würde, als Bierernstigkeit. Auf jeden Fall ist es sicher, dass beim Werkeln der Geyers immer wieder spannende Klänge entstehen.

Diskographie:

Und Dein Roter Mund (2003)
Live (1999)
Stella Splendens (1997)
Balladen Über Liebe, Leben Und Tod (1992)
All Voll (1988)
Die Erste (1986)


Pax et Gaudium zum Konzert der Geyers auf der Wartburg

Die Geyers spielten ein Akustik-Konzert auf der Wartburg in Eisenach am 03.05.2003
Das Magazin "Pax et Gaudium" berichtet in seiner August, September, Oktober 2003-Ausgabe:


Geyers Wartburgkonzert "unplugged" im Pallas

Das war eine blendende Idee von der Wartburgstiftung und Andreas Volkert, am 3. Mai, "zwischen den Feiertagen" sozusagen, ein Konzert auf der Wartburg zu veranstalten und dazu die Geyers einzuladen. Die nutzten denn auch prompt diese günstige Gelegenheit und die Eisenacher wie die Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung ebenfalls.

So war es denn am Samstagabend proppenvoll im Festsaal des Palas der Wartburg, als die vier Musiker in bester Spiellaune auf die ebenerdige "Bühne" traten. Vor einem beinahe ehrfürchtig lauschenden Publikum gab es dann ein zweistündiges Konzert vom Feinsten, mit allem, was man von dieser Profi-Band erwarten durfte und konnte: Traditionelles und Bekanntes wie die "Branle de Bourgogne" oder "Tourdion" und Neues wie das Lied "Abschied". Natürlich waren auch Titel der gerade erschienenen neuen CD "Und dein roter Mund" darunter, so zum Beispiel "Pastime With Good Company", mit dem Text und der Musik vom berüchtigten König Heinrich VIII. oder "Die Weiber mit den Flöhen". Dabei war aber auch - das musste sein! - Georg Herweghs "Das freie Wort" in der Vertonung der Geyers, 1843 geschrieben und aktuell wie eh und je. Alles neu arrangiert, was gerade den bekannten und oft gehörten Stücken gut bekommen ist.Musikalisch gesehen zeigten sich die Musiker und Sänger um Frontmann Thomas Roth bestens vorbereitet und topfit. Roth führte launig durchs Programm, wobei er seinen bisweilen hintergründigen Humor nicht im Mindesten versteckte, was beim Publikum übrigens gut ankam. Er brillierte besonders auf "seinem" Instrument, der Nyckelharpa, und mit Gesang. Albert Dannenmann war wie immer die stets präsente, unaufdringliche, aber höchst musikalische melodische Stütze des Ensambles mit Drehleier, Dudelsack, Flöten, Krummhorn, Rauschpfeife und Low Whistle. Für eine sichere harmonische Basis sorgte Georg Hesse auf der Gitarrenlaute und der irischen Bouzouki. Manchmal trat er aber weit über diese Funktion hinaus auch - bisweilen etwas swingend - solistisch hervor. Zusammen mit Jost Pogrzeba schuf er den unverwechselbaren Groove der Band. Percussionist Pogrzeba war dabei weit mehr als ein "einfacher" Drummer, was er nicht nur in einem wunderbaren Solo bei dem des Textes beraubten Weihnachtslied "Noel de Notre Dame" auf der Djembe bewies. Präzise stellte er seine variantenreichen, melodiösen Rhythmen dem Ensamble zur Verfügung.Es war ein Konzert der Extraklasse, das hier geboten wurde; ein Konzert, das wohltuend abstach von den vielen lauten und oft simplen Darbietungen, die sich heutzutage unter dem Deckmantel so genannter "Mittelalter-Musik" versammeln. Es war professionelle Musik, auf die man sich einlassen musste. Die Zuhörer konnten das und taten es gerne.Sie hatten augenscheinlich von den Geyers auch nichts anderes erwartet. Und sie wurden nicht enttäuscht, wie der lang anhaltende, lautstarke Beifall bezeugte. Ohne Zugaben ging es da natürlich nicht ab: Die Geyers zierten sich nicht und spielten eine um die andere, zu guter Letzt zur Beruhigung der Gemüter eine förmlich dahingehauchte Fassung des Sussato-Klassikers "Mon Ami".

Von Ulrich Mehler


Thüringer Allgemeine vom 07.05.2003 von Thomas Seifert:

"Die BauernbardenEin Hauch von Mittelalterklängen durch die "Geyers" im Palas der WartburgEisenach. Einst gab es Florian Geyer. Der befehligte eine Truppe während der Bauernkriege. Sein Heer war 8000 Mann stark, von denen aber 7996 die Schlachten nicht überlebten. Nur vier Tapfere schafften es, mit dem Leben davon zu kommen, sogar bis heute. Nicht aber als Bauern, sondern als Barden.So proklamierten sich die Mittelaltermusikanten, die "Geyers", gleich zu Beginn ihres Konzerts im Palas der Wartburg. Sogleich versetzten sie stürmisch und stimmungs-geballt ihr etwa 200 Personen Publikum ins Staunen und Klatschen. Mit einem sinnlichen Streifzug, gespickt mit durchtriebenen Melodien und verführerischen Klängen, mit humorvollen Manieren und allerhand Anekdotischem, stürzten sich die vier verwegen ins pralle Mittelalterleben, so dass die musikalische Reise quer durch die Jahrhunderte die Betrachter vereinnahmte und faszinierte. So heulten und krischen sie ihre Trinklieder, dann interpretierten sie sanftfühlend und melancholisch Liebeslieder, mal auf Englisch, dann auf Deutsch. Weiterhin lebten die subtilen, polyphonen Sätze auf, die doch gerade erst den zauberhaften Reiz der Mittelalter- und Renaissancemusik ausmachen. Ebenso zu Gehör kamen wohlklingende Melodien von Tänzen, vorgetragen auf exotischen und historischen Instrumenten, wie Nyckelharpa, Drehleier, deutsche, französische, spanische, italienische und schottische Dudelsäcke, Rauschpfeifen, Krummhörner, Gemshörner, Schrayerie, Dulcian, Lauten, Mandoline, irische Bouzouki, Djembe und Udu.Man kann wirklich hinter diesen abenteuerlichen Worten nur vermuten, wie ausgelassen und musikbegeistert das Konzert wirkte. Über 30 Instrumente kamen zum Einsatz und berauschten durch die skurrilsten Töne. Die Gruppe, welche sich vor drei Jahre (neu) formierte, besteht aus Albert Dannenmann, tiefsingend, an den krummsten Instrumenten blasend und an den komischsten Kästen leiernd, Jost Pogrzeba, der für rasanten Trommelwirbel verantwortlich zeigte, Thomas Roth, der sang und spitze Worte gegen Klerus, Frauen und die weltlichen Herrscher riskierte und sich als Meister des Bogenstrichs bewies sowie Georg Hesse, der die Gitarrensaiten zum Krachen brachte, mal brachial, dann aber auch feinfühligst.Die Lieder der "Geyers" handeln von Liebe, vom freien Wort, der Lust der Pfaffen, den betörenden Weibern oder einfach nur irgendwelchen Saufgelagen. Auch das Aussehen der vier überzeugte: geschnürte Schuhe mit Glöckchen, sackähnliche Überhänge, Spitzbärte. So war das Aufeinandertreffen der Bauernbarden und ihrer mittelalterlichen Musik mit der der musikalischsten Mittelalterburg, der Wartburg, ein ereignisreiches Erlebnis."



Thüringer Landeszeitung vom 06.05.2003:
Mittelalterliches der Gegenwart

Die "Geyers" - wild und wohltuendEisenach (ep/me) Mit einem Sammelsurium historischer und teils exotischer Instrumente begeisterten die "Geyers" das Publikum im Palas der Wartburg. Melodien von Liebe und Lust entlockte das Quartett der Drehleier, dem Krummhorn oder der Fiedel. Mehr als 150 Gäste kamen zu der lustvollen Reise durch die mittelalterliche Musik.Geyers Eigenkompositionen, häufig wild arrangiert, erinnern an Melodien des 16. Jahrhunderts und sind mitreißend schlechthin. Die Gruppe will keinesfalls die Musik des späten Mittelalters imitieren, sondern versteht sie als Inspiration.Ihre farbenfrohen Kostüme empfanden die vier langhaarigen Musiker historischen Kupferstichen nach. Die Formation gab sich ihren Namen nach dem bekannten Bauernführer Florian Geyer, der im Bauernkrieg 8000 Landsknechte anführte.In der Szene gelten die "Geyers" als ausgemachte Profis, was sie schon im Vorjahr an gleicher Stelle im Vorprogramm von Ritchie Blackmore bewiesen. Damals versanken die "Geyers" aber im "Schatten" der Rock-Ikone. Nun traten sie voll ins Rampenlicht und stießen beim Publikum offene Türen auf - die Türen zum Mittelalter."
Bildunterschrift: Mit eigenen Kompositionen und mittelalterlichen Texten über die Liebe und Lust warteten die "Geyers" bei ihrem Konzert im Palas der Wartburg auf. Mehr als 150 Gäste verfolgten das mitreißende und musikalisch hochwertige Konzert der "Geyers"


Die Geyers spielten ein Akustik-Konzert im alten E-Werk in Neckargemünd am Donnerstag, 08.05.2003

Badische Anzeigenzeitung vom 14.05.2003
Der Neckarbote vom 15.05.2003:


"Historische Klänge im alten E-WerkDie Geyers machen Halt in NeckargemündNeckargemünd (red). Eine lustvolle Reise ins musikalische Mittelalter erlebten die Besucher des alten E-Werks beim Auftritt der 4 wackeren Barden der Gruppe Geyers.Diese schienen sich auf den ersten Blick auf Gewand und Aussehen aus dem 16. Jahrhundert in die heutige Zeit gerettet zu haben. Jedoch nicht mit dem Ziel mittelalterliche Musik perfekt zu imitieren, sondern um mit den Besuchern eine musikalische Zeitreise durch die vergangenen acht Jahrhunderte anzutreten.Und wer am Anfang noch glaubte, all die mitgebrachten Instrumente dienen reinen Dekorationszwecken wurde enttäuscht: kein Instrument, das an diesem Abend in den eigenwilligsten musikalischen Kombinationen nicht seinen Platz fand. So kam ein ganzes Sammelsurium an exotischen und historischen Instrumenten u. a. Nyckelharpa, Drehleier, Dudelsack, Rauschpfeife, Krummhorn, Dulcian, Laute, Mandoline, Djembe und Udu zum Einsatz.Die Geyers bestachen beim Spiel durch eine unglaubliche Klangvielfalt, gekonnt gemeisterte Rhythmus- und Instrumentenwechsel, ebenso wie durch perfekten drei- und vierstimmigen Gesang. Lieder über die Liebe und das freie Wort, die Lust der Pfaffen, Trinklieder - nicht zimperlich ist der Barde mit den schwarzen Locken, wenn er mit der Kirche oder der Obrigkeit ins Gericht zieht.Ein Abend voll ganz anderer Töne im alten E-Werk - vom Publikum durch frenetisch, nicht enden wollendes Handgeklapper gefeiert und gewürdigt."


Geyers im Café Provinz in Marbach 05.04.2003

Marbacher Zeitung vom 08.04.2003:"Dem begeisterten Publikum wurde ein musikalischer Ohrenschmaus gebotenDie Geyers kreisten im Café ProvinzLustvolles Spiel mit mittelalterlicher Musik auf historischen Instrumenten - Und auch das Entertainment kam nicht zu kurzMarbach. Was sich den rund 80 begeisterten "Ornithologen" am Samstagabend im Café Provinz bot, war ein musikalischer Ohrenschmaus.Vier Musiker. Viermal die Liebe zur Musik der vergangenen Tage. Viermal virtuoses Spiel mit einem Sammelsurium an historischen Instrumenten. Kurz gesagt: Die Geyers (abgespalten von der Gruppe Des Geyers schwarzer Haufen) waren in der Stadt. In ihren Kostümen boten sie den Zuhörern "ein lustvolles Spiel mit mittelalterlicher Musik". Dabei strapazierte der unverwechselbare Stil von Thomas Roth (Sänger und "Meister des spitzen Wortes sowie des akkuraten Bogens"), Albert Dannenmann (Bassgesang, Blasinstrumente und Leier), Georg Hesse (Saitenmeister für Zartes und Hartes) sowie Jost Pogrzeba ("der Mann für das amtliche Tempo") nicht nur Aug´ und Ohr, sondern auch das Zwerchfell.Völlig unvermittelt tauchen bei "Tourdion" einem Sauflied, das man nie auf nüchternen Magen genießen sollte - bekannte Klänge auf: Deep Purples "Smoke on the Water" oder Bachs "Toccata und Fuge in d-moll". Virtuos von Thomas Roth auf einer Nyckelharpa, einer Schlüsselfidel, gespielt die eine Art Klaviatur für die unterschiedlichen Töne besitzt und deren Saiten mit dem Bogen gestrichen werden. Hierzu sei gesagt, dass die Gruppe eine Freundschaft zu dem legendären Rock-Gitarristen Ritchie Blackmore (Deep Purple, Rainbow) pflegt und die Nummer eins seiner Vorgruppen ist. So haben sich auch beide gegenseitig inspiriert.Für die Freunde der Rockmusik ist genauso gesorgt: Bei "Göttlicher Devise" gibt es teuflisch gute Bouzouki-Riffs von Georg Hesse. Roth ist das Entertainment wie auf den Leib geschnitten. Dabei wird der mittelalterliche Rahmen aber nie verlassen. Dieses Kunststück ist einmalig.Auch Country und Folk lässt sich mit den historischen Instrumenten machen.Bei "Noel de Notre Dame" wird im besten Bluegrass-Stil mit der französischen Drehleier, die immerhin schon 150 Jahre auf ihrer Kurbel hat, mächtig Eindruck gemacht. Und weil ein Weihnachtslied ohne Text eben "ökonomisch, da das ganze Jahr spielbar" ist. Eben Geyers pur.Auch kritische Töne werden an diesem Abend - wenn auch mit einem Augenzwinkern - laut. Beim Lied "Die Weiber mit den Flöhen" das damalige Leben "von der Hand in den Mund" parodiert, während der Klerus in Saus und Braus lebte. So verschwindet der eine oder andere Floh aus den wallenden Haaren auf Nimmerwiedersehen im dunklen Schlund. Der Papst wird in Anlehnung an den jetzigen Würdenträger mit zittriger Hand aufs Korn genommen. Das Ganze im dreistimmigen Kanon und ohne Instrumente.Bevor aber noch zwei Zugaben folgen müssen, weil der Beifall einfach nicht abebben will, lässt erst mal der Meister an der Trommel seinem Können freien Lauf und gibt den anderen drei Kollegen die Möglichkeit, ihre leeren Gläser an der Bar aufzufüllen - auch um die zuvor gestellte Frage "Was wollen wir trinken?" zu klären. Den Abschluss eines tollen Abends, der von Rauschpfeifen, Krumm- und Gemshörnern, Dudelsäcken, Fellschuhen und Musik aus einer vergangenen Welt geprägt war, bildet der "Galizische Pro(t)zessionsmarsch".Wahrscheinlich vom spanischen "Dinkelacker" "San Miguel" inspiriert, suchten sich die Vier samt ihren Instrumenten schließlich ihren Weg durch die Zuhörer und fanden letztendlich auch die Schankanlage hinter dem Tresen. " (gru)


Heilbronner Stimme vom 17.03.03: Beim Trommelsolo stockt der Atem
Geyers in Flein am 14.03.03


von Luzia Grimm


Der Musiksaal der Schule zu Flyna (Flein) bebt: Ein mittelalterlicher Abend ist angesagt, und die Geyers machen daraus ein furioses Erlebnis. Darauf hat Dieter Knauß gesetzt. Er führt den Freundeskreis der Gemeindebücherei an, die die Truppe verpflichtet hat."Die Geyers habe ich letztes Jahr erlebt und wollte hier einfach echte Musik bieten", sagt er. Ein lustvolles Spiel mit mittelalterlicher Musik auf historischen Instrumenten verspricht Geyers. Das Versprechen wird völlig unplugged eingelöst.Rund 120 Leute werden von der Klangwelt erfasst und gehen mit. "Geyers", das sind
Albert Dannenmann, Thomas Roth, Georg Hesse und Jost Pogrzeba. Letzterer ist der Einzige, der beim Gesang außen vor bleibt. Er ist der Mann für Tempo und Takt. Mit den Schellen an den Stiefeln schlägt er die Trommel. Mit den Händen, versteht sich. Sein umjubeltes Trommel-Solo ist einer der Höhepunkte.Es lässt den Musiksaal erst einmal schier atemlos und andächtig still werden. Albert Dannenmann bläst von zart bis kraftvoll, ob Gemshorn, Rauschpfeife, Dudelsack oder Krummhorn, und ist für die ganz tiefen Töne des Geyerschen Gesangs und für die Drehleier zuständig. Der Mann an den Saiteninstrumenten heißt Georg Hesse, singt und hat den Schalk im Nacken ebenso wie die anderen Geyers, wenn die Texte zum Schauspiel vor düsterer Kulisse einladen.Die ist grau, eine Kirche steht in lodernden Flammen, Kreuze säumen einen langen Weg. "Aber mit Geyers geht die Sonne auf", sagt Thomas Roth, der Vierte im Bund der Geyers. Der Sänger und Mann an der Schlüsselfidel hat bei der Show das Wort, er führt es kabarettreif, amüsant.Bis hin zum Schlusspunkt, ein weiterer Höhepunkt: Galizischer Prozessionsmarsch und San Miguel oder die Kneipe kommt in Sicht. Nichts ist so ernst und wichtig, als dass man darüber nicht lachen oder lächeln könnte. Eine Frage des Standpunkts - bei Geyers mitten im Spiel voller Lust und Leidenschaft verankert."Wir machen ja sonst ja sonst eher literarische Veranstaltungen", gibt Dieter Knauß vom Fleiner Freundeskreis der Gemeindebücherei zur Auskunft, der zum mittelalterlichen Musikspektakel eingeladen hat. In Zusammenarbeit mit Anja Gerull und Susanne Martin von der Bücherei. Aber die "Geyers" gönnt man sich nun eben. Dass das völlig richtig ist, davon sind die Gastgeber schon in der Pause überzeugt.Und dann sind ja da die mittelalterlichen Liedtexte. Geyers Repertoire ist schillernd wie das Leben selbst. Die Texte lassen erkennen, dass sich in vierhundert Jahren so viel nicht hat verändert. Villon klagt über eine treulose Frau "Du hast ein Herz aus Stein in deiner Brust. Wie kann man jemand, der mehr gab als nahm, so von sich weisen ohne Scham?"Und die Texter wussten es damals schon: "Alles geben die Götter ihren Lieblingen ganz, alle Freuden, alle Schmerzen. Halbheit ist des Teufels Brut."


Fleiner Nachrichtenblatt
Mittelalterlicher Abend mit den Geyers

von Dieter Knauss

Am 14. März 2003 war die zur Zeit wohl beste mittelalterliche Formation Deutschlands zu Gast im Musiksaal der Grund- und Hauptschule Flein. Die "Geyers" - seit 3 Jahren mit neuem Gitarristen und unter neuem Namen (vormals "Des Geyers schwarzer Haufen"), nachdem sie sich von einem Mitglied der Gruppe getrennt hatten - sorgten für ein absolutes Highlight unter den Veranstaltungen des Freundeskreises.Historisch gewandet begrüßte der Vorsitzende des Freundeskreises mit einer im mittelalterlichen Stil gehaltenen Rede das Publikum. In den folgenden 3 Stunden sorgten die ebenfalls in mittelalterlichen Gewändern auftretenden Musiker, dass die hohen Erwartungen der etwa 120 Gäste nicht nur erfüllt, sondern bei weitem noch übertroffen wurden. Dass die Geyers sich in Flein überaus wohl fühlten, davon konnte sich jeder im Saal überzeugen: das war nicht nur zu hören, das war den Musikern auch förmlich anzusehen. Auch für den veranstaltenden Freundeskreis fanden die Geyers lobende Worte: für die Betreuung, die Organisation, die Atmosphäre, das Ambiente.... Diese Stimmung übertrug sich während des Konzerts auch auf das Publikum.Der Musiksaal bot den Geyers zudem die seltene Gelegenheit, ohne Anlageverstärkung, also völlig unplugged, zu musizieren - für gute Musiker ein wahres Vergnügen. Es war beeindruckend und immer wieder faszinierend, mit welcher Perfektion diese vier musikalischen Recken ihre Instrumente beherrschten. Ob verschiedene Blasinstrumente, Dudelsäcke, Schlüsselfiedel, Zupfinstrumente oder diverse Trommeln - jedes Instrument erklang gleichermaßen perfekt, ergänzt durch wohlklingenden Gesang. Die Geyers genossen sichtlich ihr lustvolles Spiel mit mittelalterlicher Musik. Hier wurde wirklich unverfälschte Musik von virtuosen, multitalentierten Vollblutmusikern, von wahren Könnern, geboten.Besonders gut aufgelegt war auch der Frontman der Gruppe, Thomas Roth, der das Publikum nicht nur musikalisch unterhielt, sondern auch mit kabarettreifen Einlagen glänzte.Eine ausgewogene Mischung aus Vocal- und Instrumentalmusik: rhythmische, nachdenkliche, harmonische oder humorvolle Stücke sorgten immer wieder für "spontanes, frenetisches, schier nit enden wollendes Handgeklapper", das vom restlos begeisterten Publikum bereitwillig gezollt wurde.Sehr großen Anklang fand auch der Exkurs in die Instrumentenkunde: Wie funktioniert und klingt eine Rauschpfeife, ein Krummhorn, eine Drehleier oder eine Schlüsselfiedel?Für das entsprechende mittelalterliche Ambiente sorgte nicht nur das äußerst dekorative Bühnenbild, sondern vor allem auch der mittelalterliche Stand von "Haithabu" aus Schwabbach (benannt nach einer alten Wikingersiedlung), der neben dem Ausschank von verschiedenen Sorten Met (Honigwein) auch Textilien, Schmuck sowie weitere mittelalterliche Handelswaren feilbot, die ebenfalls in historischen Gewändern präsentiert wurden.Das rustikale Buffet - authentisch nur mit Holzspateln ausgestattet - kam bei den Besuchern ebenfalls sehr gut an. Ein großes Lob an die "edlen frouwen" der Küche."


Geyers in der Seminarturnhalle Nagold am 08.03.03
Schwarzwälder Bote vom 11.03.2003

Die Geyers haben sich das Handgeklapper redlich verdient

Musiker begeistern in der Seminarturnhalle sowohl mit mittelalterlichen Weisen als auch mit rockigen Tönen.von Angela Körner-ArmbrusterNagold. Im Kerzenschein die ersten Takte. Der Fanclub klatscht mit, der Funke ist übergesprungen, ein Geyers-Konzert mit "lustvollem Spiel auf historischen Instrumenten" nimmt seinen temperamentvollen Lauf.Haare kraus und wallend, Schuhe in Fell oder geschnürt, Gewänder in Leinen und Leder. Begleitet von Glöckchen an den Schuhen singen sie von Heinrich VIII. und seinen Frauen, von bösen Weibern und von Weibern mit den Flöhen. A cappella juckt und kratzt und steckt es an, dass fast der ganze Saal mitkratzen möchte. Selbst das harmloseste Trinklied gerät bei ihnen dramatisch und dynamisch. Eine alte Musik, die scheinbar ewig jung bleibt, ein Rhythmus, der ins Blut geht. Melodien, die einfach mitreißen. Ein Klangrausch, aus dem es kein Entkommen gibt. Musik, die nicht fertig daherkommt, die lebt und sich entwickelt.Nach der Pause rocken sie dann ab, als gelte es den Sprung vom Mittelalter in die Neuzeit in einer Nacht zu schaffen. Sie singen von Göttern und der Teufelsbrut, Jahrhunderte prallen aufeinander. Statt tänzerischen Synkopen gibt es nun bodenständigen Rock - herzlich, sympathisch und ohne Allüren. Manchmal etwas breiig, manchmal etwas zu mächtig, doch das Experiment gelingt und Dudelsack und fünfsaitiger, fretless Bass verbrüdern sich.Die Geyers - das ist Präsenz ohne Show. Spiel um der Freude willen. Nicht nur miteinander, sondern füreinander. Was wollen wir trinken? Eigentlich ist es egal - Hauptsache, Musik ist da! Und so heißt es nur: Kommt, lasst uns tanzen! Auch ohne Ritchie Blackmore.Die fünf Vollblutmusiker mit ihrer Vielzahl von Instrumenten heizen nicht nur ordentlich ein, sie sind auch "Künstler für den Frieden". Mit den uralten Worten der Nibelungen beziehen sie Stellung: "Und eh sich noch ein Schläger erhebt zum Völkermord, sucht unsern Bannerträger, das freie Wort."
"Habet Dank für euer Handgeklapper" können Albert Dannenmann, Georg Hesse, Jost Pogrzeba, Thomas Roth und Maik Walter oft sagen und so geizen sie nicht mit virtuosen Soli und Zugaben und das Publikum ist hochzufrieden. Auch den drei 80-jährigen Damen hat es gut gefallen - sie strahlen und gehen erst nach der letzten Zugabe. "Ha - des isch jetzt mol was ganz anders - des gfällt uns au!"
Mit dieser Meinung waren sie nicht allein."


Geyers im Theatercafé Heidenheim am 04.03.03
Heidenheimer Zeitung vom 06.03.2003

Lieder von Liebe und Suff

Uriges, Kauziges und Schöngeistiges aus dem Mittelalter stilvoll serviertvon Hans-Peter LeitenbergerBrechend voll war es am Samstagabend, als die Geyers los legten. Was hier auf mittelalterlichen Instrumenten, aber auch stimmlich geboten wurde, kann als künstlerisch hochwertige Unterhaltungsmusik im besten Sinne bezeichnet werden.
Liebevoll platzierte Albert Dannenmann allerlei Tierhörner, Flöten, Schalmeien und anderes Blasgerät auf einem Tisch, um sie zum Klingen zu bringen. Thomas Roth moderierte den Abend und erklärte mit viel Humor, aber auch Sachkunde, das teilweise derbe Liedgut. Dazu ließ er seine Schlüsselfidel erzählen, während Georg Hesse sich schamanenhaft zu den Klängen seiner irischen Bouzouki bewegte. Nur scheinbar unauffällig agierte Jost Pogrzeba an bauchigen Trommeln und anderem Schlagwerk, aber er bestimmte sanft das Tempo und konnte mit einem siebenminütigen Solo-Feuerwerk Beifallsstürme entfachen.
Uriges, Kauziges und auch Nachdenkliches in mittelalterlichem Liedgut wurde mit leidenschaftlicher Musikalität dargeboten. Es ging um viel Liebe und Suff, was in Zeiten, als der Begriff "Freizeit" noch ein Fremdwort war, eine der wenigen Vergnügungen für alle Stände bedeutete. Hier musste intensiv gelebt werden, denn der Tod konnte mangels geeigneter Pharmaprodukte und harter Lebensumstände jederzeit zuschlagen.
Als regelrechter Schöngeist zeigte sich Englands Heinrich der Achte. Viel Poesie lag in seinem Lied (Pastime with good company) und zeigte die andere Seite des Frauen verschleißenden Machtmenschen. Wie in Trance betätigte Georg Hesse seine Gitarrenlaute und der betörende Klang von Albert Dannenmanns Drehleier zu dem Lied über den Burgundergenuss machte fast süchtig. Francois Villons Klage über seine Freundin, die ein Herz aus Stein zu haben schien, erklang ebenso mit lustvoller Frische wie der spöttische Gesang über die Weiber mit den Flöhen, bei denen selbst der Papst machtlos ist.
Das mehrstimmige Kunstwerk zeigte wiederum die enorme stimmliche Kraft der Geyers. Auch der Geheime Rat hätte seine Freude gehabt, als die Vier mit Bouzouki- und Schalmeienklängen sowie sanften Gongschlägen "Alles geben die Götter ihren Lieblingen ganz" anstimmten. Die außergewöhnliche Melodik und zarte Rhythmik unterstrich die poetische Kraft dieses Goetheschen Zitats und wirkte wie ein stimmiger Kontrast zu dem oft recht derben Liedgut. Herrliche Instrumentalstücke wie das französische "Weihnachtslied" oder der mit allerlei Hörnern begleitete Klagesong von Erasmus Widmann über sein "böses Weib" begeisterten den ganzen Abend über. "Das freie Wort" als Zugabe machte angesichts der aktuellen Kriegsrhetorik wiederum nachdenklich. Ein musikalisch hochwertiger Abend voll Saft und Kraft, der aber auch zeigte, dass mittelalterliches Liedgut zu Recht nicht vergessen ist."



Schwäbische Post vom 11. Februar 2003
Die Geyers dudeln virtuos und witzig im "Podium" durchs angeblich so finstere Mittelalter.


Liebe, Lust und Laster von Herbert Kullmann Aalens "Kulturinitiative" holte am Samstagabend die Geyers ins Café Podium. Die sehens- und hörenswerten mittelalterlichen Spielleut' begeisterten mit in Vergessenheit geratenen Texten und Melodien, vorgetragen in der Originalfassung, zumeist jedoch in modernen Arrangements.
Mit höfischer Minne à la Walther von der Vogelweide hatten sie nicht allzu viel im Sinne, eher mit breughelscher Derbheit. Das Aussehen der Geyers, eine Mischung aus Hippies und mittelalterlichen Altvorderen. Die vier Profi-Musiker stehen seit 15 Jahren auf der Bühne und sind auch in Aalen als "Des Geyers schwarzer Haufen" bestens bekannt. Da Zank kein Vorrecht vergangener Zeiten ist, gab es ihn auch unter den Barden. Das Ergebnis: der urheberrechtlich gestutzte neue Kurzname. Die Musik jedoch blieb, suchte sich aber bei Liebe, Lust und Trunkenheit neue Schwerpunkte.Thomas Roth und Albert Dannenmann nehmen sich zunächst süddeutscher Dudelsäcke an, stellen den blutrünstigen Heinrich VIII. von seiner schöngeistigen Seite vor und fügen Renaissance-Melodien dazwischen. Ihr Minnen, begleitet durch eine eigenwillige Kombination historischer Instrumente wie Drehleier, Schlüsselfidel, Rauschpfeifen, Krummhörner, Lauten und Trommeln, nimmt den Zuhörer mit auf eine unterhaltsame Reise in ungewohnte Klangwelten. Die reduzieren sich allerdings nicht auf bloßes Reproduzieren mittelalterlicher Musik, "Geyers"-Arrangements sprühen vor Kreativität, verwischen die Grenze zur Neuzeit. Dabei brillieren die wackeren Barden mit musikalischem Können. So beherrscht Albert Dannenmann allerlei Renaissancegebläse sowie Dudelsäcke; Jost Pogrzeba sorgt mit seinen Trommeln für den nötigen Drive und Gitarrist Georg Hesse bereichert durch alte und neue Saiteninstrumente.Unentbehrlich für den musikalischen Ausflug in die Vergangenheit ist Sänger Thomas Roth. Seine Interpretationen geben den Vorlagen neuen Anstrich, zeigen: Liebesleid und Herzensschmerz bleiben allzeit aktuell. "Wir singen nur Lieder, hinter denen wir auch stehen", flötet Roth verdächtig ins Mikrofon, um hernach von Erasmus Wiedmann zu schwärmen und dessen garstig "Ich hab' ein böses Weib" anzustimmen. Wofür es zu seiner eigenen Verwunderung heftigen Beifall gibt.
Dennoch, der positive Gesamteindruck überwog beim Konzert. Geyers Musikprogramm unterscheidet sich angenehm vom Heer selbsternannter mittelalterlicher Sangeskünstler durch eine abwechslungsreiche Mischung aus Traditionellem und neu Arrangiertem, sowie passender Eigenkompositionen nicht nur musikalisch, sondern auch durch Verzicht auf allzu viel mittelhochdeutschen Sprachgebrauch."


Das Maulbronner Tagblatt berichtet am 08.10.2002:
"Deep Purple" - Gitarrist ließ sich inspirieren
Der Förderverein Maulbronner Kultur lud am Freitag zu einem besonderen Klangerlebnis mit der Gruppe "Geyers"

Maulbronn (tg). Zu einem gar lustvollen Spiel mit mittelalterlicher Musik und Poesie hatte der Förderverein Maulbronner Kultur am Freitagabend ins alt-ehrwürdige Gemäuer der Maulbronner Stadthalle geladen. Die Gruppe "Geyers" präsentierte dabei dem versammelten Volke ihr außergewöhnliches Können auf einem wahren Sammelsurium an historischen Instrumenten. So waren unter anderem eine Tastenfidel, eine Drehleier, verschiedenste Renaissance-Gebläse sowie Dudelsäcke aus Spanien, Frankreich und Deutschland zu sehen und vor allem zu hören. Auch Gesänge sowie manch spitzes Wort gaben die vier Barden, die bei ihrem Auftritt entsprechend kostümiert waren, gar vortrefflich zum Besten.
Rund 100 Besucher hatten sich zu dieser musikalischen Zeitreise, die von Mittelalter über Renaissance, Barock bis hin zur Neuzeit reichte, eingefunden. Der Name "Geyers" ist abgeleitet von "Des Geyers schwarzer Haufen". Unter diesem Namen traten Thomas Roth (Gesang, Dudelsäcke, Nyckelharpa), Albert Dannenmann (Dudelsäcke, Renaissancegebläse, Drehleier, Gesang) und Jost Pogrzeba (Percussion, Gesang) zirka 18 Jahre zusammen auf. Vor knapp drei Jahren schlossen sie sich mit Georg Hesse (Gitarren, irische Bouzouki, Laute) zusammen und nannten sich von nun an "Geyers". Gefühlvolle Balladen, spaßige Trinklieder oder fröhliche Reigentänze waren beim Maulbronner Konzertabend der "Geyers" angesagt. Das langsamste zugleich mystischste Stück stammte von Dufay und trug den Titel "Adieu ce bon vin de Lannoys". Lustig ging es bei dem Lied "Die Weiber mit den Flöhen" von Ivo de Vento zu.
Und ins 16.Jahrhundert zurück reichte der stimmungsvolle Reigentanz "Branle de Bourgogne" von Jacques Moderne. Reges Handgeklapper des geneigten Publikums war die Folge. Insbesondere beeindruckte bei dem außergewöhnlichen Konzert die dargebotene Klangvielfalt sowie der gekonnte Instrumenten- und Rhythmuswechsel während der einzelnen Stücke.
Dabei näherten sich die vier Künstler der mittelalterlichen Musik aus unterschiedlichsten Richtungen: Elemente aus Klassik, Jazz, Folk, Soul und Rock flossen mit ein, zudem waren die Klänge leicht elektronisch verstärkt: Bei schnellen rhythmischen Stücken hatte man oftmals sogar das Gefühl, als ob denn gleich Florian Geyer, einst ein Rädelsführer der deutschen Bauernaufstände 1524 und 1525, mit seiner wilden Horde auf die Bühne marschieren würde. Mehrere Zugaben sowie ein galizischer Marsch durch den Saal beendeten das Konzerterlebnis. Übrigens: Der legendäre Rock-Gitarrist Ritchie Blackmore ("Deep Purple", "Rainbow)" ließ sich von den "Geyers" zu seinem aktuellen Projekt "Blackmore's Night" inspirieren. Und seit 1998 spielen die "Geyers" bei Ritchie Blackmores alljährlichen Tourneen durch Deutschland sogar in dessen Vorprogramm. Gerne erinnert sich Albert Dannenmann auch an einen für ihn ganz besonderen Live-Gig: Denn gemeinsam mit Blackmore machte Dannenmann in New York Straßenmusik, am Strand von Long Island. Just for fun.



Nürtinger Zeitung vom 24.09.2002
Mit modernem Schnick-Schnack ruckzuck ab ins Mittelalter

Die Geyers vermischten im Club Kuckucksei alte und neue Musik und alte und neue InstrumenteNürtingen (heb). "Ein lustvolles Spiel" stand am Samstag auf dem Programm im Nürtinger Club Kuckucksei. Auf historischen Instrumenten war "mittelalterliche Musik" angekündigt, vorgetragen von den "Geyers", einem Quintett aus der näheren Umgebung, das früher unter dem Namen "Des Geyers schwarzer Haufen" die Gegend unsicher gemacht hatte. Freche Lieder gegen die Obrigkeit und Trinklieder aus einer Zeit, in der die Luft nur so schwirrte vor lauter Mystik und Schwertgeklirr, haben sich die fünf Musikanten aufs Panier geschrieben und reichern auf der Bühne die Klangwelt von Sackpfeifen und Drehleier mit den Sounds von E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug enorm an.
Nicht, dass letzteres Prozedere neu wäre oder gar einzigartig - originell und spannend ist es trotzdem, und was die Geyers in ihren Mönchskutten und Schnürhemden auf der Bühne abziehen, ist allen Beifall wert. Rufen doch die ersten Töne der E-Gitarre ein plötzliches Stutzen hervor, da man glaubt, das Intro von "Purple Rain" zu hören. Okay, es klingt so, aber was in Verbindung mit dem zweistimmigen Dudelsack-Spiel von Albert Dannenmann und Thomas Roth daraus entsteht, entwickelt einen eigenen und eigentümlichen Reiz.
Doch schon im zweiten Stück, einem englischen Lautenlied aus der Zeit Heinrich des VIII., weicht die Stromgitarre der altehrwürdigen Laute, und Sänger Thomas Roth greift zu seinem Parade-Instrument, der Tastenfidel. Folk-Puristen werden trotzdem ein gewisses Misstrauen gegen den "modernen Schnick-Schnack" nicht los und noch weiß man nicht so recht, ob da vielleicht nicht doch was dran ist, wenn ähnliche Bands wie "Corvus Corax" zum Beispiel ein Hang zu rechtslastigen Ideologien nachgesagt wird. Aber zumindest damit ist man bei den Geyers auf dem Holzweg, wie sich an der Auswahl ihrer Lieder im Laufe des Abends noch erweisen sollte. Und was die elektrische Fraktion betrifft: Was soll's? Davon bekommt der Gesamtklang eine enorme Fülligkeit. Und mit Purismus ist bei "Geyers" schon mal gar nichts zu machen. Dafür sorgt nicht zuletzt Drummer Jost Pogrzeba, der neben einer afrikanischen Djembe auch noch eine Udu bedient, eine Trommel in Form eines Keramikballons mit einer relativ schmalen Öffnung, die mit einem Fell bespannt ist. Entsprechend sind in manchen Stücken die Rhythmen gestaltet, und es ist erstaunlich, wie gefügig sich die Klänge von Krummhorn und Georg Hesses irischer Bouzouki in eine Rumba oder ein sehr orientalisch anmutendes Stück einpassen.

Rockige Breaks würzen Erzählungen alter Dichter, Villon und Konsorten feiern fröhliche Urständ im "Ei". Thomas Roth lässt es nicht an historischer Hilfestellung fehlen, die den Zuhörern die zeitlichen und räumlichen Umstände näher bringen sollen, unter denen die Lieder und Geschichten entstanden sind, von denen die Geyers ein Lied zu singen wissen.
Als während der Pause in Saal das Licht angeht, erkennt sich manch einer als nicht adäquat gekleidet. Denn an diesem Abend hatten nicht nur das Thekenpersonal, sondern auch einige Fans sich ins Schnabelschuh-Outfit (oder was man dafür hält) geschwungen. Sei's drum, Jeansträger können sich zu ihrer Legitimation auf die Stromfraktion der Band berufen.
Eine unverhohlene Aufforderung zum Kampftrinken konnte am Samstagabend der geneigte Veranstaltungsbesucher der "göttlichen Devise" entnehmen, in der ebenso wie in der Schlussnummer hieß: All Voll!" Ähnlich ging es in der ersten Zugabe weiter: "Was wollen wir trinken, sieben Tage lang, was wollen wir trinken, so ein Durst." Damit hatte in der antiatombewegten Menschenkettenzeit der 80er Jahre die niederländische Gruppe "Bots" für Solidarität in allen Lebenslagen geworben. Spätestens damit war auch geklärt, dass die Geyers mit Sicherheit mit - politisch - rechten Ideen nichts, aber auch gar nichts am Hut haben. Dass sie aber ganz wesentlich besorgt sind, wenn es um die aktuelle Befindlichkeit von Kollegen geht, bewiesen sie mit der letzten Zugabe, in der sie das Publikum fragen: "What shall we do with the drunken Geyers?"


Die Wetterauer Zeitung vom 20.08.02 schreibt über das Aktustik-Konzert vom 18.08.2002
Glänzende Stimmung beim Autritt der Geyers
Mittelalter-Truppe begeisterte Publikum in der Wasserburg - Funke sprang schnell über

Bad Vilbel (joh). Die Wasserburg war die richtige Kulisse für jene vier Barden mit ihren mittelalterlichen Instrumenten am Sonntagvormittag. (...) Thomas Roth, der neben dem Gesang auch noch meisterhaft die Fidel, den Dudelsack und die anzügliche Rede beherrscht, stellte schon mit den ersten Sätzen die Kommunikation mit dem Publikum her. Mit Gesang, Rhythmus, Gestik und Mimik zogen "Die Geyers" das Publikum mehr und mehr in ihren Bann. Und wer dieses Quartett auf der Bühne in Aktion sah und hörte, war erstaunt über ihr umfangreiches Repertoire, das von derben Liebesliedern über Tänze und Trinklieder bis hin zu Stücken von Francois Villon, Erasmus Widmann, Oswald von Wolkenstein, Heinrich VIII. von England und ganz modernen Arrangements reichte, die in einem anregenden Kontrast mit den alten Instrumenten standen. Man hörte den Dudelsack, die Flöte in unterschiedlichsten Größen, das Krummhorn, die Drehleier und die Fidel, die Mandoline, die Landsknechttrommel und die Rauschpfeife, doch auch den A-capella-Gesang beherrschten die "Geyers".
Entsprechend der Tradition des 15. und 16. Jahrhunderts tauchten neben dem Deutschen Englisch und Französisch, kräftige, nach Küchenlatein klingende Flüche und italienische Brocken in den Texten auf. Selbst das hin und wieder angesagte Stimmen der Instrumente und die oft fließenden Übergänge zwischen den einzelnen Stücken wurden rhythmisch und mimisch untermalt, und die zwei Stunden im Burghof vergingen im Fluge. Es wurde viel gelacht und geklatscht, die Kinder hüpften zwischen den Stuhlreihen umher, und die Stimmung war ausgezeichnet.
Als die vier schließlich gegen Ende von den "Weibern mit den Flöhen" sangen und sich überall zu kratzen begannen, da ergriff dieser Impuls auch das Publikum, und mancher musste sich verstohlen kratzen.
Mittelalterliche Atmosphäre brachten auch die authentische Haartracht und die Kostüme der Barden, wenn man einmal von der (notwendigen) modernen Brille des Mannes absieht, der, wie es im Programmheft stand, "für das amtliche Tempo zu sorgen" hatte, nämlich Jost Pogrzeba. Außer den bereits Genannten sah und hörte man Albert Dannenmann und Georg Hesse ebenso lustvoll und vielfältig musizieren. Die Musiker der "Geyers" ehemals als "Des Geyers schwarzer Haufen" sind zu Recht über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und wurden 1999 vom Fernsehpublikum des SWR zu den "Spielleuten des Jahres" gewählt.
Kein Wunder dann also, dass am Ende der Veranstaltung rhythmisch mitgeklatscht, Refrains gesungen und Zugaben verlangt wurden."Thomas Wilken schreibt:in der Rhein-Neckar Zeitung Heidelberg am 25.07.2002: "Ritchies Ausflug in die VergangenheitDer ehemalige Deep-Purple-Gitarrist verschrieb sich alter Musik - Blackmore zeigt deutsche Wurzeln (...) Eingeleitet wird der zweite Auftritt des Ausnahmegitarristen in Heidelberg innerhalbe eines Jahres von einer Gruppe, die schon seit vielen Jahren in Deutschland die Fahne der mittelalterlichen Musik hochhält: den "Geyers", ehemals des "Geyers schwarzer Haufen". Die vier Musiker begleiten Blackmore immer bei seiner Deutschland-Tour und sorgen mit ihrer handgemachten Musik auf historischen Instrumenten für den ersten Jubel. Sie waren es auch, die den Briten vor einigen Jahren zur historischen Musik "bekehrten". Blackmore sagt von sich selbst, dass er bei einem Besuch in Deutschland die Geyers sah und sofort von der Musik begeistert war.
Dies schlägt sich auch in der Musik nieder. Denn der Titel des neuen Albums, "Fires at midnight", ist nichts anderes als eine aufgemotzte und umarrangierte Version des Geyers-Klassikers "Göttliche Devise". (...)Karfunkel, Ausgabe Juni 2002 - Juli 2002:von Daniela Meier:" Die Geyers in Mannheim Die hinterbliebenen Recken des ehemaligen Geyers schwarzer Haufen gaben sich am Sonntag, 11. März 2002 in der Mannheimer Konkordienkirche die Ehre. Überraschend für alle, die sie von früher her etwas gediegener kennen, zeigten sich die Geyers in beschwingt frischer Form. Nicht mehr überwiegend gesangslastig, mit zahlreichen, oftmals gar schrägen und jazzig anmutenden Improvisationen, bewiesen sie - auch mit bis dato unbekannten Stücken - neue Spielfreude im Umgang mit der Alten Musik. Auch optisch prunkten zwei der Mannen in stilvollerer Gewandung, die ihnen einen würdevollen Anstrich verlieh. Wie gewohnt, unterhielt Frontmann Thomas Roth das Publikum mit coolen Sprüchen, die mit leicht zweideutigem Touch auch die ganz Jungen zum Lachen brachten. Wie zu hören war, nahmen sich die wackeren Mannen in der respekterheischenden Atmosphäre der Kirche zwar etwas zurück, begeisterten aber doch zunehmend ihre Hörer, die sich schlussendlich auch in dieser heiligen Halle zum Mitklatschen animieren ließen. Krönender Abschluss des interessanten Abends war die Zugabe mit der gefühlvollen Geyers-(Neu-)Vertonung des "Freien Wortes" von Georg Herrwegh, dem legendären Revolutionär von 1848.


Die Heilbronner Stimme berichtet am 24.01.2002
Geyers mit Akustik-Programm im Heilbronner Red RiverBalladen und Hardrock

von Monika Köhler

Was die "Geyers" bei ihrem Auftritt im Red River mit "Lustvollem Spiel mit mittelalterlicher Musik" im Schilde führen, ist bereits nach den ersten Takten klar. Nicht nach artiger Musik aus früheren Jahrhunderten steht den Fünfen, die teilweise aus "Des Geyers schwarzer Haufen" hervorgegangen sind, der Sinn. Das Akustikprogramm haben die Meister auf historischen Instrumenten zu Hause gelassen. Sie arrangieren mit Michael Walter am Kontra- und E-Bass in ihrer Akustik- und Elektrik-Formation Drehleier, Dudelsäcke, Rauschpfeifen oder irische Bouzouki so, wie ihnen der Sinn danach steht. Das kann sich dann schon mal außergewöhnlich anhören, insbesondere, wenn Georg Hesse an der E-Gitarre seinen hardrockigen Senf dazu gibt. So bizarr wie die Musik sind die Texte, die die Künstler aus süddeutschen Landen oft selbst hinzudichten. Ein- oder mehrstimmig ist von Heinrich VIII. zu hören, von der Abrechnung mit der treulosen Freundin oder von "Weibern mit den Flöhen". Thomas Roth, eben noch virtuos an der Tastenfidel zugange, bringt es gesanglich auf den Punkt: "Ich hab ein böses Weib." (Anmerkung des Webmasters: was selbstverständlich im wahren Leben keinesfalls zutrifft ;-) ).Wähnten sich die Zuhörer in der gut besuchten Musikkneipe bei balladesken Tönen gerade noch bei den Tänzen auf bretonischen Hügeln, schwirren ihnen im nächsten Moment donnernde Rockformationen um die Ohren. Gefolgt von einem Dudelsackduell zwischen Thomas Roth und Albert Dannenmann.Unter den langhaarigen Barden mit seinem Rauschebart der Zünftigste, versteht sich Dannenmann an anderer Stelle kunstfertig auf das Spielen von Rauschpfeifen, Krumm- und Gemshörnern. Dass die Geyers bei aller Liebe zu früheren Jahrhunderten nicht von gestern sind, zeigt sich spätestens bei Jost Pogrzebas Trommel-Solo auf der Djembe, wenn seine Finger in wahnwitzigem Tempo über Membran und Rahmen fliegen und er dafür spontanen Beifall erntet.


Interview von Daniela Meier mit Thomas Roth,
veröffentlicht im Karfunkel August 2002 bis September 2002

(ungekürzt)

Die Mittelalter-Rebellen: Die Geyers

Im Jahr 1525 führte der deutsche Reichsritter Florian Geyer rebellische Bauernhorden unter dem Namen Des Geyers schwarzer Haufen in ihrem Kampf um dörfliche Selbstverwaltung und Aufhebung der Leibeigenschaft an. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen und der idealistische Ritter am 10. Juni 1525 in Würzburg ermordet. Übrig blieben vier wackere Recken - so die Legende - die unter dem Namen Geyers noch heute als Spielleute mit Schwerpunkt Renaissance-Musik unterwegs sind. Sänger Thomas Roth erzählte Daniela Meier die Geschichte der Geyer.

Was verbindet ihr mit dem Revolutionär Florian Geyer?
Er war ein Mann aus dem Adelsstand, der die sozialen Ungerechtigkeiten seiner Zeit erkannte, sich gegen seine eigenen Interessen als Ritter stellte und für die Belange der Bauern einsetzte. Er versorgte sie mit Geld und Waffen und leistete ihnen intellektuelle Schützenhilfe. Zum einen versuchte er, sie vor dem sofortigen Losschlagen abzuhalten, zum andern ordnete er sie als Truppe und stellte sich an ihre Spitze. Vereinfacht gesagt, sah er, dass es anderen dreckig ging, und half: soziales Engagement in einer mittelalterlichen Figur. So etwas können wir uns auf die Fahne schreiben.

In euren Konzerten lasst ihr derbe Sprüche, beispielsweise über die Kirche, vom Stapel. Seht ihr hier heutige Missstände, gegen die ihr vorgehen möchtet?
Nein, wir wollen den Menschen nicht vorhalten, was heutzutage schlecht läuft. Wir wollen unterhalten, die Leute sollen lauthals lachen, überrascht sein, sich fallen lassen, vielleicht auch mal nachdenken. Diese Ziele verfolgen wir, wenn wir auf die Bühne gehen. Wo wir politisch stehen, ist sekundär. Dass wir nicht rechts drauf sind, ist schon wichtig, muss aber in unserem Fall gewiss nicht extra betont werden. Die Kirche ist ein schwieriges Kapitel. Sie tut sicher das eine oder andere Positive, hat aber eine fürchterliche Geschichte und ist auch heute noch voller moralischer Doppelbödigkeit. Zudem dient sie manchem Politiker als Vehikel, um vorwärts zu kommen. Natürlich können wir spaßeshalber auf der Bühne sagen: "Es gibt zwei Arten von Pfaffen - die zölibatären und die nicht-zölibatären. Beide tun dasselbe." Dies alles ist eine leichte Form von Kabarett, ist Satire.

Einiges ist allerdings missverständlich, beispielsweise gewisse frauenfeindlich anmutende Äußerungen ...
Es kann überhaupt keine Rede davon sein, dass das Leben und die Liebe nur auf Kosten der Frauen geht. Diese können durchaus auch Männer in psychische und materielle Schwierigkeiten bringen - damals wie heute. Das ist ein Punkt, der mich aus meiner eigenen Vita möglicherweise dazu bringt, auch die Rechte der Männer zu vertreten. Ich haben schon viel Schmerzliches am eigenen Leib erlebt und sicher auch Leid über die ein oder andere Frau gebracht. Mit Frauenfeindlichkeit hat das jedoch nichts zu tun, sondern mit gelebtem Alltag. Insofern ist das Lied "Ich hab´ ein böses Weib" von Erasmus Widmann auch nicht ernst zu nehmen.

Wie kamst du selbst zur Rennaisance-Musik? Zuerst hast du doch eine klassische Ausbildung absolviert?
Ja, ich habe an der Musikhochschule in Stuttgart ein Studium in Schulmusik begonnen. Mit zwanzig hat mich jedoch das Leben ergriffen, und ich habe gemerkt, dass das nichts für mich ist. Eines Tages hörte ich Konstantin Wecker und wusste, dass ich eher so singen wollte. Außerdem hatte ich noch viel nachzuholen, da ich aus einem sehr behüteten Elternhaus stamme. Das hat meinen weiteren Werdegang, auch hinsichtlich meiner geistigen und politischen Haltung, geprägt. Später habe ich an der Universität Stuttgart Germanistik und Geschichte studiert und danach an der Pädagogischen Hochschule. Zuhause liegt nun ein Schein zum staatlich geprüften Grund- und Hauptschullehrer herum. Ich habe nie als Lehrer gearbeitet, aber dennoch hat mir das seitens meiner Kollegen viel Häme eingebracht, auch weil sich viele Lehrer in der Mittelalter-Szene tummeln.

Wie kam es zur Gründung der Band?
Kurz zur Vorgeschichte: 1984 stieß ich als Sänger zu Albrecht Schmitt-Rheintaler und Ulrich von Ohlenhausen. Wir nannten uns Des Geyers schwarzer Haufen. Bald darauf verließ Ulrich die Band. Auf der Suche nach jemandem, der Dudelsack spielt, rief ich Michael Hoffmann vom Verlag der Spielleute an. Dieser empfahl Albert Dannenmann. Gleich bei unserem ersten Zusammentreffen wurde klar: der oder keiner! Seine Erscheinung, seine Stimme, sein Instrumentarium - all das war sehr beeindruckend. Kurz danach sprachen wir in unserer damaligen Stammkneipe in Ludwigsburg Jost Pogrzeba als möglichen Trommler an, der für seine Verhältnisse relativ temperamentvoll und spontan zusagte. Nach der Trennung von Albrecht stieß Georg Hesse aus Ulm zu uns vier verbliebenen Geyern. Das war anno 2000, als wir uns auch in Geyers umtauften. Florian King gab ein zweijähriges Intermezzo als Bassist, bis Michael Walter diesen Part bei unseren Rock-Projekten übernahm. Nach diesem Neuanfang sind wir damit nun komplett.

Was sind eure musikalischen Wurzeln?
Albert kommt als einziger aus der Alten Musik. Er hatte eine Gruppe namens Danserey, stark geprägt vom Instrumentarium Günther Körbers. Mit ihm verkaufte und reparierte er alte Instrumente am Stand beim Festival in St. Chartier, Frankreich, und hat als Lohn erst einmal ein Krummhorn erhalten. Mit Charme und Engagement hat er sich die Körber-Instrumente erarbeitet. Auch im ideellen Sinne ist dies ein Riesen-Kapital. Früher hat er zudem noch Klarinette, Querflöten und andere Flöten erlernt. Jost, der Mann fürs amtliche Tempo, trommelt in allen Fassetten, hat ursprünglich Akkordeon gelernt, dann im Akkordeon-Club Schlagzeug gespielt und anschließend an der Hochschule Schlagzeug studiert. Er mag die Rockmusik der 70er, 80er. Zudem ist er ein Mann, der hohe Ansprüche an sich stellt, sich ständig weiter entwickelt und in der Musik oftmals kompliziertere Dinge bevorzugt. Georg Hesse ist eher Jazzer. Er spielt Gitarre und irische Bouzouki. Das ergänzt sich wunderbar; seitdem er dabei ist, groovt es viel mehr. Ich selbst habe früher Geige gespielt, die derzeit jedoch in der Ecke steht. Das wird sich wieder ändern, wenn wir die entsprechenden - nicht mittelalterlichen - Musikstücke zu Gehör bringen. Derzeit spiele ich hauptsächlich Nyckelharpa.

Wie sucht ihr die Stücke aus, die euch faszinieren?
Wir haben uns viel mit Villon beschäftigt und diesen zum Teil neu aufgelegt. Irgendwann bekamen wir Texte in die Hände wie "Vor vollen Schüsseln muss ich Hungers sterben". Die Figur Villon ist total faszinierend, diese Mischung aus Kriminalität und Intellektualität. Wie er wirklich war, wissen wir nicht. Ob die Übersetzung/Nachdichtung von Paul Zech authentisch ist oder nicht, spielt für uns keine Rolle. Die Art der Dichtung hat uns gefallen - und erlaubt ist bei uns, was gefällt!

Wer komponiert die Musik zu Texten, die nicht bereits mit Melodie überliefert wurden?
Das machen wir inzwischen alle zusammen. Jeder Vorschlag wird ernst genommen, was sehr viel Freude bereitet.

Ihr habt auch einen kurzen Abstecher in die Volksmusik-Szene gemacht und konntet euch vorstellen, dort viel Geld zu verdienen. Warum hat es damit nicht geklappt?
Das war 1988/89, noch zu Zeiten von Des Geyers schwarzer Haufen. Während der Auftritte in Sendungen wie "Marianne und Michael", haben wir uns immer als Fremdkörper gefühlt und gemerkt, dass dies nicht unsere Klientel ist. Allerdings sind wir dadurch sehr bekannt geworden. Mich haben auf einmal Leute auf der Straße gegrüßt, die früher gesagt hätten: "Du hast so lange Haare, geh´ doch zum Friseur, du Gammler". Es war eine kurze, heftige Phase und finanziell auch nicht uninteressant. Michael meinte, unsere Musik sei zwar toll, aber die Leute wollten, wenn sie abends von der Arbeit heimkommen, etwas Freundlicheres hören als "Ich hab´ ein böses Weib". Da wir sozusagen die Wurzeln der deutschen Volksmusik mit Instrumenten und Liedgut vertonen, haben wir mit "Zum Tanze da geht ein Mädel", gerade noch so in eine Volksmusik-Sendung hineingepasst. Aber Toni Marschall war den Zuschauern dann doch lieber. Es waren zwei amüsante Jahre, in denen wir auch Heino, Heinz Schenk oder Bernhard Brink kennen gelernt haben. Es gibt zwar viele unsympathische Typen in dieser Szene. Aber die meisten der eigentlich sehr guten Background-Musiker sind häufig Jazzer, die - um überleben zu können - zur Volksmusik gekommen sind. Ich hüte mich inzwischen vorschnell über andere zu urteilen. In einem zwanzigjährigen Lernprozess habe ich erkannt, dass eine gewisse Demut vor den Mitmenschen und deren Leistungen eine Frage der sozialen Kompetenz ist.

Wie und warum seid ihr dazu gekommen, eure Musik elektronisch zu verstärken?
Wenn wir vor fünfhundert Leuten spielen, brauchen wir Verstärkung für unsere akustischen Instrumente, damit es auch die in den hinteren Bänken hören. In unserem Akustik-Elektronik-Programm kommt zu den alten Instrumenten eine E-Gitarre hinzu, Michael Walter spielt den E-Bass, Jost neben den Percussionsteilen ein normales Drum-Set - ohne Synthesizer - oder Keyboards, eigentlich eine puritanische Besetzung. Wir haben einen Gitarristen, der die E-Gitarre wirklich beherrscht. Jost spielt ein sehr qualifiziertes Schlagzeug und möchte mal Gas geben. Auch ich habe Spaß daran, die Harpa über ein Effektgerät zu schicken und mit Sounds zu experimentieren. Albert hat die Drehleier ebenfalls plug-bar gemacht. Es wäre jammerschade, all dies nicht auszutesten, was wir mit unserer Musik nun permanent tun.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Ritchie Blackmore von Deep Purple?
1987/88 haben wir uns auf der Götzenburg in Jagsthausen getroffen. Da haben wir eine sogenannte Mugge - musikalisches Gelegenheitsgeschäft - für eine Gesellschaft gespielt, die eine mittelalterliche Tafeley gebucht hat. Wir sind dann Zeremonienmeister, Musikanten und Herold in einem. Der Oberkellner sagte danach zu uns: "Im Nebenzimmer sitzt ein Herr, der behauptet, er sei Ritchie Blackmore". Wir haben ihm vorgespielt, ein Bier bekommen und so fort... Morgens gegen halb neun haben wir Adressen ausgetauscht. Kurze Zeit später kam ein Anruf aus New York: Auf der Burg Frankenstein werde die Neuerscheinung von Deep Purple vorgestellt und Ritchie wünsche, uns dort zu sehen. Das war ein schönes Erlebnis für mich. Er hat mich seinen Bandkollegen vorgestellt: "Thomas mein Sohn aus mittelalterlichen Zeiten". Damit meinte er, dass ich sein Sohn sei und früher im Mittelalter mit ihm Musik gemacht hätte.

Glaubt er tatsächlich an Reinkarnation, oder sagte er das nur aus Spaß?
Nein, er glaubt durchaus, im Mittelalter gelebt zu haben, besser - er weiß es. Unsere "Vater-Sohn-Beziehung" ist jedoch eher locker. Ritchie hat inzwischen eher Kontakt zu Albert, unserem wandelnden Melodienlexikon. Zudem sagte Ritchie über uns: "Ihr seid meine größte Inspiration." Er findet auch unsere Neu-Formation musikalisch gereifter als früher. Das alles freut und ehrt uns natürlich. Die wichtigen Dinge glaube ich ihm selbstverständlich.

Was ist es für ein Gefühl, als Vorgruppe mit einem ehemaligen Jugend-Idol auf Tour zu gehen?
Gut, ein schönes Gefühl. Es ist immer spannend: Findet das Konzert statt oder nicht? Für mich unglaublich, wenn ehemalige Kollegen der Mittelalter-Szene über ihn die Nase rümpfen. Sie sollten erst mal erreichen, was er erreicht hat. Außerdem ist er unbestritten ein Gitarrist von Weltformat. Einem solchen Mann sollte das Recht auf freie Entfaltung zugestanden werden. Er hat hochqualifizierte Musiker um sich geschart, macht nur das, was ihm Spaß macht, und das imponiert mir sehr. Wenn jemand seinen Stil zu amerikanisch, zu verpopt findet, dann soll er eben nicht mehr zu diesen Konzerten gehen. Ich finde es klasse, dass er die Schublade mittelalterliche Musik mit bedient und dadurch Menschen an sie heran führt. Davon profitieren meines Erachtens alle dort Tätigen.

Ihr selbst habt kaum Mittelaltermärkte bedient. Warum?
Wir haben selten auf Mittelaltermärkten gespielt, weil wir dem einen Veranstalter nicht authentisch genug waren, dem anderen wiederum zu teuer oder beides. Inzwischen ist unsere Spielfreude in einer Art und Weise zurück gekehrt, dass wir uns durchaus vorstellen können, auch wieder auf Märkten aufzutreten, allerdings nicht an jedem Wochenende. Ein Problem sehe ich zudem darin, dass es nach Öffnung des Ostens auf diesen Veranstaltungen üblich wurde, ausschließlich die laute, krachende Schiene zu fahren. Mancher Zuschauer würde sich nun freuen, auch mal wieder feinere, konzertante Töne zu hören. Doch ist es für uns Musiker sehr schwierig, diese den hinteren Reihen ohne elektronische Verstärkung der Instrumente verständlich zu machen. Nun klafft aber eine riesige Schere zwischen der Prinzipienreiterei einerseits und dem reinen Spaß an der Musik andererseits. Fiele die gestrenge Forderung nach authentischer Aufführung mittelalterlicher Musik weg, ließen sich noch viel mehr Möglichkeiten, Musik auf Märkten darzubieten, ausreizen. Kurz gesagt: Gebt uns PA-Anlagen! Leisere Töne, elektronisch verstärkt, würden das musikalische Spektrum auf Märkten noch wesentlich interessanter machen.

Was ist unter den "Les Gourmands" zu verstehen?
Das sind Show-Programme, die wir im Bankettbereich anbieten. Musikalisch-literarisch, wird hier mehr Gewicht auf das Wort gelegt. Es ist eine Zeitreise, bei der wir unter anderem auch Sinatra-Songs aufgenommen haben. Dies bietet uns viel Abwechslung, beispielsweise mit einem A-Capella-Programm aus den 20er Jahren. In unserer aktuellen Besetzung - mit Georg und Michael - ist das Spektrum wesentlich breiter geworden. Ich als Sänger traue mich zudem an Dinge heran, an die ich mich früher nicht gewagt hätte. Es dauert vielleicht noch zwei Jahre, bis alle wissen, was die Geyers inzwischen sind, doch denke ich, dass wir sonnigen Zeiten entgegen gehen.

Was war dein schönstes Erlebnis als Musiker?
Das war, als ich vor knapp drei Jahren Simone auf dem Hohenneuffen kennen gelernt habe (lacht). Das hat meinem Leben fürwahr einen neuen Groove gegeben. Aber Spaß beiseite: Musikalisch bemerkenswerte Erlebnisse waren früher für mich, als Bass-Solist in Kirchen auf der Empore Messen von Mozart, Bach, Händel oder Gounod zu singen: hinter mir eine riesige Orgel, ein großer Chor und ein Orchester, vor mir der Dirigent und dann der Abgrund. Oder die Konzerte in Jagsthausen, die wir mit der früheren Band bis 1994 vor einem tausendköpfigen Publikum gespielt haben. Höhepunkte waren zudem die Konzerte mit Ritchie. Schön ist es auch zu hören, dass sich die Band weiter entwickelt hat - und ich mich als Mensch ebenso.

Wie habt ihr die Festivals der Spielleute erlebt?
Es war sehr gut, dass es diese Sendung gab. Sie hat unserer Nischenkultur ein Forum geboten. Ich finde es schade, dass sie dem Quotendruck zum Opfer fallen musste. Ein neues Gewand, ein neuer Name, fetzigere Inhalte und eine Neuauflage wäre machbar und sicher eine gute Sache.

Was sind eure Zukunftspläne? Wird es eine neue CD geben?
Ja, ich weiß, es ist höchste Zeit für eine neue CD. Das Material ist weitestgehend fertig, aber es gibt noch Fragen zu klären. Wahrscheinlich werden zwei CDs erscheinen: eine akustische und eine "Geyers in Rock". Wenn wir das richtige Studio gefunden haben, werden wir die CDs noch in diesem Jahr aufnehmen. Zudem werden wir daran arbeiten, uns weiter zu entwickeln, und dem Stillstand den Kampf ansagen. Wir freuen uns schon sehr darauf.

Für die neue CD wünscht Karfunkel euch gute, kreative Ideen und viel Erfolg!"


2001


The Geyers
16.06.2001, Oehringen, Schlosshof

Every year you find a lot of mediaeval combos on the faires during the summer, who entertain the masses with their melodies. Best knows in the metal scene are In Extremo and Corvus Corax, but beside these there are other top bands who play this kind of music.One of them is the minstrel band THE GEYERS, formerly Des Geyers Schwarzer Haufen, who we adored in the court of the castle Oehringen. The Geyers, again support for Blackmore´s Night this year, have two different programs to offer. The "loud set", as Thomas Roth says, the frontman of the band whose voise reminds of Konstantin Wecker, and on the other hand the "low set". Today we heard the soft sound. The bass man had been left at home, and guitarrist Gerog Hesse played around with several acoustic guitars and lutes. Which leads us into counting the instruments. Singer Thomas Roth and his mate Albert Dannenmann played no less than 5 differetn bag pipes (Hümmelchen, Dudei, Spanish and German pipes and the German "Bock" - which is decorated with huge horns). Additionally they had several flutes and recorders, nyckelharpas, hurdy gurdy, crumhorns, pipes, Dulcian, horns etc. It was an astonishing variety of instruments.

Musically they offered the more low entertaining line, which was perfect for the audience, consisting mostly of middle aged people.Beside the stage were a few couples trying mediaeval dances. The lyrics often were from the department "not too nice", introduced by funny speeches by Thomas Roth, who always found something for a good laugh.

During the break there was a man swallowing fire, and a night watchman entered the stage and told stories about the living and loving in his home town.

There was a christmas song, performed without words from seasonal reasons, during which Jost Pogrzeba could make a proof of his skills on the drums.He used only a single drum , a djembe, stuck between his legs, and showed us, that a good drummer can do an interesting and varied drum solo on one single drum.

The audience was well entertained, but only when "Was wollen wir trinken" was played, they got really into it, there was singing and hand clapping as much as everyone could. In the end the show of the guys was over much too quickly, and they had to return for two encores.


Setlist

Guten Abend
Deux Jollis Dames
Tourdion
Branle Des Bourgogne
Die Weiber mit den Flöhen
Böses Weib
Adieu Ce Bon Vin De Lanroise
Herori Matori
Ballade an eine treulose Freundin
Gavotten

Bretonisch
Landsknechte kommen
Elegie
Pastime With Good Company
Quatre Branle
Noel
All Voll
Was wollen wir trinken
Wohlauf wir wollen schlafen

Das freie Wort

Gallizisch
Ronde 9


The Geyers (a/e)
06.07.2001, Waeschenbeuren, Waescherschloss

Two weeks ago I could enjoy the music of Medieval Folk Band THE GEYERS (formerly. DES GEYERS SCHWARZER HAUFEN). The fascination they caused with their mediaeval music led me to check their acoustic/electric set today, played in the romatic courtyard of the Waescherschloss in Waeschenbeuren. Singer Thomas Roth described it: "When we play a set like this, people often ask: do you play alwayys with a drum set etc, from now on? Answer: No, but today!"
Sure, the parts of the electric guitar will produce a smile on the faces of a metal audience, there are only a few songs in the set with the typical distortion. Alsom the band is far from the harshness which you hear with In Extremo. But... "Who Cares"? We don´t always need it! No! Today we were invited to enjoy nice melodies, played on istruments like bag pipes, flutes, lutes etc. The "merry playing with mediaeval music" - as Thomas Roth calls it - did not fail to impress the audience, which had people of all ages. The enthusiasm rose from song to song. The guitar solo of Georg Hesse, really worth listening even for friends of a harder set, opened the more "hard" part of the set. The guitar was played in its full loudness. But before there was a break, during which you could relieve nature in the "stables" (said Thomas).

The second half also was convincing. Again the band played lively through their set, interrupted by the funny introductions by Thomas, which were similar to those of last time. Interesting to see also bass man Michel Walter, who showed phantastic skills on his upright bass as well as on electric.He only playes those gigs marked a/e. "Wohlauf wir wollen schlafen"(Come on let´s go to sleep) led to the end of the set, but as rocky and intelligent as they played it, nobody could even think of sleep. Come on let´s go to head bang, would have been the correct title for this version of the song.

They came back for two encores, demanded by the audience, the applause lead by the boss of Ritchie Blackmore´s German fan club.

Setlist


Elegie
Deux Jolies Dames
Tourdion
Böses Weib
Branle de Bourgogne
Ballade an eine treulose Freundin
Herori Matori
Mon Ami
Gavotten
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Bretonisch
All Voll
Ronde 9
Pastime with Good Company
Noel
Göttliche Devise
Was wollen wir trinken
Wohlauf wir wollen Schlafen
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Das freie Wort
Mohrentanz
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Galizisch

 

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